bar
GrammatikAdjektiv · ohne Steigerung
Wortbildung mit ›bar‹ als Erstglied: ↗Barabfindung · ↗Barabhebung · ↗Barauslagen · ↗Barbestand · ↗Barbetrag · ↗Bareinkauf · ↗Bareinnahme · ↗Barerträgnis · ↗Barfreimachung · ↗Bargeld · ↗Bargeschäft · ↗Barkauf · ↗Barkredit · ↗Barlohn · ↗Barmittel · ↗Barreserve · ↗Barscheck · ↗Barvermögen · ↗Barvorrat · ↗Barzahlung · ↗Barzuschuss
 ·  mit ›bar‹ als Letztglied: ↗unbar
eWDG, 1967

Bedeutung

bares Geld (= Geld in Münzen oder Scheinen, flüssiges Geld)
Beispiele:
er bekam bare fünfzig Euro für seine Arbeit
man konnte ihm nur seine baren Auslagen ersetzen
sie verlangte bare Bezahlung
seine baren Mittel waren erschöpft
außer dem Grundstück erbte er noch eine bare Summe, erhielt er noch eine (beträchtliche) Summe in barem Geld
Auslieferung der Ware nur gegen bares
etw. (in) bar auszahlen, bezahlen
er hat es (in) bar erhalten
er wurde (in) bar abgefunden
wir zahlen (in) bar
jmdm. eine Summe bar auf den Tisch des Hauses legen
bei ihnen hieß es nur: »Bar Geld lacht.« [G. HermannKubinke21]
übertragen
Beispiel:
etw. für bare Münze nehmen (= etw. arglos glauben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bar · barfuß · barfüßig · barhaupt · barhäuptig · Bargeld · Barschaft
bar Adj. ‘bloß’, (übertragen) ‘ohne etw., nichts als’, (vom Geld) ‘unmittelbar verfügbar’. Ahd. (10. Jh.), mhd. bar ‘nackt, bloß, unverhüllt, offen daliegend, frei von, ohne etw., rein, nichts als’, mhd. auch (vom Geld) ‘offen aufgezählt’, asächs. bar, mnd. bār (auch vom Geld), mnl. baer, nl. baar (nur vom Geld), aengl. bær, engl. bare, anord. berr (germ. *baza-) lassen sich vergleichen mit lit. bãsas, lett. bass, aslaw. bosъ, russ. bosój (босой) in der spezialisierten Bedeutung ‘barfuß’ sowie (mit Gutturalsuffix) armen. bok ‘barfuß’. Die meisten Formen führen mit Sicherheit auf ie. *bhosos ‘nackt, bloß’, eine Adjektivbildung, die wohl zur Wurzel ie. *bhes- ‘ab-, zerreiben, ausstreuen’ (vgl. aind. bábhasti ‘(zer)kaut, zerbeißt, verzehrt’) gehört. Sie liegt in erweiterter Form in griech. psḗn (ψῆν) ‘reiben, schaben, kratzen’, psēnós (ψηνός) ‘kahlköpfig’, psīlós (ψιλός) ‘kahl, nackt, glatt, entblößt’ vor. bar wäre danach ursprünglich die kahlgewetzte, abgeschabte Stelle der behaarten (Tier)haut. Im älteren Dt. ist bar ein übliches Wort für ‘nackt, entblößt’, es bezieht sich auf Körperteile (s. ↗barfuß, ↗barhaupt) wie auf Sachen (Schwert, Geld), wird aber auch (seit ahd. Zeit) in übertragenem Sinne gebraucht. Die Anwendung auf Geld vollzieht sich auf hd. Gebiet und ist nd. erst im 16. Jh. bezeugt; dafür im hansischen Sprachgebrauch rēdes gelt, gerēdes gelt (mnd. rēde, gerēde neben berēde, s. ↗bereit); vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 192 ff. Bares Geld ist aus dem verhüllenden Behältnis gezogenes, aufgezähltes, offen daliegendes Geld und tritt in Gegensatz zu dem erst durch schriftliche Zahlungsanweisung verfügbaren. barfuß ‘mit bloßen Füßen’, heute nur noch adverbial gebraucht im Unterschied zur Weiterbildung barfüßig Adj. mhd. barvuoʒ, dazu die Weiterbildungen mhd. barvüeʒe, -vüeʒic, ahd. barafuoʒi (Hs. 12. Jh.). Wie die germ. Parallelen mnd. bā̌rvōt, mnl. baervoet, aengl. bærfōt, anord. berfœttr zeigen, handelt es sich um ein altes Possessivkompositum. barhaupt ‘mit bloßem Haupt, ohne Kopfbedeckung’, heute nur adverbial; barhäuptig Adj. (15. Jh.); mhd. barhoubet. Bargeld n. (um 1400). Barschaft f. (Anfang 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bar · ↗blank · ↗bloß · nichts als · ↗pur · ↗rein · ↗schier · ↗total (nachgestellt)  ●  (der/die/das) reinste (...)  emotional · ↗eitel  veraltend · ↗lauter  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
bar · bar auf die Hand · in Cash · in bar  ●  (bar) auf den Tisch des Hauses  ugs. · auf die Kralle  ugs. · ↗cash  ugs., engl.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
bar · ↗blank · ↗bloß · ↗frei · ↗nackt · ↗ohne
Synonymgruppe
abgesehen von · ↗abzüglich · ↗ausgenommen · ↗außer · bis auf · ↗exklusive · in Ermangelung (von) · ↗mangels · mit Ausnahme von · nicht inbegriffen · nicht mitgerechnet · ↗ohne · ohne Einbezug von · unbeachtlich einer Sache (Juristendeutsch) · unter Ausschluss von  ●  ↗sonder  veraltet · bar (einer Sache)  geh.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aberwitz Auslagen Blödsinn Busen Entsetzen Geld Groschen Hohn Minimum Münze Selbstverständlichkeit Straße Unfug Unmöglichkeit Unsinn Unverständnis Zahlung Zahlungsmittel Zahlungsverkehr Zuzahlung Zynismus ausgezahlten auszahlen bezahlen bezahlte eingezahlten teils unbaren zahlen zahlende

