auszahlen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-zah-len (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-zahlen
Wortbildung mit ›auszahlen‹ als Erstglied: ↗Auszahlung · ↗auszahlbar
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
an jmdn. das ihm Zustehende zahlen
a)
jmdm. etw. auszahlen
Beispiele:
den Arbeitern den Lohn, den Angestellten das Gehalt, den Soldaten den Sold, den Studenten das Stipendium auszahlen
jmdm. sein Erbteil, seinen Anteil auszahlen
den Lotteriegewinn, die Rückvergütung, die Rente, Versicherungssumme, Zinsen auszahlen
sich [Dativ] den Betrag, das Geld auf der Bank, an der Kasse bar auszahlen lassen
umgangssprachlich etw. ausgezahlt bekommen
Bankwesen einen Scheck auszahlen (= die auf einem Scheck angegebene Summe in bar an jmdn. zahlen)
seinen Tagesverdienst, den er sich in Naturalien auszahlen ließ, hatte er großzügig auf den Tisch gelegt [BöllHaus94]
b)
jmdn. auszahlenjmdm. Geld zahlen, sodass kein Anspruch mehr besteht
Beispiele:
den Teilhaber an einem Geschäft auszahlen
einen Erben auszahlen
einen Arbeiter auszahlen und entlassen
2.
landschaftlich, umgangssprachlich sich auszahlensich bezahlt machen, sich lohnen
Beispiele:
die Sache zahlt sich nicht aus
die Investitionen, Anstrengungen, Sparmaßnahmen zahlen sich (nicht) aus
der Bau des neuen Hafens wird sich (wirtschaftlich) bald auszahlen
dass wir rechtzeitig gute Nachwuchskräfte herangebildet haben, zahlt sich jetzt aus
Und an diesem Tag zahlt die Güte sich aus / Und die Schlechtigkeit kostet den Hals [BrechtGuter Mensch6]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zahl · zahlen · Zahlung · abzahlen · anzahlen · auszahlen · einzahlen · bezahlen · zahlbar · Anzahl · Zahlwort
Zahl f. ‘der Mengenbestimmung dienende, durch Zählen gewonnene Größe, Ziffer, Zahlzeichen, Anzahl, Menge, Numerus’, ahd. zala (8. Jh.), mhd. zal(e) ‘Zahl, Anzahl, Aufzählung, Erzählung, Rede’, asächs. tala, mnd. tal ‘Zahl, Anzahl, Zählung, Rechnung’, tāle ‘Sprache, Rede, Darlegung’, mnl. tāle ‘Erzählung, Rede, Sprache’, nl. taal ‘Rede, Sprache’, aengl. talu ‘Erzählung, Rede, Vortrag vor Gericht, Berechnung, Reihe’, engl. tale ‘Erzählung, Märchen, Sage’, anord. tala ‘Zahl, Zählung, Rechnung, Rede’ (germ. *talō), daneben die Neutra asächs. tal ‘Zahl, Reihe’, aengl. tæl ‘Zahl’, anord. tal ‘Zahl, Berechnung, Unterredung’, schwed. tal ‘Zahl, Rede’ (germ. *tala-); vgl. auch verwandtes got. talzjan ‘lehren’. Herkunft ungeklärt. Man nimmt Verwandtschaft mit griech. dólos (δόλος) ‘Köder, Lockmittel, Trug, List’, lat. dolus ‘List, Täuschung, Betrug’ an, wozu sich dehnstufig ahd. zāla ‘Not, Bedrängnis, Gefahr’ (8. Jh.), aengl. tǣl ‘Tadel, Spott’, anord. tāl ‘List, Betrug’ stellen würden, so daß von einer Wurzel