Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bügeln

Grammatik Verb · bügelt, bügelte, hat gebügelt
Aussprache 
Worttrennung bü-geln
Wortbildung  mit ›bügeln‹ als Erstglied: Bügelanstalt · Bügelbrett · Bügeleisen · Bügelfalte · Bügelkissen · Bügelmaschine · Bügelzimmer · Bügler · bügelbeständig · bügelecht · bügelfest · bügelfrei
 ·  mit ›bügeln‹ als Letztglied: abbügeln · aufbügeln · ausbügeln · einbügeln · frisch bügeln · frischbügeln · glatt bügeln · glattbügeln · hineinbügeln · niederbügeln · trocken bügeln · trockenbügeln · verbügeln
 ·  mit ›bügeln‹ als Binnenglied: Dampfbügelstation  ·  formal verwandt mit: Schnellbügelei
eWDG

Bedeutungen

1.
ein Kleidungsstück, Wäschestück mit einem Bügeleisen glätten, etw. plätten
Beispiele:
Hemden, Wäsche bügeln
der Anzug ist frisch gebügelt
Nylon, Perlon darf nicht heiß gebügelt werden
übertragen
Beispiel:
eine Sache gerade bügeln (= einen Schaden wiedergutmachen)
umgangssprachlich geschniegelt und gebügelt (= (übermäßig) fein herausgeputzt)
Beispiel:
er kam geschniegelt und gebügelt zum Rendezvous
2.
Skisport eine Gleitschicht mit einem heißen Eisen ebenmäßig auftragen
Beispiel:
Wachs auf die Schier bügeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bügel · Bügeleisen · bügeln · bügelfrei · Steigbügel
Bügel m. ‘gebogener Griff, gebogenes Holz zum Aufhängen von Kleidern’, spätmhd. bügele f. ‘Steigbügel’, mnd. bȫgel, mnl. bōghel ‘Ring, Bügel’, nl. beugel stehen im Ablautverhältnis zu den unter biegen (s. d.) angeführten Verben, bezeichnen also eigentlich etw. Gebogenes. Seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. ist das Mask. Bügel bezeugt. – Bügeleisen n. ‘Eisen zum Glätten der Wäsche’ (nach dem gebogenen Griff benannt?, oder weil ursprünglich ein gebogenes Eisen zum Kräuseln?) und bügeln Vb. (17. Jh.), nordd. md. dafür auch Plätteisen, Plätte und plätten (s. d.). bügelfrei Adj. ‘ohne Bügeln glatt, knitterfrei’ (2. Hälfte 20. Jh.). Steigbügel m. ‘Fußstütze für den Reiter’, seit dem 17. Jh. für älteres Stegreif (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) platt machen · glätten · mangeln · plätten · walzen  ●  bügeln  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›bügeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bügeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›bügeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich werde jetzt gleich komplizierte Dinge bügeln, das hilft vielleicht. [Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 215]
Noch als er längst volljährig ist, kauft seine Mutter für ihn ein und bügelt für ihn. [Die Zeit, 11.08.2012, Nr. 32]
So hellt man Geschichte nicht auf, sondern bügelt sie glatt. [Die Zeit, 23.12.1988, Nr. 52]
Die Hose kannst du übrigens ruhig auf rechts bügeln, allerdings solltest du auch hier wieder an das feuchte Tuch denken. [Süddeutsche Zeitung, 06.05.2002]
Sehr akkurat sieht sie damit aus, wahrscheinlich heute Morgen noch frisch gebügelt. [Die Welt, 01.04.2000]
Zitationshilfe
„bügeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/b%C3%BCgeln>.

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