Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ausstrecken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung aus-stre-cken
Wortzerlegung aus- strecken
eWDG

Bedeutung

ein Glied zu seiner vollen Länge strecken
a)
Beispiele:
beschwörend die Hand ausstrecken
der Bettler streckte flehend die Hand aus
abwehrend beide Hände gegen jmdn. ausstrecken
er ergriff ihre ausgestreckte Hand, Rechte (= er ergriff ihre zum Gruß gereichte Hand, Rechte)
das Mädchen streckte bittend die Hände nach der Mutter aus
mit seitwärts ausgestreckten Armen im Boot balancieren
eine enge Gasse mit ausgestreckten Armen messen (= eine enge Gasse mit ausgebreiteten Armen messen)
die Arme nach jmdm. ausstrecken
mit ausgestrecktem Zeigefinger auf etw. weisen
die Beine unter dem Tisch ausstrecken
die Zunge (gegen jmdn., nach jmdm.) ausstrecken
die Schnecke streckt ihre Fühler aus
Ihm war, als müßte er die Arme ausstrecken: komm wieder! [ ViebigErde61]
bildlich
Beispiele:
jmd. braucht nur den kleinen Finger auszustrecken, um etw. zu erreichen (= jmdm. ist es ein leichtes, etw. zu erreichen)
umgangssprachlichseine, die Fühler ausstrecken (= etw. vorsichtig zu erfahren suchen, sich vorsichtig erkundigen)
bildlich seine, die Hand nach etw., jmdm. ausstreckenetw., jmdn. in Besitz nehmen wollen
Beispiele:
seine Hand nach fremdem Besitz ausstrecken
daß ein kleiner Klosterjäger es wagte, seine Hand nach der Tochter eines großmächtigen Fabrikanten auszustrecken (= sie zu begehren) [ LöscherAlles Getrennte150]
b)
sich, den Körper im Liegen strecken
Beispiele:
sich auf dem Bett, Sofa, im Gras ausstrecken
sich lang, der Länge nach, behaglich ausstrecken
auf dem Rücken ausgestreckt unter einem Baum liegen
die Ohnmächtige lag ausgestreckt am Boden
die Glieder ausstrecken
ein Grabmal von schwarzem Kalkstein, auf welchem ein langer Ritter ausgestreckt lag [ G. KellerGr. Heinrich4,806]
[er] gab mir Gelegenheit, den müden Leib auszustrecken [ SchweitzerAus meinem Leben196]
c)
sich, den Körper in die Höhe strecken, sich ausrecken
Beispiele:
ich muss mich tüchtig ausstrecken, um den Ast zu erreichen
[der Knabe] langte mit ausgestrecktem Leibe nach ein paar goldgelben Birnen [ Storm8,46]

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
ausspreizen · ausstrecken
Synonymgruppe
ausstrecken · dehnen · recken · rekeln · strecken

Typische Verbindungen zu ›ausstrecken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausstrecken‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausstrecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wieder streckt er die Arme aus und zieht sich ächzend nach. [Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 116]
Dann läßt er die Arme mit dem Stock wieder langsam ausgestreckt fallen. [o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 95]
Unwillkürlich streckte ich die Arme weit aus, als gelte es, die Welt zu umfassen. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 2021]
Und laß deine Hand nicht an deinem Hals gefesselt sein, aber strecke sie auch nicht vollständig aus. [Hagemann, Ludwig: Ethik/Moral. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 424]
Zuvor hatte er seine Arme ausgestreckt, als wollte er den alten Mann schützen, obwohl ihn keiner berühren wollte. [Die Zeit, 28.05.1998, Nr. 23]
Zitationshilfe
„ausstrecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausstrecken>.

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