Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

austreiben

Grammatik Verb · treibt aus, trieb aus, hat ausgetrieben
Aussprache 
Worttrennung aus-trei-ben
Wortzerlegung aus- treiben
Wortbildung  mit ›austreiben‹ als Binnenglied: Teufelsaustreiber  ·  mit ›austreiben‹ als Grundform: Austrieb
eWDG

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. heraustreiben
a)
Beispiele:
die Hirten treiben das Vieh aus (= treiben es auf die Weide)
Schafe, Kühe austreiben
b)
Chemie etw. aus einer Flüssigkeit durch Erwärmung herausbringen
Beispiele:
Ammoniak austreiben
Kohlensäure durch Abkochen des Wassers austreiben
c)
jmdm. etw. abgewöhnen
Beispiele:
jmdm. die Mucken, Unpünktlichkeit austreiben
dem Kinde den Trotz, Eigensinn austreiben
das Lügen will ich dir schon austreiben
das [den Gespensterglauben] hat mir mein Vater selig mit dem Stock ausgetrieben [ FontanePetöfy110]
d)
Beispiele:
den Teufel durch, mit Beelzebub austreiben (= ein Übel durch ein anderes Übel bekämpfen)
historischden bösen Geist austreiben wollen (= eine Krankheit zu heilen versuchen)
e)
veraltet etw., jmdn. vertreiben
Beispiele:
der Frühling treibt den Winter aus
Andersgläubige wurden aus ihrer Heimat ausgetrieben
Christus, der die Tempelverkäufer austreibt [ O. Ludwig6,10]
2.
grün werden, ausschlagen
Beispiele:
Bäume, Pflanzen treiben aus
die Tannen beginnen auszutreiben
ausgetriebenes Spargelkraut
3.
österreichisch
Beispiel:
den Teig austreiben (= ausrollen, auswalken)

Thesaurus

Synonymgruppe
Triebe ansetzen · Triebe bilden · ausschlagen · austreiben · hervorsprießen · sprießen · treiben
Assoziationen
  • (sich) stark ausbreiten · (sich) stark vermehren · auswuchern · immer neue Triebe bilden · zuwachsen · zuwuchern · zügellos wachsen · überwuchern  ●  wuchern  Hauptform
Synonymgruppe
(jemand) wird (...) noch bereuen · (jemandem etwas) austreiben · (jemandem) wird (...) noch vergehen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) aberziehen · (jemandem etwas) abgewöhnen · (jemandem etwas) austreiben · dafür sorgen, dass jemand etwas (in Zukunft) unterlässt
Assoziationen
  • (jemand) wird (...) noch bereuen · (jemandem etwas) austreiben · (jemandem) wird (...) noch vergehen
  • (jemandem etwas) ausreden · (jemandem) abraten (von) · (jemanden) abbringen (von) · (jemanden) abhalten (von)  ●  (jemandem/jemanden) abreden (von)  selten · (jemanden) dissuadieren (von)  geh., veraltet, sehr selten
Synonymgruppe
(bei jemandem jemanden) vertreiben · (jemandem jemanden) austreiben · (jemanden) exorzieren
Synonymgruppe
austreiben (Schlosserarbeit) · herausschlagen
Synonymgruppe
(Teig) ausrollen  ●  (Teig) austreiben  österr.

Typische Verbindungen zu ›austreiben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›austreiben‹.

Verwendungsbeispiele für ›austreiben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil er dafür regelmäßig eine Fünf in Schreiben bekam, waren wir gezwungen, es ihm auszutreiben. [Die Zeit, 15.04.1999, Nr. 16]
Nicht das Gebiet trat er ab, sondern die Deutschen treibt er jetzt aus! [Archiv der Gegenwart, 2001 [1938]]
Nur wenn sie senkrecht in der Erde stecken bleiben, treiben sie aus. [Die Zeit, 28.10.2013, Nr. 43]
Den amerikanischen Regisseuren hat man inzwischen ausgetrieben, eine persönliche Arbeit zu leisten. [Die Zeit, 08.10.1982, Nr. 41]
Es wird Zeit, daß morgen wieder mit dem Heizen angefangen wird, die Feuchtigkeit aus dem Haus und aus dem Brot auszutreiben. [Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 140]
Zitationshilfe
„austreiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/austreiben>.

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