Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bürsten

Grammatik Verb · bürstet, bürstete, hat gebürstet
Aussprache 
Worttrennung bürs-ten
GrundformBürste
Wortbildung  mit ›bürsten‹ als Letztglied: abbürsten · aufbürsten · ausbürsten · durchbürsten
Mehrwortausdrücke  auf Krawall gebürstet
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. mit einer Bürste von etw. entfernen
Beispiele:
den Staub, die Haare vom Anzug bürsten
[ich] hatte den Hut schon auf dem Kopf und bürstete nur noch einige Fäserchen von den Kleidern [ Storm5,250]
2.
etw. mit einer Bürste bearbeiten
a)
etw. reinigen
Beispiele:
den Rock, Frack bürsten
er trug einen sauber gebürsteten Anzug
So stand ich denn bald gescheuert, gebürstet, geschniegelt und gebügelt [ G. Hauptm.4,446]
b)
etw. glätten
Beispiele:
den (Zylinder)hut bürsten
die Haare nach hinten bürsten
das Fell des Hundes wurde jeden Morgen gebürstet
Pelz, Samt mit dem Strich bürsten
sich [Dativ] den Bart bürsten
Pelz, Samt gegen den Strich bürsten (= aufrauhen)
3.
veraltet etw. trinken
Beispiel:
Und gib mir eins zu bürsten / Aus diesem Wasserquell [ Uhland1,292]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bürste · bürsten · Bürstenbinder
Bürste f. Gerät mit gebündelten und aufgereihten Borsten, ‘Borstensatz’, mhd. burste (12. Jh.), bürste (14. Jh.), eigentlich Plural zu mhd. burst, bürst f. (s. Borste), wird als Kollektivbegriff empfunden und als selbständiger fem. Singular gebraucht. Davon abgeleitet bürsten Vb. ‘reinigen’, mhd. bürsten; bildlich ‘trinken, die Kehle putzen, reinigen’ (16. Jh.). Danach die Redensart saufen wie ein Bürstenbinder (16. Jh.), womit dem Bürstenbinder m. dem Hersteller von Bürsten (15. Jh.), Trinkfreudigkeit zugeschrieben wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
bürsten · frisieren · kämmen

Typische Verbindungen zu ›bürsten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bürsten‹.

Verwendungsbeispiele für ›bürsten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Gäste dürfen ihr Rind auch bürsten, die Tiere lieben das. [Die Zeit, 03.08.2009, Nr. 31]
Wir können uns die Zähne wieder von Hand bürsten statt elektrisch, die Schuhe auch. [Die Zeit, 09.11.1973, Nr. 46]
Die meisten Männer seines Alters bürsten ihre Haare nach vorne. [Der Tagesspiegel, 17.03.2002]
Und ehe Sie sich frisieren, bürsten Sie die Haare – regelmäßig und nicht zu wenig. [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 140]
Sein volles graues Haar trägt er stramm gebürstet, die Haltung ist gerade und drahtig. [Die Zeit, 11.03.1999, Nr. 11]
Zitationshilfe
„bürsten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/b%C3%BCrsten>.

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