baldig

GrammatikAdjektiv · attributiv · ohne Komparativ
Aussprache
Worttrennungbal-dig (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

umgehend, kurz bevorstehend
entsprechend der Bedeutung von bald (I 1)
Beispiele:
eine baldige Antwort, Heimkehr, Hilfe, Besserung
seine baldige Genesung
ihr baldiger Tod, ihr baldiges Ende
der baldige Eintritt, Abzug
die baldige Abreise
auf baldiges Wiedersehen!
er lud ihn zu baldigstem Besuche ein
mit dem Wunsche des baldigsten Wiedersehens [Immerm.8,23]
Grammatik: Adv. nur im Superl.
Beispiele:
ich muss baldigst fort
du wirst es baldigst erfahren
er soll das baldigst nachholen, erledigen, durchsehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bald · Bälde · baldig · alsbald · alsbaldig
bald Adv. ‘nach Ablauf einer verhältnismäßig kurzen Zeitspanne, in nächster Zeit’. Ahd. baldo ‘kühn, unverzagt’ (9. Jh.), mhd. balde ‘kühn, schnell, sogleich’ gehört wie mnd. bōlde, mnl. boude, aengl. bealde ‘kühn, schnell, sogleich’ als Adverb zu einem Adjektiv ahd. asächs. bald, mhd. balt, mnd. bolt, balt, mnl. bout ‘kühn’, aengl. bald, beald, engl. bold ‘kühn, dreist’, anord. ballr ‘kühn’, schwed. (aus dem Mnd.) båld ‘kühn, stolz’, got. *balþs ‘kühn’ (zu erschließen aus got. balþei f. ‘Kühnheit’, balþaba Adv. ‘kühn’), das sich über germ. *balþa- ‘hochfahrend, kühn’ (ursprünglich ‘geschwollen’) zu ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (s. ↗Ball1) stellen läßt. Im Nhd. ist allein das Adverb noch gebräuchlich und wird im Anschluß an die im Mhd. über ‘mit beherzter Entschlossenheit’ entwickelte Bedeutungsvariante ‘schnell, sogleich’ nur als Zeitbestimmung verwendet. Das untergegangene Adjektiv mit der Bedeutung ‘kühn’ findet sich bis heute als Bestandteil von Eigennamen wie Balduin, Willibald, Leopold und (sinnentleert) in abschätzigen Bezeichnungen wie ↗Raufbold, ↗Witzbold, die solchen Namen nachgebildet sind. Bälde f. nur in der (vor allem obd. und in geschäftsmäßiger Ausdrucksweise) die Bedeutung von bald umschreibenden adverbiellen Fügung in Bälde seit Anfang des 17. Jhs. vorkommend, ist Neubildung nach dem Adverb; ein älteres Substantiv ahd. beldī(n) (8. Jh.), mhd. belde ‘Kühnheit, Dreistigkeit’, zum Adjektiv ahd. bald, mhd. balt (s. oben) gehörend, fehlt wie dieses im Nhd. baldig Adj. ‘kurz bevorstehend, umgehend’, spätmhd. baldec, nur vereinzelt im 16./17., allgemein verbreitet seit dem 18. Jh.; Ableitung vom Adverb mhd. balde, nhd. bald (s. oben). alsbald Adv. ‘sogleich’; mhd. alsō balde, als balde Konj. ‘sobald’ wird im Frühnhd. zusammengerückt (bis ins 17. Jh. aber noch häufig Getrenntschreibung) und seit dem 15. Jh. in den Formen alsbald, -balde, -balden und (im 17./18. Jh. geläufig, im 19. Jh. veraltend) alsobald, -balde, -balden zunehmend als Adverb ‘sogleich’ verwendet. Daneben setzt sich zunächst konjunktionaler Gebrauch der Variante alsbald(e) fort, der von der Mitte des 16. Jhs. an selten wird und im 17. Jh. aufhört. Zum Adverb wird im 17. Jh. das Adjektiv alsbaldig ‘baldig’ gebildet.

Typische Verbindungen zu ›baldig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abhaltung Ableben Ablösung Abschluß Aufhebung Aufnahme Aufschwung Baubeginn Beendigung Beitritt Besserung EU-Beitritt Einberufung Einigung Erholung Freilassung Genesung Konjunkturerholung Leitzinserhöhung Leitzinssenkung Neuwahl Ratifizierung Rückkehr Trendwende Verabschiedung Wiederaufnahme Wiedersehen Zinserhöhung Zinssenkung möglichst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›baldig‹.

Verwendungsbeispiele für ›baldig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun stehen die Chancen für eine baldige positive Entscheidung sehr gut.
Der Tagesspiegel, 27.08.2002
Er ist nicht mehr "künftig", nicht mehr "designiert", nicht mehr "baldig".
Süddeutsche Zeitung, 28.10.1998
Die damit verbundene Belastung trug zu seinem baldigen Tode bei.
Cudworth, Charles L.: Ashley (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 3522
Und nun grüße ich Dich und hoffe auch auf ein baldiges Wiedersehen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 02.04.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Bald glaube ich auch nicht mehr an einen baldigen Frieden.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 04.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„baldig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/baldig>, abgerufen am 20.01.2020.

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