böse

GrammatikAdjektiv
Nebenform bös · Adjektiv
Worttrennungbö-se ● bös (computergeneriert)
Wortbildung mit ›böse‹ als Erstglied: ↗Bösewicht · ↗boshaft · ↗bösartig · ↗böswillig
 ·  mit ›böse‹ als Letztglied: ↗bitterböse · ↗erzböse · ↗grundböse · ↗todböse
 ·  formal verwandt mit: ↗erbosen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
schlimm, schlecht
Gegenwort zu gut
a)
sittlich schlecht, seine Mitmenschen schädigend
Beispiele:
eine böse Tat
ein böser Mensch
er war in böser Gesellschaft geraten
das Böse auf der Welt
er hat ihr viel Böses angetan
Böses mit Gutem vergelten
der Böse, der böse Feind (= Teufel)
er hatte ein böses Gewissen (= er wusste, dass er etwas Böses getan hatte)
gehoben auf bösen Pfaden wandeln
ein böser Leumund
in bösem Rufe stehen
jmdn. in bösen Ruf bringen
ein böses Beispiel sein, geben
sprichwörtlich böse Menschen haben keine Lieder
sprichwörtlich wenn dich die bösen Buben locken, so folge ihnen nicht
sprichwörtlich böse Beispiele verderben gute Sitten
Das eben ist der Fluch der bösen Tat, / Daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären [SchillerPiccolominiV 1]
Jenseits von Gut und Böse [NietzscheJenseitsTitel]
sprichwörtlich Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, / Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt [SchillerTellIV 3]
b)
Übles verursachend, Unheil bringend
Beispiele:
eine böse Zunge
der böse Blick
es kommen böse Zeiten
das waren böse Jahre
etw. nimmt ein böses Ende
etw. in böser Absicht, aus bösem Willen tun
die böse Sieben
sie war sein böser Engel
es wird wohl böse kommen, verlaufen, ausgehen
es sieht böse aus
c)
widerwärtig, unschön
Beispiele:
ein böses Wetter heute!
das war ein böser Weg für den Wagen
böser Boden
d)
krank, entzündet
Beispiele:
ein böser Finger, Zahn
böse Augen
eine böse (= gefährliche) Geschwulst
2.
aufgebracht, wütend
Beispiele:
er wird immer leicht, gleich böse
mache mich nicht ernstlich böse!
das Ereignis hat viel böses Blut gemacht (= hat viel Unwillen erregt)
verstimmt, verärgert
Beispiele:
jmdm., auf jmdn., mit jmdm. böse sein
ich bin dir böse
ich bin böse auf dich, mit dir
sei mir nicht mehr böse deswegen
ich habe nie ein böses Wort von ihm gehört
3.
umgangssprachlich dient als Verstärkung
groß
Beispiele:
jmdn. in böse Verlegenheit bringen
in böse Bedrängnis sein
er hat einen bösen Schrecken bekommen
es gab eine böse Aufregung
adverbiell
sehr
Beispiele:
die Krankheit hat ihn böse mitgenommen
der Mantel hat schon böse gelitten
jmdm. böse mitspielen
ich war böse erschrocken
sie hat ihre Familie böse blamiert
er hat sich böse geirrt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

