Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

balladesk

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung bal-la-desk
Wortzerlegung Ballade -esk
eWDG

Bedeutung

in der Art einer Ballade
Beispiele:
eine balladeske Darstellung, Dichtung
Das seltsame Fahrzeug [eine venezianische Gondel], aus balladesken Zeiten ganz unverändert überkommen [ Th. MannTod in Venedig9,475]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ballade · balladesk
Ballade f. ‘episch-lyrisches, dramatisch verlaufendes Strophengedicht’. In dieser Bedeutung seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. üblich, als um 1770 Bürger und wenig später Goethe nach dem Vorbild der englischen und schottischen ballads deutsche Balladen zu schreiben beginnen. Im 16. Jh. ‘Tanzlied’, Entlehnung von frz. ballade. Ursprung sind die seit dem 12. Jh. bei den romanischen Völkern entwickelten Tanzlieder, vgl. afrz. balade, ital. ballata, beide nach aprov. balada (zu aprov. balar ‘tanzen’, s. Ball2). Sie werden in Frankreich zu kunstvollen lyrischen Gedichten weiterentwickelt. Im Engl. wird seit Ende des 14. Jhs. mit (aus dem Frz. übernommenem) ballad eine ‘volkstümliche, dramatisch verlaufende Erzählung in Liedform’ bezeichnet und damit der moderne Begriff der Ballade ausgebildet. Dieser neue Inhalt verbindet sich mit der frz. Lautform. – balladesk Adj. ‘in Art einer Ballade, balladenhaft’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›balladesk‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›balladesk‹.

Verwendungsbeispiele für ›balladesk‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er verliert ihn leider – bis auf einige balladeske Momente. [Süddeutsche Zeitung, 18.09.1995]
Der Sänger und sein Quintett präsentieren Songs, mal heiter‑beschwingt, balladesk, poetisch, mal ironisch, dann wieder hintersinnig. [Die Welt, 15.11.1999]
Da war sie mit der Band bereits vom balladesken Teil zum wuchtigen Heavy‑Metal‑Exzess gelangt, bei jeder neuen Nummer setzte sie noch eins drauf. [Süddeutsche Zeitung, 24.01.2004]
Der Tonfall ist reflektierend und sentenzenhaft, zuweilen balladesk, niemals liedhaft. [Die Zeit, 28.10.1966, Nr. 44]
Er liebte balladeske, blitzende, aber zuletzt doch geschichtlich folgenlose Begebenheiten. [Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 87]
Zitationshilfe
„balladesk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/balladesk>.

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