bürden

GrammatikVerb · bürdete, hat gebürdet
Aussprache
Worttrennungbür-den (computergeneriert)
Wortbildung mit ›bürden‹ als Letztglied: ↗aufbürden · ↗überbürden
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet eine Bürde auf jmdn., sich legen
Beispiele:
die Verantwortung, Schuld auf jmdn., sich bürden
Und was war nun mein Dank dafür, daß ich, / ... der Völker Fluch / Auf mich gebürdet [SchillerPiccolominiII 7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bürde · bürden · aufbürden
Bürde f. ‘Last’, ahd. burdī (9. Jh.), mhd. bürde, mnd. bȫrde, got. baúrþei gehören zur Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (s. auch ↗Bahre, ↗gebären) und zur germ. Deklinationsklasse auf -īn- (germ. *burþīn-). Es handelt sich um Ableitungen von einem bereits ein Dentalsuffix aufweisenden Nomen, entweder einem nur außerhalb des Germ. erhaltenen to-Partizip, vgl. aind. bhṛtá- ‘getragen’, oder einer Abstraktbildung auf -ti- bzw. -ti̯ō, wie sie in anord. byrðr ‘Bürde, Last’ und mit abweichender Bedeutung in den unter ↗Geburt (s. d.) behandelten präfigierten Bildungen vorliegt. Daneben stehen Ableitungen mit anderen Nasalsuffixen wie ahd. burdin (8. Jh.), mhd. bürden, mnd. bȫrden, aengl. byrþen, engl. burden, asächs. burðinnia ‘Bündel, Büschel’. bürden Vb. ‘beladen, belasten’, ahd. burdinōn (giburdinot ‘bebürdet, schwanger’, 9. Jh.), mhd. bürdenen ‘belasten’. Heute vornehmlich aufbürden Vb. ‘jmdm. eine Last auflegen’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Last auf aufbürden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bürden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie bürdet ihnen lediglich ein schweres Joch auf, die Last des Gesetzes.
Die Welt, 12.03.2003
Rücksichtslos bürdet ihr die Politik immer neue Einsätze auf, freilich ohne deswegen den Verteidigungsetat zu erhöhen.
Die Zeit, 23.03.2006, Nr. 13
Allerdings hätte die Verantwortung, die das Schicksal auf seine Schultern bürdete, auch einen andersgearteten Mann scheitern lassen.
Merzbacher, Friedrich: Europa im 15. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 4697
Diesen Gruppen bürde Bonn auch beim Solidarpakt die mit Abstand größten Opfer auf, nämlich 20 der insgesamt 25 Milliarden Mark.
Süddeutsche Zeitung, 23.03.1994
Die bürgerlichen Rechtsparteien und die Regierungen, die von ihnen gebürdet werden, erleiden immer öfter Fiasko.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1956]
Zitationshilfe
„bürden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bürden>, abgerufen am 21.10.2019.

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