ie. *del- ‘zielen, berechnen, nachstellen, listig schädigen, zählen, erzählen’ ausgegangen werden könnte. Andere halten Verwandtschaft mit der unter ↗Zoll (s. d.) behandelten Wortgruppe für möglich, knüpfen also an die Wurzel ie. *del(ə)- ‘spalten, schnitzen, kunstvoll behauen’ an. Die Bedeutungen ‘Zahl, das Zählen’ und ‘Aufzählung, Erzählung, Rede, Sprache’ hätten sich dann in vorliterarischer Zeit aus ‘eingekerbtes Merkzeichen’ entwickelt. zahlen Vb. ‘bezahlen, eine Schuld tilgen, vergüten’, ahd. zalōn ‘zählen, berechnen, überdenken’ (um 1000), mhd. zalen, zaln ‘zählen, berechnen, aufzählen, berichten, erzählen’, asächs. talon ‘berechnen’, mnd. mnl. tālen ‘zählen, erzählen, bezahlen’, aengl. talian ‘zählen, rechnen, bedenken, schätzen, achten, erzählen, zuschreiben’, anord. tala ‘reden, sprechen’; vom Substantiv abgeleitet. Zahlung f. ‘das Zahlen, gezahlter Betrag’ (15. Jh.). abzahlen Vb. ‘eine Schuld (allmählich in Raten) abtragen’, mhd. abezal(e)n. anzahlen Vb. ‘einen Teilbetrag zahlen’, spätmhd. anzalen. auszahlen Vb. ‘eine bestimmte Menge Bargeld geben, entlohnen’ (15. Jh.). einzahlen Vb. ‘in eine Kasse, in ein Guthaben zahlen, zur Weiterbeförderung einliefern’ (19. Jh.). bezahlen Vb. ‘den Gegenwert aufbringen, Geld aushändigen, begleichen, aufkommen für, die Folgen tragen’, mhd. bezaln ‘überzählen, berechnen, erkaufen, erwerben, bezahlen’. zahlbar Adj. ‘fällig, zu zahlen’ (18. Jh.). Anzahl f. ‘gewisse Menge, bestimmte Stückzahl’, spätmhd. anzal ‘der dem einzelnen zufallende Teil, Verhältnis’. Zahlwort n. Übersetzung (Anfang 17. Jh.) von ↗Numerale (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(es) zeigen sich Erfolge · (sich) auszahlen · (sich) bezahlt machen · ↗(sich) rechnen · ↗(sich) rentieren · ↗lohnenswert (sein)  ●  ↗(sich) lohnen  Hauptform · Früchte tragen  ugs.
Assoziationen
  • wieder eingebracht werden · wieder eingefahren werden (Investitionskosten) · wieder eingespielt werden · wieder hereingeholt werden · wieder hereinkommen  ●  ↗(sich) amortisieren  geh., Hauptform · ↗(sich) rechnen  ugs. · wieder reinkommen  ugs.
  • Ausbeute · ↗Erlös · ↗Ertrag · ↗Gewinn · ↗Gewinnmarge · ↗Gewinnspanne · ↗Marge · ↗Profit · ↗Rendite · ↗Verdienstspanne · ↗Überschuss  ●  schwarze Zahlen  fig.
  • (einen) Nutzen (er)bringen · Nutzen abwerfen · Sinn haben  ●  (etwas) haben von  ugs. · ↗(etwas) herumkommen (bei)  ugs. · Früchte tragen  geh. · etwas bringen  ugs.
  • (eine) gute Hilfe sein · hilfreich sein · nützlich sein · von Nutzen sein · ↗weiterhelfen  ●  ↗(es) bringen  ugs. · ↗(etwas) bringen  ugs.
  • (eine) Win-win-Situation (sein) · ↗klüngeln · man hilft sich gegenseitig zu beiderseitigem Vorteil  ●  manus manum lavat  lat. · eine Hand wäscht die andere  ugs., fig. · unter einer Decke stecken  ugs., fig.