böse · erbosen · boshaft · Bosheit
böse Adj. ‘schlecht, schlimm, schädlich’, ahd. bōsi (10. Jh.), mhd. bōse, bœse ‘übel, gering, nichtig, wertlos, schwach’, asächs. bōsi, mnd. bȫs(e), mnl. nl. boos. Entsprechungen in den übrigen germ. Sprachen fehlen, so daß eine sichere Herleitung erschwert wird. Als lautlich verwandt kann engl. to boast ‘prahlen’, norw. baus ‘heftig, stolz, übermütig’ (wenn ursprünglich ‘aufgeblasen’) angesehen werden; böse würde sich dann einer s-Erweiterung (wie auch ↗Busen, ↗pusten, s. d.) der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ (wozu auch ↗Beule, ↗Beutel, s. d.) anschließen. Eine solche Verbindung ist aber bei der dabei vorauszusetzenden Bedeutungsentwicklung von ‘aufgeblasen’ zu ‘gering, wertlos’ wenig befriedigend. erbosen Vb. ‘erzürnen’, mhd. erbōsen ‘schlechter werden’; vgl. mhd. bōsen, bœsen ‘schlecht werden, Böses tun’. boshaft Adj. ‘hinterlistig, schlecht’ (16. Jh.), älter boshaftig (15. Jh.). Bosheit f. ‘Hinterlist, Schlechtigkeit’, ahd. (9. Jh.), mhd. bōsheit ‘Wertlosigkeit, Nichtigkeit, Schlechtigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
aggressiv · ↗boshaft · ↗bösartig · böse · ↗gallig · ↗gehässig · ↗gemein · ↗zynisch · ↗ätzend  ●  ↗giftig  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
arglistig · ↗boshaft · ↗bösartig · böse · ↗fies · ↗garstig · ↗gehässig · ↗gemein · ↗hinterfotzig · ↗hundsgemein · ↗niederträchtig · ↗perfid · ↗perfide · ↗ruchlos · ↗schuftig · ↗schurkisch · ↗schäbig · ↗schädlich · ↗tückisch · ↗verabscheuenswert · ↗verabscheuungswürdig · ↗verwerflich  ●  hundig  österr. · ↗verrucht  veraltend · ↗infam  geh. · ↗mies  ugs. · ↗schofel  ugs. · ↗übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
unartig · ↗ungehorsam · ↗ungezogen  ●  böse  Kindersprache
Antonyme
  • böse  Kindersprache
Synonymgruppe
böse · ↗finster · ↗sinister · ↗unheilvoll
Synonymgruppe
(einen) Hass haben auf · ↗aggressiv · ↗aufgebracht · empört · erbost · in Rage · ↗wütend · ↗zornig  ●  (jemandem) gram sein  veraltet · böse  Kindersprache · angepisst  derb · einen Hals haben  ugs. · eingeschnappt  ugs. · erzürnt  geh. · ↗fuchtig  ugs. · ↗geladen  ugs. · in Brast  ugs., regional · in heiligem Zorn  ugs. · ↗indigniert  geh. · ↗pissig  derb · sickig  ugs. · so eine Krawatte haben (+ Geste)  ugs. · so einen Hals haben (+ Geste)  ugs. · ↗stinkig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
bösartig · böse · ↗böswillig · ↗gemein · ↗schlecht · ↗übel  ●  ↗fies  rheinisch · ↗sauber  ironisch
Synonymgruppe
besessen · böse · ↗dämonisch · ↗teuflisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absicht Ahnung Blick Blut Bube Dämon Erwachen Fee Fluch Foul Geist Geistern Gerücht Hexe Omen Onkel Scherz Stiefmutter Streich Traum Vorahnung Wille Witz Wolf Wort Zauber Zauberer Zunge bös Überraschung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bös‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das klingt, als sei man gar nicht allzu böse über solch eine Form des Vergnügens.
Die Zeit, 10.10.2012, Nr. 41
Auch wenn eine Scheidung noch so schmerzvoll ist, sollte man einander nicht böse sein.
Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 28
Böses Blut könnte es geben, wenn mit dem Abschlachten weiterhin so hemmungslos fortgefahren wird; mit solchen Verfahrensweisen schade das Regime am Ende bloß sich selbst.
o. A.: DIE NATION - PROJEKT UND idEAL EINER SOUVERÄNITÄT VON FREMDEN GNADEN. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1983]
Aber schweigend ging es doch auch, wozu mußte man das böse Wort gebrauchen?
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 29.09.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16559
Ärgernis kann durch mancherlei kommen, bei einem bösen Nachbar durch alles.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 6599
Zitationshilfe
„böse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/böse>, abgerufen am 20.03.2019.

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