autoritativ

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungau-to-ri-ta-tiv (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

sich auf Autorität stützend, maßgebend
Beispiele:
eine Erklärung von autoritativer Seite, Stelle
ein autoritatives Organ zur Wahrung der Ordnung
autoritative Maßnahmen treffen
Dennoch hatte der Name [des Arztes] noch einen autoritativen Klang für ihn [G. Hauptm.2,38]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Autorität · autoritätisch · autoritär · autoritativ
Autorität f. ‘auf einer besonderen Stellung, auf überlegenen Fähigkeiten, Kenntnissen beruhendes Ansehen, das seinem Träger einen bestimmenden Einfluß auf andere sichert; maßgebende Persönlichkeit, Institution, die ein solches Ansehen genießt’. Das Wort geht auf gleichbed. lat. auctōritās (Genitiv auctōritātis) zurück, eine Bildung zu lat. auctor (s. ↗Autor). Über lat. auctōritās und sein Verhältnis zu lat. auctor vgl. Heinze in: Hermes 60 (1925) 348 ff. Die Verbindung -ct- ist vlat. stets zu -t(t)-, mlat. häufig zu -t(t)- oder -th- vereinfacht worden; die so entstandenen Formen lat. autōritās, authōritās werden in die modernen europ. Sprachen entlehnt. Als Abstraktum ist im Dt. autoritet, authoritet seit dem Beginn des 14. Jhs. bezeugt, häufiger aber erst nach 1500. Bis zum Anfang des 20. Jhs. findet sich wiederholt die gelehrte Anknüpfung an die klassische lat. Lautgestalt: auctoritet, Auctorität, Auktorität. Neben dem Substantiv steht lange Zeit das Adjektiv autoritätisch (16. bis 18. Jh.); die heute geläufigen Adjektivbildungen erscheinen erst in der 2. Hälfte des 19. Jhs.: autoritär ‘seine Autorität einseitig ausnutzend, keine abweichende Meinung duldend’, wohl nach dem Vorbild von frz. autoritaire (gleichfalls erst seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. belegt), dazu in den 60er Jahren des 20. Jhs. antiautoritär; autoritativ ‘Autorität besitzend, auf Autorität pochend, maßgebend’, nach mlat. auctoritativus; ein früher adverbieller Gebrauch bei Leibniz (1704), allerdings mit lat. Endung (autoritative).

Thesaurus

Synonymgruppe
amtlich · autoritativ · ↗maßgebend
Synonymgruppe
autorisierend · autoritativ · ermächtigend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Charakter Darstellung Geltung Interpretation Persönlichkeit Quelle Schrift Stellung Text Wörterbuch Äußerung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›autoritativ‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dazu zog er jeweils auch die entsprechenden Texte der autoritativen Schriften des Islams heran.
Heine, Peter: Reformismus. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 6336
So autoritativ, so gebieterisch hatte seine Mutter freilich noch nie zu ihm gesprochen.
konkret, 1990
Diejenigen, die sie autoritativ »in Kontrolle« hat, kontrollieren sie auch ihrerseits.
Thielicke, H.: Autorität. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 22968
Die Form freilich, in der diese autoritative Entscheidung gegeben wird, ist sehr verschiedenartig.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 18869
Ich korrigiere hier falsche Deutungen, aber ich maße mir nicht an, die gestellte Frage autoritativ zu beantworten.
Süddeutsche Zeitung, 24.12.2001
Zitationshilfe
„autoritativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/autoritativ>, abgerufen am 21.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Autorität
Autoritarismus
autoritär
Autorisierung
autorisieren
Autoritätsanspruch
Autoritätsglaube
Autoritätsglauben
autoritätsgläubig
Autoritätsgläubigkeit