bangen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungban-gen
Wortbildung mit ›bangen‹ als Letztglied: ↗abbangen · ↗entgegenbangen
eWDG, 1967

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) norddeutsch
1.
gehoben um jmdn., etw. bangenum jmdn., etw. in großer Sorge sein
Beispiel:
sie bangte um ihn, um sein Leben
salopp mit Hangen und Bangenmit knapper Not, mit großer Mühe
Beispiel:
er hat das Examen mit Hangen und Bangen bestanden, geschafft
2.
sich nach jmdm., etw. bangensich nach jmdm., etw. sehnen
Beispiele:
sie bangte sich nach ihm, nach dem Kinde
Langen / Und bangen / In schwebender Pein [GoetheEgmontIII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bang · bange · bangen · Bange
bang bange Adj. ‘ängstlich, besorgt’. Mhd. bange Adv. ist eine Zusammensetzung von mhd. be- mit dem Adverb mhd. ange ‘eng’ (ahd. ango) und bezeichnet den seelischen Zustand der Beklommenheit, des Beengtseins. Zu weiterer Herkunft und Verwandtschaft s. ↗eng. Häufig in der Wendung mir ist, wird angst und bange (16. Jh.). Adjektivischer Gebrauch setzt im 17. Jh. ein. bangen Vb. ‘ängstlich sein’; mhd. bangen ‘ängstlich werden’ verliert sich im 15. Jh.; erst im 18. Jh. wird bangen zum Adj. bange neu geprägt, ebenso wie Bange f. ‘Angst, Furcht, Sorge’, da auch mhd. bange m. sich im Nhd. nicht fortsetzt.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) fürchten · ↗(sich) fürchten · ↗(sich) ängstigen · Angst haben · bangen · ↗befürchten  ●  (das) Herz in der Hose (haben / tragen)  veraltend · ↗(jemandem) bang(e) (zumute) sein  veraltet · vor etwas Gamaschen haben  veraltet · (den) Flattermann kriegen  ugs. · (die) Hosen gestrichen voll haben (Verstärkung)  ugs. · (die) Hosen voll haben  ugs. · (jemandem) geht der Arsch auf Grundeis  derb · (jemandem) geht der Arsch mit Grundeis  derb · (jemandem) geht die Düse  derb · (jemandem) geht die Muffe (1 zu 1000)  ugs. · Muffensausen haben  ugs. · Schiss inne Buchs haben  ugs., regional · ↗bibbern  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (eine) Riesenangst haben · Todesangst haben · sehr große Angst haben · tausend Ängste ausstehen  ●  (die) Panik kriegen  ugs. · (eine) Heidenangst haben  ugs. · (eine) Mordsangst haben  ugs. · (totale) Panik haben  ugs. · Blut und Wasser schwitzen  ugs. · Schiss haben  ugs. · tausend Tode sterben  ugs., fig.
Assoziationen
  • Weichling  ●  Früheinfädler  ugs. · Himbeerbubi  ugs. · ↗Kümmerling  ugs. · ↗Memme  ugs. · ↗Milchbart  ugs. · ↗Milchbubi  ugs. · ↗Muttersöhnchen  ugs. · ↗Nulpe  ugs. · ↗Schattenparker  ugs. · ↗Schlaffi  ugs. · ↗Schlappschwanz  ugs. · ↗Sitzpinkler  ugs. · ↗Warmduscher  ugs. · ↗Waschlappen  ugs. · ↗Weichei  ugs.
  • (jemandem) kalt den Rücken herunterlaufen · ↗(sich) graulen · ↗(sich) grausen · ↗(sich) gruseln · ↗schaudern · unheimlich (zumute) sein  ●  (jemanden) kalt überlaufen  geh.
  • (eine) Gänsehaut bekommen · (es) mit der Angst zu tun bekommen · (jemandem) wird angst und bange · Angst bekommen · mulmig zumute werden (jemandem wird ...) · unheimlich werden (jemandem wird etwas ...)  ●  kalte Füße bekommen  ugs., fig.
  • (sich) hüten · Skrupel haben · ↗zurückschaudern · ↗zurückschrecken · ↗zögern  ●  Bedenken tragen  geh. · abhorreszieren  geh. · ↗abhorrieren  geh.
  • (jemandem) (die) Sorgenfalten auf die Stirn treiben · (jemanden) besorgt machen · (jemanden) mit Sorge erfüllen  ●  (jemandem) (den) Angstschweiß auf die Stirn treiben  ugs., scherzhaft-ironisch, übertreibend · (jemandes) Herz mit Sorge erfüllen  geh.
  • (das) kalte Grausen bekommen · (eine) Gänsehaut bekommen · (es) mit der Angst zu tun bekommen · (jemandem) wird angst und bange · ↗(jemanden) überläuft es (heiß und) kalt · Angst bekommen · mulmig zumute werden (jemandem wird ...) · starr vor Angst (sein) · unheimlich werden (jemandem wird etwas ...)  ●  (jemandem) gefriert das Blut in den Adern  fig. · (jemandem) gerinnt das Blut in den Adern  fig. · (jemandem) läuft es eiskalt den Rücken hinunter  fig. · (jemandem) stockt das Blut in den Adern  fig. · (jemandem) (das) Blut in den Adern gefrieren lassen  geh., fig. · (jemandem) erstarrt das Blut in den Adern  geh. · kalte Füße bekommen  ugs., fig.
  • (sich) nicht trauen · ↗(sich) zurücknehmen · feige sein  ●  den Schwanz einziehen  ugs., fig. · keine Traute haben  ugs. · ↗mauern  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitsplatz Bundesligist Champions League Cut Einsatz Einzug Existenz Fortbestand Fußball-Bundesligist Job Klassenerhalt Klassenverbleib Lizenz Olympia-Teilnahme Pfründe Post Qualifikation Stammplatz Teilnahme Torjäger Verbleib WM-Teilnahme Weiterkommen Wiedereinzug Wiederwahl Zukunft entgegenbangen mit weiter Überleben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bangen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor allem die demografische Entwicklung lässt die Unternehmen um ihr Personal bangen.
Die Zeit, 11.04.2011, Nr. 15
Müssen jetzt auch die verschleppten Deutschen um ihr Leben bangen?
Bild, 30.12.1998
Wie hat sie sich um Sie gegrämt, wie hat diese Frau um Sie gebangt!
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 162
Mir bangt vor diesem Ende, denn dann muß es sich endgiltig zeigen, ob ich etwas damit anfangen kann.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1945], S. 133
Die anderen umlagerten den Wagen, bangten um jedes Wort des Reporters, zischelten und ermahnten sich zur Ruhe.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 893
Zitationshilfe
„bangen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bangen>, abgerufen am 21.04.2019.

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