austoben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-to-ben
Wortzerlegungaus-toben
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
(sich) austobenbis zur Genüge toben, wüten
a)
Beispiele:
der Sturm, Brand, das Unwetter hatte (sich) ausgetobt
die Krankheit, das Fieber hatte (sich) nach drei Tagen ausgetobt
sobald er (sich) ausgetobt hat, kann man mit ihm reden
jmdn. austoben lassen
b)
seinem Temperament freien Lauf lassen
Beispiele:
in überschäumenden Phantasien tobten sich die Freunde auf dem Klavier aus
als sich eine beglückte Menge ausgetobt hatte [im Beifallssturm] [A. ZweigRegenbogen79]
c)
sich austollen, ungehemmt laut und lustig sein
Beispiele:
die Kinder haben sich heute im Freien ausgetobt
Jugend will sich austoben
2.
sich austobensich ausleben, das Leben in vollen Zügen genießen
Beispiel:
sich vor der Ehe austoben
3.
ein Gefühl ungehemmt äußern
Beispiel:
er hat seinen Ärger, Zorn, Schmerz ausgetobt

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) wilde Zeit haben · (sich) austoben  ●  (sich) die Hörner abstoßen  ugs., fig. · über die Schnur hauen  ugs. · über die Stränge schlagen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Puppen tanzen lassen · ausgelassen feiern · kräftig feiern  ●  (die) Sau rauslassen  ugs. · (sich) austoben  ugs., fig. · (so richtig) einen draufmachen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs. · auf die Pauke hauen  ugs. · die Korken knallen lassen  ugs. · es krachen lassen  ugs. · steil gehen (jugendsprachl.)  ugs.
  • (in dieser Beziehung) kein Kind von Traurigkeit · alles mitnehmen · nicht verschmähen · nicht von der Bettkante stoßen · nichts anbrennen lassen  ●  die Blümlein am Wegesrand pflücken  fig. · kein Kostverächter  fig.
  • (seine) wilde Zeit hinter sich haben · (seine) wilden Jahre hinter sich haben · (sich) ausgetobt haben · ↗erwachsen (geworden) · solide werden · vernünftig werden · zur Vernunft kommen  ●  (seine) Sturm- und Drangzeit hinter sich haben  fig. · ↗gereift (sein)  geh.
  • (ein) Tummelplatz (für / der)  fig. · (eine) Spielwiese (für)  fig.
Synonymgruppe
(die) Puppen tanzen lassen · ausgelassen feiern · kräftig feiern  ●  (die) Sau rauslassen  ugs. · (sich) austoben  ugs., fig. · (so richtig) einen draufmachen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs. · auf die Pauke hauen  ugs. · die Korken knallen lassen  ugs. · es krachen lassen  ugs. · steil gehen (jugendsprachl.)  ugs.
Assoziationen
  • (sich) gehen lassen  ●  (die) Füße auf den Tisch legen  fig.
  • Alkoholexzess · ↗Gelage · ↗Rauschtrinken · ↗Saufexzess · ↗Trinkgelage · ↗Zecherei · ↗Zechgelage · wüstes Gelage  ●  Binge-Drinking  engl. · (das) Kneipen  fachspr., burschenschaftlich, Jargon · ↗Bacchanal  geh. · ↗Besäufnis  ugs. · ↗Druckbetankung  ugs., fig. · ↗Kampftrinken (neudeutsch)  ugs. · ↗Kneipabend  fachspr., burschenschaftlich, Jargon · ↗Komasaufen  ugs. · ↗Komatrinken (neudeutsch)  ugs. · ↗Konvivium  geh., lat. · ↗Sauferei  ugs. · ↗Saufgelage  ugs., Hauptform · ↗Sauforgie  ugs. · ↗Sturztrunk  geh., veraltet · ↗Symposion (Antike)  geh.
  • ausgelassene Feier · wilde Party  ●  ↗Sause  ugs.
  • (es ist) richtig was los · Stimmung in der Bude · es geht (richtig) zur Sache · hoch hergehen  ●  (die) Puppen tanzen lassen  fig.
  • Feier · ↗Feierlichkeit · ↗Feierstunde · ↗Fest · ↗Festakt
  • (ein) Fest geben · (eine) Feier veranstalten · (eine) Fete machen · (viele) Leute einladen · Party machen · auf eine Fete gehen · ↗feiern
  • da ist mächtig was los · da ist ordentlich was los  ●  (da) ist die Hölle los  ugs. · (es) geht rund  ugs. · da boxt der Papst (im Kettenhemd)  ugs. · da geht die Post ab  ugs. · da geht's (richtig) ab  ugs. · da geht's richtig zur Sache  ugs. · da ist echt was los  ugs. · da steppt der Bär  ugs. · und ab geht die Luzie  ugs.
  • (sich) amüsieren (gehen) · auf Vergnügungstour gehen  ●  (einen) Zug durch die Gemeinde machen  fig. · auf die Piste gehen  fig. · auf Jück gehen  ugs. · auf Trallafitti gehen  ugs., regional · auf den Swutsch gehen  ugs., norddeutsch · auf die Walz gehen  ugs., fig. · op Jöck jonn  ugs., kölsch · um die Häuser ziehen  ugs.
  • Sex and Drugs and Rock'n'Roll  Spruch, engl. · Wein, Weib und Gesang  Spruch
  • (eine) wilde Zeit haben · (sich) austoben  ●  (sich) die Hörner abstoßen  ugs., fig. · über die Schnur hauen  ugs. · über die Stränge schlagen  ugs.
  • (einen) losmachen · (sich) amüsieren gehen · ↗(was) losmachen · ↗ausgehen · feiern gehen · tanzen gehen
  • (etwas) erleben wollen · ↗losziehen · nicht zu Hause (hocken) bleiben · nicht zu Hause versauern  ●  auf die Piste gehen  ugs., fig. · um die Häuser ziehen  ugs.
  • in Partylaune · zum Feiern aufgelegt  ●  es (so richtig) krachen lassen wollen  ugs.
  • die Nacht durchwachen · die Nacht zum Tage machen · ↗durch...  ●  (eine) Nachtschicht einlegen  ugs., fig. · (sich) die Nacht um die Ohren hauen  ugs., salopp · (sich) die Nacht um die Ohren schlagen  ugs. · ↗aufbleiben  ugs. · ↗durchmachen  ugs. · wachbleiben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aggression Designer Fun-Park Halfpipe Herzenslust Hüpfburg Instinkt Kid Kleine Kletterwand Mob Neurose Ressentiment Skater Snowboarder Spielplatz Spielwiese Sprayer Vandale Wehrlos Wut Zerstörungswut hemmungslos richtig toben ungehemmt ungehindert ungeniert ungestraft ungestört

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›austoben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In kleineren Orten wie bei uns konnte er sich dafür um so ungenierter austoben.
Die Welt, 22.01.2005
Hier könnte er sich austoben und einfach ein fröhliches Kind sein.
Bild, 06.07.2002
Als er sich ausgetobt hatte, stieg er vom Bock herunter.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 903
Und daraus beziehen Staatsgewalttäter immer wieder den traurigen Mut, ihre aufgestaute Wut über Störungen der herrschenden Ordnung an Wehrlosen auszutoben.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 168
Zitationshilfe
„austoben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/austoben>, abgerufen am 14.12.2019.

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