bahnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbah-nen (computergeneriert)
GrundformBahn
Wortbildung mit ›bahnen‹ als Erstglied: ↗Bahnung  ·  mit ›bahnen‹ als Letztglied: ↗anbahnen · ↗heranbahnen · ↗ungebahnt
eWDG, 1967

Bedeutung

sich, jmdm. einen Weg bahnensich, jmdm. einen Weg schaffen, bereiten
Beispiele:
er bahnte sich, ihr einen Weg durch die wartende Menschenmenge
wir mussten uns (Schritt für Schritt, mühsam) unseren Weg durch den Schnee, Urwald bahnen
der Bach hat sich seinen Weg durch das Geröll gebahnt
gebahnte Wege
der Weg lag gebahnt vor ihm
bildlich
Beispiel:
gehoben der Freiheit eine Gasse bahnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bahn · Bahnhof · Bahnsteig · bahnen · anbahnen · Bahnbrecher · bahnbrechend
Bahn f. ‘Weg, Pfad durch unwegsames Gelände, fest angelegter Weg, Fahrbahn’. Für mhd. ban(e) ‘Weg, Bahn’, mnd. bāne, mnl. bane (dän. bane, schwed. bana und ban ‘Bahn’ beruhen auf Entlehnung aus dem Mnd.) darf vermutlich als Grundbedeutung ‘Durchhau durch einen Wald’ oder ‘festgeschlagener Weg’ angesetzt werden, wodurch sich eine Beziehung zu got. banja ‘(tödlicher) Schlag, Wunde, Geschwür’, anord. ben, aengl. benn ‘Wunde’, ahd. asächs. bano ‘Totschläger, Mörder’, ahd. bana, mhd. ban(e) ‘Tod, Verderben’ und damit zur Wurzel ie. *bhen- ‘schlagen, verwunden’ ergibt; vgl. awest. banta- ‘erkrankt, siech’. Das Wort hat in verschiedenen Bereichen Anwendung gefunden. Im Sport bezeichnet es die ‘Strecke, auf der Wettkämpfe ausgetragen werden’, die genauere Benennung gibt das Bestimmungswort (Bob-, Eis-, Kampf-, Rennbahn); gebräuchlich ist der Ruf Bahn frei! Ferner bezeichnet es die ‘Linie, Strecke, die ein Körper im Raum zurücklegt’ (Ellipsen-, Erd-, Flug-, Kreis-, Satelliten-, Sonnenbahn). Die Bedeutung ‘bestimmte Breite und Länge eines Stoffes, einer Tapete’ (Stoff-, Tuch-, Zeltbahn) beruht auf Entlehnung aus dem Nl. Am häufigsten wird heute Bahn für ‘das auf Schienen laufende Verkehrsmittel’ (Eisen-, Straßenbahn) gebraucht. Dazu die Zusammensetzungen Bahnhof m. (um 1840), das älteres Eisenbahnhof allmählich verdrängt, und Bahnsteig m. (1886), das sich gegenüber älterem Perron durchsetzt. bahnen Vb. besonders einen Weg bahnen ‘einen Weg frei machen, schaffen, bereiten’, mhd. banen, im 17./18. Jh. auch bähnen. anbahnen Vb. ‘in die Wege leiten’ (Mitte 18. Jh.). Bahnbrecher m. ‘Wegbereiter, Vorkämpfer’ (18. Jh.), aus dem verbalen Ausdruck Bahn brechen ‘einen Weg bereiten’ (1. Hälfte 17. Jh.) gebildet; entsprechend bahnbrechend Part.adj. ‘umwälzend, epochemachend’ (Mitte 19. Jh.).
Zitationshilfe
„bahnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bahnen>, abgerufen am 26.05.2019.

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