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bürden

Grammatik Verb · bürdet, bürdete, hat gebürdet
Aussprache 
Worttrennung bür-den
Wortbildung  mit ›bürden‹ als Letztglied: aufbürden · überbürden
eWDG

Bedeutung

veraltet eine Bürde auf jmdn., sich legen
Beispiele:
die Verantwortung, Schuld auf jmdn., sich bürden
Und was war nun mein Dank dafür, daß ich, / […] der Völker Fluch / Auf mich gebürdet [ SchillerPiccolominiII 7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bürde · bürden · aufbürden
Bürde f. ‘Last’, ahd. burdī (9. Jh.), mhd. bürde, mnd. bȫrde, got. baúrþei gehören zur Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (s. auch Bahre, gebären) und zur germ. Deklinationsklasse auf -īn- (germ. *burþīn-). Es handelt sich um Ableitungen von einem bereits ein Dentalsuffix aufweisenden Nomen, entweder einem nur außerhalb des Germ. erhaltenen to-Partizip, vgl. aind. bhṛtá- ‘getragen’, oder einer Abstraktbildung auf -ti- bzw. -ti̯ō, wie sie in anord. byrðr ‘Bürde, Last’ und mit abweichender Bedeutung in den unter Geburt (s. d.) behandelten präfigierten Bildungen vorliegt. Daneben stehen Ableitungen mit anderen Nasalsuffixen wie ahd. burdin (8. Jh.), mhd. bürden, mnd. bȫrden, aengl. byrþen, engl. burden, asächs. burðinnia ‘Bündel, Büschel’. bürden Vb. ‘beladen, belasten’, ahd. burdinōn (giburdinot ‘bebürdet, schwanger’, 9. Jh.), mhd. bürdenen ‘belasten’. Heute vornehmlich aufbürden Vb. ‘jmdm. eine Last auflegen’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›bürden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bürden‹.

Verwendungsbeispiele für ›bürden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rücksichtslos bürdet ihr die Politik immer neue Einsätze auf, freilich ohne deswegen den Verteidigungsetat zu erhöhen. [Die Zeit, 23.03.2006, Nr. 13]
Allerdings hätte die Verantwortung, die das Schicksal auf seine Schultern bürdete, auch einen andersgearteten Mann scheitern lassen. [Merzbacher, Friedrich: Europa im 15. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 4697]
Diese Kinder sprachen von einer Verantwortung, die ihre Eltern nicht auf sich bürden konnten oder wollten. [Die Zeit, 20.08.1993, Nr. 34]
Diesen Gruppen bürde Bonn auch beim Solidarpakt die mit Abstand größten Opfer auf, nämlich 20 der insgesamt 25 Milliarden Mark. [Süddeutsche Zeitung, 23.03.1994]
Dann versteckten sie Arbeitslose durch Frühverrentung und bürdeten dem System hohe Kosten der deutschen Einheit auf. [Süddeutsche Zeitung, 15.02.2000]
Zitationshilfe
„bürden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/b%C3%BCrden>.

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