auszehren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-zeh-ren (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-zehren
Wortbildung mit ›auszehren‹ als Erstglied: ↗Auszehrung
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben jmdn. innerlich verbrauchen, ausmergeln
Beispiel:
früher zehrte die schwere Arbeit auf dem Felde den Menschen aus
oft im Part. Prät.
Beispiel:
eine ausgezehrte Gestalt, Frau
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zehren · verzehren · Verzehr · Zehrung · Wegzehrung · auszehren · Auszehrung
zehren Vb. ‘von etw. leben, sich von etw. ernähren, die (körperlichen) Kräfte verbrauchen, schwächen’. Das nur im Dt. und Nl. begegnende Verb mhd. zer(e)n ‘für die Ernährung Aufwand treiben, leben, essen, sich nähren von, verbrauchen’, auch ‘zerreißen, vernichten’ (s. das nachfolgend genannte starke Verb), asächs. terian ‘verzehren’, mnd. mnl. tēren ‘(ver)zehren’, nl. teren ‘zehren, sich ernähren’ gehört als jüngere (kausative?) j-Bildung (germ. *tarjan) zu dem in mhd. Zeit untergegangenen starken Verb ahd. zeran ‘streiten’ (8. Jh.), ‘einen Kampf beenden’ (um 1000), mhd. zerzern ‘zerreißen’, aengl. teran, engl. to tear, got. distaíran ‘zerreißen’, gataíran ‘zerreißen, zerstören’ (germ. *teran). Außergerm. sind verwandt aind. (mit Nasalpräsens) dṛṇā́ti ‘birst, macht bersten, sprengt, zerreißt’, griech. dérein (δέρειν) ‘abhäuten, schinden, mißhandeln, prügeln’, kymr. darn ‘Stück, Teil’, lit. dir̃ti ‘(zer)reißen, prügeln, schinden, die Haut abziehen’, aslaw. dьrati ‘schinden, reißen, schlagen’, russ. drat’ (драть) ‘reißen, zerren, laufen, flüchten’. Alle Formen lassen sich auf die Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’ zurückführen (s. auch ↗zerren sowie ↗Torf, ↗trennen, ↗Troddel, ↗Trotz, ↗Zorn). Als Ausgangsbedeutung für zehren ist ‘(Fleisch) beim Essen zerreißen’ anzunehmen. verzehren Vb. ‘essen (und trinken), bis nichts mehr übrig ist, aufbrauchen’, reflexiv ‘sich abhärmen’, mhd. verzer(e)n; dazu die Rückbildung Verzehr m. (18. Jh.), vgl. älteres Zehr m. ‘Mahlzeit, Gelage, Essen und Trinken’ (um 1600) und Zehre f. (bis 17. Jh.), mhd. zer(e) f. Zehrung f. ‘was man verzehrt oder zum Unterhalt braucht’, mhd. zerunge; Wegzehrung f. (16. Jh.). auszehren Vb. ‘körperlich sehr schwächen, entkräften’, älter auch ‘verzehren, alles aufessen, aufbrauchen, aufhören zu verzehren’ (15. Jh.); Auszehrung f. ‘krankhafte Abmagerung, Schwindsucht’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abmagern · ↗abzehren · ↗ausmergeln · auszehren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Krankheit Körper Substanz zehren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auszehren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dann waren da noch 28 Kühe, ausgezehrt, spitze Knochen unter zotteligem Fell.
Die Zeit, 29.12.2008 (online)
Die Tempi werden immer langsamer, der musikalische Satz zehrt sich radikal aus und die Bewegungen ergießen sich in immer stillere Flächen.
Der Tagesspiegel, 19.07.2003
Ich fühlte mich ausgezehrt und legte mich unter einen Baum.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 88
Die Zeit, in die Holt hineingeworfen war ohne sein Zutun, diese verfluchte Zeit, sie hatte ihn verbraucht, hatte ihn ausgehöhlt, ausgezehrt.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 609
Die Geize zehren den Stock aus und müssen als schmarotzende Organe betrachtet werden.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 248
Zitationshilfe
„auszehren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auszehren>, abgerufen am 26.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
auszanken
Auszahlungsschalter
Auszahlungsquittung
Auszahlungskasse
Auszahlungsabschnitt
Auszehrung
auszeichnen
Auszeichnung
Auszeichnungspflicht
Auszeichnungsschrift