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bar‹.

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dafür zahlte man ihr am Abend das Geld bar auf die Hand.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 121
Aber wer die Ordner wieder herbeischafft, kriegt von mir 100 Euro in bar ausgezahlt.
Bild, 24.02.2004
An einem über Nacht eingerichteten Schalter streut die Expo 2000 bares Geld unters Volk.
Der Tagesspiegel, 13.07.2000
Die bisherigen Inhaber der Vertretung verlangen für Abgabe Mark 3000 in bar.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 01.03.1912
Da ist es gewiß am empfehlenswertesten, gleich bar zu bezahlen.
o. A. [Tante Lisbeth]: Anstandsbüchlein für junge Mädchen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1908], S. 15913
Zitationshilfe
„bar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bar#1>, abgerufen am 23.02.2018.

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bar
GrammatikAdjektiv
Wortbildung mit ›bar‹ als Erstglied: ↗Barfrost · ↗barbeinig · ↗barbrüstig · ↗barbusig · ↗barfüßig
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
1.
unbedeckt, bloß
Beispiele:
mit barem Haupte dastehen
sie tanzte mit baren Füßen
bildlich
Beispiele:
in diesem Raum, der außer den baren vier Wänden ... keinen einzigen Gegenstand aufwies [LanggässerSiegel87]
Auf den einstens baren Steppen [BrechtHirse48]
als daß er sich bar und allein in Jahwes Schrecken emporgetraute [Th. MannGesetz9,918]
2.
mit Gen.
übertragen entblößt von, leer an, ohne etw.
Beispiele:
er war aller Mittel bar
bar jeglicher Unterstützung, aller Würde, jedes feineren Empfindens
jeder Liebe bar sein
wo die jeder Hoffnung baren, ganz und gar Verarmten saßen [L. Frank2,295]
3.
offensichtlich, unverkennbar, rein
Beispiele:
etw. ist barer Unsinn, Zufall, Ernst, bare Erfindung
die bare Wahrheit sagen
die bare (= reale) Wirklichkeit sieht anders aus
auf seinem Gesicht malte sich bares Entsetzen
etw. im barsten Sinne des Wortes meinen, nehmen
etw. liegt nackt und bar zutage
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bar · barfuß · barfüßig · barhaupt · barhäuptig · Bargeld · Barschaft
bar Adj. ‘bloß’, (übertragen) ‘ohne etw., nichts als’, (vom Geld) ‘unmittelbar verfügbar’. Ahd. (10. Jh.), mhd. bar ‘nackt, bloß, unverhüllt, offen daliegend, frei von, ohne etw., rein, nichts als’, mhd. auch (vom Geld) ‘offen aufgezählt’, asächs. bar, mnd. bār (auch vom Geld), mnl. baer, nl. baar (nur vom Geld), aengl. bær, engl. bare, anord. berr (germ. *baza-) lassen sich vergleichen mit lit. bãsas, lett. bass, aslaw. bosъ, russ. bosój (босой) in der spezialisierten Bedeutung ‘barfuß’ sowie (mit Gutturalsuffix) armen. bok ‘barfuß’. Die meisten Formen führen mit Sicherheit auf ie. *bhosos ‘nackt, bloß’, eine Adjektivbildung, die wohl zur Wurzel ie. *bhes- ‘ab-, zerreiben, ausstreuen’ (vgl. aind. bábhasti ‘(zer)kaut, zerbeißt, verzehrt’) gehört. Sie liegt in erweiterter Form in griech. psḗn (ψῆν) ‘reiben, schaben, kratzen’, psēnós (ψηνός) ‘kahlköpfig’, psīlós (ψιλός) ‘kahl, nackt, glatt, entblößt’ vor. bar wäre danach ursprünglich die kahlgewetzte, abgeschabte Stelle der behaarten (Tier)haut. Im älteren Dt. ist bar ein übliches Wort für ‘nackt, entblößt’, es bezieht sich auf Körperteile (s. ↗barfuß, ↗barhaupt) wie auf Sachen (Schwert, Geld), wird aber auch (seit ahd. Zeit) in übertragenem Sinne gebraucht. Die Anwendung auf Geld vollzieht sich auf hd. Gebiet und ist nd. erst im 16. Jh. bezeugt; dafür im hansischen Sprachgebrauch rēdes gelt, gerēdes gelt (mnd. rēde, gerēde neben berēde, s. ↗bereit); vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 192 ff. Bares Geld ist aus dem verhüllenden Behältnis gezogenes, aufgezähltes, offen daliegendes Geld und tritt in Gegensatz zu dem erst durch schriftliche Zahlungsanweisung verfügbaren. barfuß ‘mit bloßen Füßen’, heute nur noch adverbial gebraucht im Unterschied zur Weiterbildung barfüßig Adj. mhd. barvuoʒ, dazu die Weiterbildungen mhd. barvüeʒe, -vüeʒic, ahd. barafuoʒi (Hs. 12. Jh.). Wie die germ. Parallelen mnd. bā̌rvōt, mnl. baervoet, aengl. bærfōt, anord. berfœttr zeigen, handelt es sich um ein altes Possessivkompositum. barhaupt ‘mit bloßem Haupt, ohne Kopfbedeckung’, heute nur adverbial; barhäuptig Adj. (15. Jh.); mhd. barhoubet. Bargeld n. (um 1400). Barschaft f. (Anfang 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bar · ↗blank · ↗bloß · nichts als · ↗pur · ↗rein · ↗schier · ↗total (nachgestellt)  ●  (der/die/das) reinste (...)  emotional · ↗eitel  veraltend · ↗lauter  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
bar · bar auf die Hand · in Cash · in bar  ●  (bar) auf den Tisch des Hauses  ugs. · auf die Kralle  ugs. · ↗cash  ugs., engl.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
bar · ↗blank · ↗bloß · ↗frei · ↗nackt · ↗ohne
Synonymgruppe
abgesehen von · ↗abzüglich · ↗ausgenommen · ↗außer · bis auf · ↗exklusive · in Ermangelung (von) · ↗mangels · mit Ausnahme von · nicht inbegriffen · nicht mitgerechnet · ↗ohne · ohne Einbezug von · unbeachtlich einer Sache (Juristendeutsch) · unter Ausschluss von  ●  ↗sonder  veraltet · bar (einer Sache)  geh.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aberwitz Auslagen Blödsinn Busen Entsetzen Geld Groschen Hohn Minimum Münze Selbstverständlichkeit Straße Unfug Unmöglichkeit Unsinn Unverständnis Zahlung Zahlungsmittel Zahlungsverkehr Zuzahlung Zynismus ausgezahlten auszahlen bezahlen bezahlte eingezahlten teils unbaren zahlen zahlende

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bar‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dafür zahlte man ihr am Abend das Geld bar auf die Hand.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 121
Aber wer die Ordner wieder herbeischafft, kriegt von mir 100 Euro in bar ausgezahlt.
Bild, 24.02.2004
An einem über Nacht eingerichteten Schalter streut die Expo 2000 bares Geld unters Volk.
Der Tagesspiegel, 13.07.2000
Die bisherigen Inhaber der Vertretung verlangen für Abgabe Mark 3000 in bar.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 01.03.1912
Da ist es gewiß am empfehlenswertesten, gleich bar zu bezahlen.
o. A. [Tante Lisbeth]: Anstandsbüchlein für junge Mädchen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1908], S. 15913
Zitationshilfe
„bar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bar#2>, abgerufen am 23.02.2018.

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