  • (ein) einträgliches Geschäft sein · (ein) goldenes Geschäft sein · (ein) gutes Geschäft sein · (sich) (in Euro und Cent) auszahlen · (sich) in barer Münze auszahlen · (sich) in klingender Münze auszahlen · ↗(sich) lohnen · ↗(sich) rentieren · Ertrag abwerfen · Gewinn (oder: etwas) herausspringen (bei etwas) · Gewinn abwerfen · ertragreich sein · finanziell vorteilhaft sein · finanzielle Vorteile bringen · lohnend sein  ●  (die) Kasse klingeln lassen  fig. · (sich) in Mark und Pfennig auszahlen  veraltet · (et)was herumkommen (bei)  ugs. · jemandem etwas eintragen  geh.
Synonymgruppe
ausschütten · auszahlen
Synonymgruppe
(ein) einträgliches Geschäft sein · (ein) goldenes Geschäft sein · (ein) gutes Geschäft sein · (sich) (in Euro und Cent) auszahlen · (sich) in barer Münze auszahlen · (sich) in klingender Münze auszahlen · ↗(sich) lohnen · ↗(sich) rentieren · Ertrag abwerfen · Gewinn (oder: etwas) herausspringen (bei etwas) · Gewinn abwerfen · ertragreich sein · finanziell vorteilhaft sein · finanzielle Vorteile bringen · lohnend sein  ●  (die) Kasse klingeln lassen  fig. · (sich) in Mark und Pfennig auszahlen  veraltet · (et)was herumkommen (bei)  ugs. · jemandem etwas eintragen  geh.
Assoziationen
  • (seinen) Schnitt machen (mit) · Geld verdienen (an) · Gewinn erzielen · Gewinn herausschlagen · Gewinn machen
  • schnell (viel) Geld verdienen · schnelles Geld machen  ●  (den / einen großen / seinen / ordentlich ...) Reibach machen  ugs. · (die) schnelle Mark machen  ugs. · (eine) schnelle Mark machen  ugs. · (einen) schnellen Euro machen  ugs. · ↗(kräftig) abräumen  ugs.
  • Geldmacherei  abwertend · ↗Geschäftemacherei  abwertend · Gewinnmacherei  abwertend · Profitmacherei  abwertend
  • (es) zeigen sich Erfolge · (sich) auszahlen · (sich) bezahlt machen · ↗(sich) rechnen · ↗(sich) rentieren · ↗lohnenswert (sein)  ●  ↗(sich) lohnen  Hauptform · Früchte tragen  ugs.
  • (der) Nutznießer sein · (einen) Vorteil ziehen (aus) · ↗(sich) lohnen (für) · ↗profitieren (von)  ●  ↗(etwas) haben (von)  ugs.
Synonymgruppe
(Lohn) ausbezahlen · (Lohn) auszahlen · ↗abgelten · ↗besolden · ↗bezahlen · ↗entgelten · ↗entlohnen · ↗entschädigen · ↗löhnen · ↗vergelten · ↗vergüten  ●  ↗entlöhnen  schweiz.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktionär Arbeitgeberanteil Arbeitgeberbeitrag Arbeitslosengeld Bar Betrag Bonus Darlehen Dividende Entschädigung Geduld Gehalt Geld Hartnäckigkeit Investition Kindergeld Lebensversicherung Lohn Münze Prämie Rate Rente Sozialhilfe Strategie Summe Tranche Versicherungssumme Weihnachtsgeld langfristig zahlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auszahlen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lediglich in zwei der letzten acht Jahre zahlte sich die Methode aus.
Die Welt, 04.01.2005
Bei der WM 2004 zahlt sich das alles noch nicht aus.
Der Tagesspiegel, 23.03.2004
Wenn wir den zweiten Fall gleich anschließen würden, bekäme ich ab Weihnachten ungefähr 200 Mark ausgezahlt.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 11.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Die Schäden, die Sie an die Juden auszuzahlen hätten, müssen Sie auch auszahlen, aber nicht an den Juden, sondern an den Finanzminister.
o. A.: Sechsundachtzigster Tag. Mittwoch, 20. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 15689
Das zahlt sich nun erst recht als eine Hoffnung aus, durch politische Entscheidung die Berge zu versetzen.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 21
Zitationshilfe
„auszahlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auszahlen>, abgerufen am 16.10.2018.

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