böses Erwachen

Grammatik Mehrwortausdruck
Bestandteile böseErwachen
Rechtschreibregeln § 63 (1.2)
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

jähes Erkennen eines wahren, unangenehmen Sachverhalts (über den man sich hinweggetäuscht hatte oder hinweggetäuscht wurde)
Kollokationen:
als Aktiv-/Passivsubjekt: ein böses Erwachen droht, kommt, folgt
als Akkusativobjekt: ein böses Erwachen erleben; es, das gibt ein böses Erwachen
Beispiele:
Günstige Preise [der Fitness-Studios] locken, da binden sich viele Einsteiger gleich für zwei Jahre. Spätestens im Sommer, wenn der Ehrgeiz schwindet, die Monatsbeiträge von 50 Euro und mehr aber weiterlaufen, gibt es ein böses Erwachen: Der Vertrag lässt keine vorzeitige Kündigung zu. [Süddeutsche Zeitung, 01.02.2017]
Viele Kunden erleben ein böses Erwachen, wenn sie ihre Lebensversicherung ausbezahlt bekommen. Oft erhalten sie weniger Geld zurück, als sie eingezahlt haben. [Welt am Sonntag, 11.10.2015, Nr. 41]
[…] Immer mehr Urlauber packen neben Sonnencreme und Badehose auch das Handy mit in den Koffer. […] Einfach das Handy anschalten und schon kann den zu Hause gebliebenen vom Wetter, dem fantastischen Sandstrand und dem reichhaltigen Frühstücksbuffet vorgeschwärmt werden. Das böse Erwachen kommt jedoch postwendend nach dem Urlaub in Form einer oft dreistelligen Handyrechnung. Denn die Telefonate nach Deutschland gehen ins Geld. [Die Welt, 14.06.2004]
Ein böses Erwachen gab es Dienstag für die Bewohner der englischen Ortschaft Heanor […]: Ihre Häuser versinken langsam. Der Grund dafür soll der Bergbau in dieser Gegend sein. [Berliner Zeitung, 06.02.1958]
Zitationshilfe
„böses Erwachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/b%C3%B6ses%20Erwachen>, abgerufen am 06.06.2020.

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