bützen

Grammatik Verb · bützt, bützte, hat gebützt
Aussprache [ˈbʏʦn̩]
Worttrennung büt-zen
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

meist D-Mittelwest , gelegentlich D-Nordwest-Westfalen jmd. bützt (jmdn.)in freundschaftlicher Weise auf die Wange küssen
meist im Rahmen von Karnevalsveranstaltungen als Ausdruck von Heiterkeit
Beispiele:
Wie man richtig bützt, zeigte Luise N[…], ehemals Seniorenpräsidentin des Vereins. Die 78‑Jährige drückte dem Prinzenachwuchs einen herzhaften Schmatzer auf die Wange. […] Der bützte zurück, wie es sich für einen Prinzen gebührt. [Aachener Zeitung, 16.11.2010]
Zum närrischen Finale wird besonders oft gebützt. Doch viele Narren verteilen die jecken (= närrischen) Küsschen in diesem Jahr eher zurückhaltend. Denn die Grippewelle hat den Kreis Ahrweiler erfasst. [Rhein-Zeitung, 28.02.2017]
»Für jegliche Störer wird es konsequente, einmalige Ansagen geben, die ebenso konsequent umgesetzt werden.« Dennoch bleibt es für die Polizei im Hinblick auf mögliche sexuelle Belästigung ein Tanz auf der Rasierklinge. Im Karneval wird nun mal geherzt, gebützt, gedrückt, geschunkelt. [Neue Westfälische, 29.01.2016]
Unter »bützen« versteht man übrigens Küsschen, die zum Ausdruck der Freude an Fremde und gerne auch an Polizisten oder Bürgermeister verteilt werden – im Karneval ist sowas nämlich erlaubt. [Helau und Alaaf! Die Jecken sind los!, 27.02.2014, aufgerufen am 01.09.2020]
Im Karneval ist es in den Hochburgen wie Köln, Mainz und Koblenz normal, dass überall Küsschen verteilt werden. Im Büro sind Jecken (= Karnevalisten) damit aber lieber etwas zurückhaltender. Denn nicht jeder Kollege findet es lustig, wenn er ungefragt gebützt wird. [Rhein-Zeitung, 02.02.2012]
[…] Prinz Christian II. und Prinzessin Iris I. hatten sich das obligate Bad in der Menge einfach nur für später aufgespart. Nach dem offiziellen Krönungsakt ließen es sich die beiden Regenten nicht nehmen, wirklich jeden ihrer närrischen »Untertanen« zu bützen und zu drücken. [Neue Westfälische, 12.01.2009]
Am Ende erfüllte [DJ] Ötzi nahezu jeden Autogrammwunsch und »bützte« einen weiblichen Fan nach dem anderen. [Rhein-Zeitung, 08.09.2007]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) einen Kuss geben · seine Lippen auf jemandes (Lippen) drücken  ●  ↗küssen  Hauptform · (jemandem) ein Bussi geben  ugs. · ↗abschmatzen  ugs. · ↗busseln  ugs. · bützen  ugs. · ↗knutschen  ugs. · ↗schnäbeln  ugs.
Assoziationen
  • (jemanden) abküssen · (jemanden) mit Küssen bedecken  ●  ↗(jemanden) abknutschen  ugs.
  • (jemanden / sich) mit Bussi links, Bussi rechts (begrüßen) · Begrüßungsküsschen · Bussis (verteilen) · Küsschen rechts, Küsschen links · Wangenküsschen (verteilen)  ●  Bussi-Bussi (machen)  Kindersprache
  • Knutschfleck · Liebesmal  ●  Unterdruck-Hämatom  fachspr. · Zuzlfleck  ugs., österr.
  • Kuss  ●  ↗Knutscher  ugs. · ↗Schmatz  ugs. · ↗Schmatzer  ugs.
  • (sich) die Zeit mit Knutschereien vertreiben  ugs. · ↗herumknutschen  ugs. · ↗knutschen  ugs. · rumknutschen  ugs., norddeutsch
Zitationshilfe
„bützen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/b%C3%BCtzen>, abgerufen am 15.04.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Butzemann
Bützel
Butze
Bützchen
Butz
Butzenmann
Butzenscheibe
Butzenscheibenlyrik
Buvette
Büx