ausstrecken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-stre-cken (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-strecken
eWDG, 1967

Bedeutung

ein Glied zu seiner vollen Länge strecken
a)
Beispiele:
beschwörend die Hand ausstrecken
der Bettler streckte flehend die Hand aus
abwehrend beide Hände gegen jmdn. ausstrecken
er ergriff ihre ausgestreckte Hand, Rechte (= er ergriff ihre zum Gruß gereichte Hand, Rechte)
das Mädchen streckte bittend die Hände nach der Mutter aus
mit seitwärts ausgestreckten Armen im Boot balancieren
eine enge Gasse mit ausgestreckten Armen messen (= eine enge Gasse mit ausgebreiteten Armen messen)
die Arme nach jmdm. ausstrecken
mit ausgestrecktem Zeigefinger auf etw. weisen
die Beine unter dem Tisch ausstrecken
die Zunge (gegen jmdn., nach jmdm.) ausstrecken
die Schnecke streckt ihre Fühler aus
Ihm war, als müßte er die Arme ausstrecken: komm wieder! [ViebigErde61]
bildlich
Beispiele:
jmd. braucht nur den kleinen Finger auszustrecken, um etw. zu erreichen (= jmdm. ist es ein leichtes, etw. zu erreichen)
umgangssprachlichseine, die Fühler ausstrecken (= etw. vorsichtig zu erfahren suchen, sich vorsichtig erkundigen)
bildlich seine, die Hand nach etw., jmdm. ausstreckenetw., jmdn. in Besitz nehmen wollen
Beispiele:
seine Hand nach fremdem Besitz ausstrecken
daß ein kleiner Klosterjäger es wagte, seine Hand nach der Tochter eines großmächtigen Fabrikanten auszustrecken (= sie zu begehren) [LöscherAlles Getrennte150]
b)
sich, den Körper im Liegen strecken
Beispiele:
sich auf dem Bett, Sofa, im Gras ausstrecken
sich lang, der Länge nach, behaglich ausstrecken
auf dem Rücken ausgestreckt unter einem Baum liegen
die Ohnmächtige lag ausgestreckt am Boden
die Glieder ausstrecken
ein Grabmal von schwarzem Kalkstein, auf welchem ein langer Ritter ausgestreckt lag [G. KellerGr. Heinrich4,806]
[er] gab mir Gelegenheit, den müden Leib auszustrecken [SchweitzerAus meinem Leben196]
c)
sich, den Körper in die Höhe strecken, sich ausrecken
Beispiele:
ich muss mich tüchtig ausstrecken, um den Ast zu erreichen
[der Knabe] langte mit ausgestrecktem Leibe nach ein paar goldgelben Birnen [Storm8,46]

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) ausdehnen · ↗(sich) erstrecken · ausstrecken · strecken
Synonymgruppe
ausspreizen · ausstrecken
Synonymgruppe
ausstrecken · ↗dehnen · recken · ↗rekeln · strecken

Typische Verbindungen zu ›ausstrecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Arm Arme Begrüßung Bein Couch Fangarme Finger Friedensfühler Fühler Hand Krake Kralle Mittelfinger Pfote Pranke Richtung Schlafen Sofa Tentakel Versöhnung Zeigefinger Zunge abwehrend begehrlich behaglich spreizen strecken vorsichtig wohlig Ärmchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausstrecken‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausstrecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch so oft er in den letzten Jahren schon die Hand ausgestreckt hat, wird ihn diesmal wohl niemand mehr retten.
Der Tagesspiegel, 07.11.2001
Ich strecke meine Hand nach ihr aus, das ist ein Fehler.
Süddeutsche Zeitung, 31.12.1996
Er streckte die Hände aus, als wolle er ihn zurückhalten.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 154
Das Alter streckte den dürren Arm nach mir aus, mich festzuhalten.
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 304
Im Dunkel streckte er den Arm aus - mager, aber sehnig!
Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 131
Zitationshilfe
„ausstrecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausstrecken>, abgerufen am 20.01.2020.

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