autonom

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungau-to-nom (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›autonom‹ als Erstglied: ↗autonomisieren  ·  mit ›autonom‹ als Grundform: ↗Autonome
eWDG, 1967

Bedeutung

verwaltungsmäßig selbstständig, unabhängig
Beispiele:
diese Institution besitzt eine autonome Stellung
die Bildung autonomer Staaten aus ehemaligen Kolonien
die Politik eines autonomen Landes
eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik
autonom sein, handeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Autonomie · autonom
Autonomie f. ‘das Recht, die Möglichkeit, (innerhalb eines Staatsverbandes) nach eigenen Gesetzen zu leben, (politische) Selbstverwaltung, Selbständigkeit’, entlehnt (2. Hälfte 18. Jh.) aus gleichbed. griech. autonomía (αὐτονομία); in latinisierter und flektierter Form begegnet Autonomia(m) allerdings schon Ende des 16. Jhs. im Dt. Griech. autonomía ist abgeleitet von griech. autónomos (αὐτόνομος) ‘unabhängig, besonders politisch selbständig’, einem mit griech. autós (αὐτός) ‘selbst, eigen’ (s. ↗auto-) gebildeten Possessivkompositum zu griech. nómos (νόμος) ‘Brauch, Sitte, Ordnung, Gesetz’, also wörtlich ‘eigenes Gesetz habend’. autonom Adj. ‘verwaltungsmäßig selbständig, unabhängig’ wird erst in der Mitte des 19. Jhs. aus dem Griech. entlehnt; älter, aber im wesentlichen auf die 1. Hälfte des 19. Jhs. beschränkt, ist autonomisch.

Thesaurus

Synonymgruppe
auf eigene Verantwortung · auf eigenes Risiko · ↗autark · autonom · ↗eigenständig · ↗eigenverantwortlich · im eigenen Namen · in Eigenregie · in eigener Regie · ↗selbstbestimmt · ↗selbstständig · ↗selbständig · ↗unabhängig  ●  auf die eigene Kappe  ugs. · auf eigene Faust  ugs. · auf eigene Rechnung  ugs.
Assoziationen
  • (ganz) alleine · ↗einzeln · für sich · im Alleingang · ohne fremde Hilfe · ↗selber · ↗solo
  • allein(e) · ↗eigenhändig · mit eigenen Augen · ↗selbständig  ●  ↗selbst  Hauptform · ↗selber  ugs.
  • eigenmächtig · ↗eigenverantwortlich · ↗eigenwillig · nach (seinen) eigenen Regeln · nach eigenem Ermessen · nach eigenem Gutdünken · ohne (erst) um Erlaubnis zu bitten · ohne (erst) um Erlaubnis zu fragen · ohne Genehmigung · ↗unbefugt(erweise) · unerlaubterweise  ●  auf eigene Faust  ugs.
  • (ganz) auf sich gestellt · (sich) selbst überlassen · ↗(völlig) allein · (völlig) isoliert · allein auf weiter Flur · allein gelassen · auf sich (allein) gestellt · einsam und allein · ganz allein · ↗mutterseelenallein · niemand kümmert sich um · sehr allein · von Gott und allen guten Geistern verlassen
  • autonom (sein) · sich selbst genug (sein)  ●  keinen anderen brauchen  variabel · nicht auf andere angewiesen  variabel · (gut) alleine klarkommen  ugs.
Synonymgruppe
autonom (sein) · sich selbst genug (sein)  ●  keinen anderen brauchen  variabel · nicht auf andere angewiesen  variabel · (gut) alleine klarkommen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sein) eigenes Programm verfolgen · autonom (sein) · in keine Schublade passen · keiner (bekannten) Gruppierung zuzurechnen
Assoziationen
  • Wirrkopf  Hauptform, abwertend · ↗Chaot  ugs., abwertend · Konfusling  ugs., selten · ↗Krauskopf  geh., fig. · ↗Spinner  ugs., abwertend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baskenland Fahren Frauenbewegung Frauenhaus Frauenzentrum Gaza-Streifen Gebiet Individuum Jugendzentrum Kunstwerk Kurdengebiet Kurdenregion Körperschaft Nachvollzug Nationalist Nervensystem Palästinenser-Gebiet Palästinensergebiet Palästinenserstadt Provinz Region Republik Roboter Sowjetrepublik Status Subjekt Szene agierend ehemals verwaltet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›autonom‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aufgerufen hatten zu der Demo mehrere Gruppen der autonomen Szene.
Der Tagesspiegel, 07.09.2003
Wie autonom ist die Entscheidung, sich mit einem Klang, einer Form, einem Titel zu beschäftigen?
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2002
Demonstrativen ist aber der Charakter der Bilder als autonomer genauso wichtig.
o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 18638
Auch in der Sprache weiß die autonome Dichtung sich eng auf die religiöse Wirklichkeit bezogen, so wie sie sich durch Sprache vermittelt hat.
Mann, O.: Dichtung und Religion. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 21688
Der Begriff der »Stadt« als eines Trägers autonomer Rechte fehlte in Japan völlig.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. II, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 288
Zitationshilfe
„autonom“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/autonom>, abgerufen am 25.04.2019.

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