ballen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung bal-len
Wortbildung  mit ›ballen‹ als Erstglied: ↗Ballung  ·  mit ›ballen‹ als Letztglied: ↗fest ballen · ↗festballen · ↗zusammenballen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw., sich zu einem Ball formen
    1. [bildlich] ...
    2. ⟨sich ballen⟩
  2. 2. [umgangssprachlich] mit einem Ball spielen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw., sich zu einem Ball formen
Beispiele:
die Hand (zur Faust) ballen
die Fäuste fest ballen
die Fäuste (nach jmdm., gegen jmdn.) ballen
den Schnee zur Kugel, zerrissenes Papier zu einer Kugel ballen
Militäreine geballte Ladung
bildlich
Beispiel:
mit geballter (= konzentrierter) Kraft, Energie, Macht vorgehen, arbeiten
sich ballen
Beispiele:
seine Faust ballte sich in der Tasche
feuchter Schnee ballt sich leicht
die Wolken ballten sich am Himmelsrand
Rauch, Nebel ballt sich
ein Menschenknäuel hatte sich auf der Brücke geballt
Vorsicht bei geballtem Verkehr!
[die Materie] zu fernen Himmelskörpern geballt [ A. v. HumboldtKosmos1,22]
Schwarz wimmelten da, in grausem Gemisch, / Zu scheußlichen Klumpen geballt, / Der stachlige Roche, der Klippenfisch [ SchillerTaucher]
bildlich
Beispiel:
das Verhängnis, das er mit großer Schnelle sich ballen sah [ Th. MannZauberb.2,1008]
2.
umgangssprachlich mit einem Ball spielen
Beispiele:
die Kinder ballten auf der Wiese
Adelheid, mit einer Apfelsine ballend [ G. Hauptm.BiberpelzIII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ball1 · Ballspiel · ballen
Ball1 m. ‘kugelförmiges Spiel- oder Sportgerät, runder Körper’. Die dem Nhd. formal entsprechenden starken Maskulina ahd. (9. Jh.), mhd. bal ‘Ball, Kugel, Hand-, Fußballen’ haben neben sich ein gleichbed. schwaches Maskulinum ahd. ballo (11. Jh.), mhd. balle. Die definitive Unterscheidung zwischen starkem (Spiel-)Ball und schwachem (Hand-, Fuß-, Waren-)↗Ballen (s. d.) kennt erst das Nhd. (doch begegnet in den obliquen Kasus schwach flektiertes Ball bis etwa 1800). Die dt. Formen sind wie mnl. nl. bal (germ. *balla-) und anord. bǫllr, schwed. boll (germ. *ballu-) sowie lat. follis ‘Schlauch, Beutel’, griech. phallós (φαλλός) ‘männliches Glied’ (s. ↗Phallus) Bildungen zur Wurzel ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen, prall sein’; die Grundbedeutung ist demnach ‘aufgeblasener, aufgeschwollener Körper’ (Erweiterungen dieser Wurzel liegen vor in ↗blähen, ↗blasen, s. d.). Aus dem Germ. ist (durch langobard. Vermittlung) ital. palla, nordital. balla entlehnt (wozu ital. pallone, ballone, s. ↗Ballon). Ballspiel n. (14. Jh.); vgl. ahd. slegibalspil (Hs. 13. Jh.). ballen Vb. ‘mit einem Ball spielen, zum Ball formen’, mhd. ballen.

Thesaurus

Synonymgruppe
ballen · ↗packen · ↗umklammern · ↗zusammenpressen

Typische Verbindungen zu ›ballen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Becker-FaustBeispielsätze anzeigen FaustBeispielsätze anzeigen HandBeispielsätze anzeigen HosentascheBeispielsätze anzeigen Jubel-FaustBeispielsätze anzeigen JubelfaustBeispielsätze anzeigen KlumpBeispielsätze anzeigen KlumpenBeispielsätze anzeigen KnäuelBeispielsätze anzeigen SchlußpfiffBeispielsätze anzeigen Sieger-FaustBeispielsätze anzeigen SiegerfaustBeispielsätze anzeigen SiegerposeBeispielsätze anzeigen SiegesfaustBeispielsätze anzeigen TascheBeispielsätze anzeigen WolkeBeispielsätze anzeigen anfeuernBeispielsätze anzeigen brüllenBeispielsätze anzeigen erleichtertBeispielsätze anzeigen herausschreienBeispielsätze anzeigen hinausschreienBeispielsätze anzeigen hüpfenBeispielsätze anzeigen jubelndBeispielsätze anzeigen knirschenBeispielsätze anzeigen reckenBeispielsätze anzeigen spreizenBeispielsätze anzeigen streckenBeispielsätze anzeigen triumphierendBeispielsätze anzeigen unwillkürlichBeispielsätze anzeigen zusammenballenBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ballen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ballen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Frustration der Deutschen ballt sich in ihm zum Stolz.
Die Zeit, 13.02.2006, Nr. 07
Diese unsichtbare Masse ballt sich auf ein tausendfach kleineres Volumen als bisher angenommen.
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2002
Und sie ballte im Bewußtsein ihrer Kraft die weißen Hände.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2606
Er ballt die Hände hohl übereinander und streckt sie vor, als enthielten sie etwas.
Rubiner, Ludwig: Die Gewaltlosen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 16655
Scheinbar verstreute sich etwas, dann ballte es sich, und doch wuchs und wuchs und wuchs es, unaufhaltsam und bedingungslos.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 254
Zitationshilfe
„ballen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ballen>, abgerufen am 25.01.2021.

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