ausweinen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-wei-nen
Wortzerlegungaus-weinen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich ausweinensich durch vieles Weinen Erleichterung verschaffen
Beispiele:
sie hat sich an seiner Brust, in der Stille ausgeweint
sie hat sich [Dativ] die Augen ausgeweint (= sie hat sehr viel geweint)
Als Otto ... so einsam von dem Gebirge der Einsiedler hinabstieg, weinte er sich recht von Herzensgrunde aus [Eichendorff4,177]
gehoben einen Schmerz durch Weinen lindern
Beispiele:
sein Leid, seinen Kummer ausweinen
ihr Elend am Halse des einzigen auszuweinen, der ihr zu Trost und Hilfe verpflichtet war [H. KurzSonnenwirt253]
2.
zu Ende weinen
Beispiele:
sie hatte ausgeweint
jmdn. ausweinen lassen
Weine aus. Ich setze mich solang', bis du fertig bist [GrabbeHermannsschlachtI 4]

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) ausweinen (bei jemandem)  auch figurativ · (sich) ausheulen (bei jemandem)  ugs., auch figurativ
Assoziationen
  • (jemandem etwas) vorweinen  ●  ↗(jemandem etwas) vorjammern  abwertend · ↗(jemandem etwas) vorheulen  ugs.
  • Traurigkeit heucheln  ●  (den) Traurigen mimen  ugs. · (sich) ein paar Tränchen verdrücken  ugs. · Krokodilstränen vergießen  ugs., Hauptform · Krokodilstränen weinen  ugs. · auf traurig machen  ugs.
  • (jemandem) sein Herz ausschütten · (jemandem) sein Leid klagen · (jemanden) behelligen mit  ●  (seine Sorgen) abladen bei  fig., variabel · (sich) ausweinen bei  auch figurativ · (jemandem) die Ohren volljammern  ugs. · (seinen Frust) rauslassen bei  ugs., variabel · ↗(sich) auskotzen  derb, fig.
  • (jemandem) sein Herz ausschütten · (jemanden) brauchen, dem man etwas erzählen kann  ●  (sich) etwas von der Seele reden  Hauptform · (etwas) loswerden (wollen)  ugs., fig.
  • Tränen vergießen · ↗jammern · ↗schluchzen · ↗schreien (Baby) · weinen (vor) · ↗wimmern  ●  weinen (über)  Hauptform · (sich) ein Tränchen verdrücken  ugs. · ↗barmen  geh., poetisch · ↗bläken  ugs., abwertend, regional · das heulende Elend haben  ugs. · ↗flennen  ugs., regional · ↗greinen  ugs. · ↗heulen  ugs. · leise weinend (in der Ecke)  ugs., floskelhaft · ↗plieren  ugs. · ↗plinsen  ugs., norddeutsch · ↗plärren  ugs., abwertend, regional
  • (sich) in den Schlaf weinen · (sich) müde weinen

Typische Verbindungen zu ›ausweinen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auge Brust Busen Mutter Schulter weinen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausweinen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausweinen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich trauere dem Ereignis nach, ich weine mich über dieser Szene aus.
Die Welt, 09.09.2005
Wenige Tage später weinte sie sich bei ihrem Vater aus.
Bild, 21.09.2002
Ich möchte so gern bei Dir sein und mich mal so richtig ausweinen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 28.09.1938, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Wenn ich so traurig war, wie eben jetzt, dann wollte ich so gern mich ausweinen, aber das durfte niemand sehen.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 21616
Marie weint sich die Augen aus - er segelt rasch dahin.
Tucholsky, Kurt: Mal singen, Leute -! In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1924], S. 21921
Zitationshilfe
„ausweinen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausweinen>, abgerufen am 26.01.2020.

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