bücken

GrammatikVerb · reflexiv
Worttrennungbü-cken
Wortbildung mit ›bücken‹ als Erstglied: ↗Bückling1  ·  mit ›bücken‹ als Letztglied: ↗abbücken · ↗hinabbücken · ↗niederbücken · ↗vorbücken
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich (tief) zu Boden beugen
Beispiele:
sich ächzend, mühsam, hastig, tief bücken, um etw. aufzuheben, seine Schnürsenkel zu binden
sich nach etw. bücken
sich nach einem verlorenen Geldstück, einer zu Boden gefallenen Stecknadel bücken
sich zur Erde bücken
er muss sich bücken, wenn er durch die niedrige Tür will
das Bücken fällt der alten Frau schwer
ihm tat vom vielen Bücken schon der Rücken weh
oft im Part. Prät.
Beispiele:
gebückt gehen, laufen
gebückt am Stock gehen
sie ging gebückt unter der Last
gebückt, in gebückter Haltung am Schreibtisch, an der Nähmaschine sitzen
2.
veraltet sich beugen, neigen
Beispiele:
sich über den Tisch bücken
[er] bückte sich über die Wiege [Storm3,116]
sich vor jmdm. bückensich vor jmdm. verbeugen
Beispiel:
sehr schmucke, blanke Leute ... bückten sich tief vor Arlecchino [E. T. A. Hoffm.5,636]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bücken · Bückling1 · Gebück
bücken Vb. reflexiv ‘sich niederbeugen, sich (vor jmdm.) verneigen’, mhd. bücken (um 1200), mnd. bucken, mnl. bocken, bucken, nl. bukken, afries. buckia (germ. *bukkjan), geminierte Intensivbildung zu ↗biegen (s. d.). Bückling1 m. ‘Verbeugung’ (17. Jh.), angeglichen an die Ableitungen auf -ling nach frühnhd. bücking ‘sich bückender Mensch’. Gebück n. ‘Hecke aus biegsamen, verflochtenen oder verwachsenen Zweigen, Verschanzung’, spätmhd. gebucke (14. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Büroklammer Eintreten aufheben aufrichten aufsammeln blitzschnell bücken danach du einsammeln herunter hinab hinunter hinunterbücken knien kriechen krümmen mühsam niederbücken pflücken plötzlich recken stechen strecken streicheln tasten tief umdrehen umständlich wühlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bücken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie bückte sich, um aufzuschließen, guckte hinein in den Wagen, und da passierte es wieder.
Süddeutsche Zeitung, 03.07.1999
Wenn dieser Schreiber sich an den Leser wendet, bückt er sich nicht.
Der Tagesspiegel, 27.03.1998
In seinem Hause bückt man sich nicht nach einem entglittenen Teller!
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 54
Auch soll man sich nicht gar zu tief zu dieser Anwendung bücken müssen.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 230
Beim Gehen bückt er sich und rudert mit den Armen.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 162
Zitationshilfe
„bücken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bücken>, abgerufen am 20.10.2018.

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