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ausstopfen

Grammatik Verb · stopft aus, stopfte aus, hat ausgestopft
Aussprache  [ˈaʊ̯sʃtɔpfn̩]
Worttrennung aus-stop-fen
Wortzerlegung aus- stopfen
eWDG

Bedeutung

etw. in etw. stopfen und es damit ausfüllen
Beispiele:
nasse Schuhe mit Zeitungspapier, Stroh ausstopfen
ein Kissen mit Federn ausstopfen
die Puppe war mit Sägespänen ausgestopft
ein Tier ausstopfen (= den Balg füllen und ihm eine natürliche Form geben)
im Naturkundemuseum waren ausgestopfte Vögel, Füchse, Rehe und Hirsche zu sehen
ein ausgestopfter Adler war an der Wand befestigt
Mittels gebrauchter Wäsche stopfte ich meine Kleider zu einer menschlichen Gestalt aus [ KügelgenJugenderinnerungen296]
bildlich
Beispiel:
Ich bin also gezwungen, die Löcher in meinem Wissen auszustopfen [ BrechtGalilei1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stopfen · Stopfen · ausstopfen · vollstopfen · verstopfen · Verstopfung
stopfen Vb. ‘undurchlässig, dicht machen, füllen, hineinpressen’, ahd. stophōn ‘stechen, anstacheln’ (9. Jh.), mhd. stopfen, (md.) stoppen, ‘stechen, dicht machen, verstopfen’, mnd. mnl. nl. stoppen, afries. stoppia ‘dicht machen, verstopfen, anhalten, hindern’ (s. stoppen), aengl. forstoppian ‘zustoßen, dicht machen’, engl. to stop ‘füllen, dicht machen, zum Stehen bringen, anhalten’ stellt sich mit intensivierender Konsonantengemination (germ. *stuppōn) wohl zu ie. *(s)teup-, *(s)teub(h)- ‘stoßen’ (s. auch Stief-), einer Labialerweiterung der unter stoßen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (vgl. die alten Bedeutungen ‘stechen, zustoßen’). Das Verb gerät (vermutlich am Niederrhein) unter den Einfluß von mlat. stuppare ‘mit einem Wergpfropfen verschließen, dicht machen’, zu lat. stuppa, stūpa ‘Werg, grober Flachs’, griech. stýppē (στύππη) ‘Werg’, und übernimmt dessen Bedeutung. Für ‘ein Loch zunähen, flicken, mit Nadel und Faden ausbessern’ seit dem Anfang des 18. Jhs. belegt. – Stopfen m. ‘Stöpsel, Korken’, eigentlich ‘Wergbausch zum Verschließen’ (18. Jh.). ausstopfen Vb. ‘einen Hohlraum füllen’ (17. Jh.) vollstopfen Vb. ‘fest mit etw. ausfüllen’ (17. Jh.). verstopfen Vb. ‘dicht, undurchlässig machen oder werden’, ahd. firstophōn (11. Jh.), mhd. verstopfen, -stoppen; Verstopfung f. ‘Abdichtung, Darmverstopfung’, mhd. verstopfung ‘das Verstopftsein’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausfüllen · ausstopfen · füllen · voll stopfen · vollstopfen

Typische Verbindungen zu ›ausstopfen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausstopfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausstopfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei mußt du schnell arbeiten, mit einem trockenen Lappen nachreiben und die Schuhe mit Papier ausstopfen. [Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 57]
Eine Zeitlang arbeitete er als Lehrer, dann stopfte er für Museen wilde Tiere aus. [Süddeutsche Zeitung, 21.02.1998]
Sie seien doch «ausgestopft und angemalt» und suchten die Kameras. [Die Zeit, 29.12.2012 (online)]
Besonders gefallen ihm natürlich die gefährlichen Tiere, die ausgestopft sind und ganz nah vor einem stehen. [Süddeutsche Zeitung, 01.06.2001]
Jemand habe sogar gefordert, anstelle des Bären lieber Minister Schnappauf auszustopfen. [Die Zeit, 19.03.2008 (online)]
Zitationshilfe
„ausstopfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausstopfen>.

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