bar

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache [baːɐ̯]
Wortbildung  mit ›bar‹ als Erstglied: Barabfindung · Barabhebung · Barauslagen · Barausschüttung · Barbestand · Barbetrag · Bardeckung · Bardividende · Bareinkauf · Bareinlage · Bareinnahme · Barerträgnis · Barfreimachung · Bargeld · Bargeschäft · Barkauf · Barkredit · Barlohn · Barmittel · Barreserve · Barscheck · Barvermögen · Barvorrat · Barzahlung · Barzuschuss
 ·  mit ›bar‹ als Letztglied: unbar
eWDG

Bedeutung

bares Geld (= Geld in Münzen oder Scheinen, flüssiges Geld)
Beispiele:
er bekam bare fünfzig Euro für seine Arbeit
man konnte ihm nur seine baren Auslagen ersetzen
sie verlangte bare Bezahlung
seine baren Mittel waren erschöpft
außer dem Grundstück erbte er noch eine bare Summe, erhielt er noch eine (beträchtliche) Summe in barem Geld
Auslieferung der Ware nur gegen bares
etw. (in) bar auszahlen, bezahlen
er hat es (in) bar erhalten
er wurde (in) bar abgefunden
wir zahlen (in) bar
jmdm. eine Summe bar auf den Tisch des Hauses legen
bei ihnen hieß es nur: »Bar Geld lacht.« [ G. HermannKubinke21]
übertragen
Beispiel:
etw. für bare Münze nehmen (= etw. arglos glauben)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bar · barfuß · barfüßig · barhaupt · barhäuptig · Bargeld · Barschaft
bar Adj. ‘bloß’, (übertragen) ‘ohne etw., nichts als’, (vom Geld) ‘unmittelbar verfügbar’. Ahd. (10. Jh.), mhd. bar ‘nackt, bloß, unverhüllt, offen daliegend, frei von, ohne etw., rein, nichts als’, mhd. auch (vom Geld) ‘offen aufgezählt’, asächs. bar, mnd. bār (auch vom Geld), mnl. baer, nl. baar (nur vom Geld), aengl. bær, engl. bare, anord. berr (germ. *baza-) lassen sich vergleichen mit lit. bãsas, lett. bass, aslaw. bosъ, russ. bosój (босой) in der spezialisierten Bedeutung ‘barfuß’ sowie (mit Gutturalsuffix) armen. bok ‘barfuß’. Die meisten Formen führen mit Sicherheit auf ie. *bhosos ‘nackt, bloß’, eine Adjektivbildung, die wohl zur Wurzel ie. *bhes- ‘ab-, zerreiben, ausstreuen’ (vgl. aind. bábhasti ‘(zer)kaut, zerbeißt, verzehrt’) gehört. Sie liegt in erweiterter Form in griech. psḗn (ψῆν) ‘reiben, schaben, kratzen’, psēnós (ψηνός) ‘kahlköpfig’, psīlós (ψιλός) ‘kahl, nackt, glatt, entblößt’ vor. bar wäre danach ursprünglich die kahlgewetzte, abgeschabte Stelle der behaarten (Tier)haut. Im älteren Dt. ist bar ein übliches Wort für ‘nackt, entblößt’, es bezieht sich auf Körperteile (s. barfuß, barhaupt) wie auf Sachen (Schwert, Geld), wird aber auch (seit ahd. Zeit) in übertragenem Sinne gebraucht. Die Anwendung auf Geld vollzieht sich auf hd. Gebiet und ist nd. erst im 16. Jh. bezeugt; dafür im hansischen Sprachgebrauch rēdes gelt, gerēdes gelt (mnd. rēde, gerēde neben berēde, s. bereit); vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 192 ff. Bares Geld ist aus dem verhüllenden Behältnis gezogenes, aufgezähltes, offen daliegendes Geld und tritt in Gegensatz zu dem erst durch schriftliche Zahlungsanweisung verfügbaren. barfuß ‘mit bloßen Füßen’, heute nur noch adverbial gebraucht im Unterschied zur Weiterbildung barfüßig Adj. mhd. barvuoʒ, dazu die Weiterbildungen mhd. barvüeʒe, -vüeʒic, ahd. barafuoʒi (Hs. 12. Jh.). Wie die germ. Parallelen mnd. bā̌rvōt, mnl. baervoet, aengl. bærfōt, anord. berfœttr zeigen, handelt es sich um ein altes Possessivkompositum. barhaupt ‘mit bloßem Haupt, ohne Kopfbedeckung’, heute nur adverbial; barhäuptig Adj. (15. Jh.); mhd. barhoubet. Bargeld n. (um 1400). Barschaft f. (Anfang 15. Jh.).

Bar f. ‘Nachtlokal’ bzw. ‘intimes kleines Restaurant’ sowie der darin befindliche hohe ‘Schanktisch’; im 19. Jh. aus dem Engl. bzw. Amerik.-Engl. entlehnt. Ausgangspunkt ist engl. bar, mengl. barre, entlehnt aus afrz. barre (s. Barre). Aus der schon dem Afrz. entstammenden Bedeutung ‘Schranke’ leitet das Mengl. offenbar die spezielle Bedeutung ‘Schranke vor dem Schanktisch’ (um diesen vor dem Zugriff der Gäste zu schützen) her, woraus sich im 15. Jh. die Bedeutung ‘Schanktisch’ entwickelt. In den USA bildet sich unter der Bezeichnung bar-room, verkürzt bar, ein Typ des Wirtshauses heraus, in dem man am Schanktisch stehend rasch eine Erfrischung einnehmen kann. Bar erscheint Mitte des 19. Jhs. im Dt. in Reisebeschreibungen, wird in den oben angegebenen Bedeutungen um 1900 geläufig und begegnet seit der Mitte des 20. Jhs. auch für andere Einrichtungen, die eine barähnliche Theke haben, an der Gäste oder Kunden Platz nehmen können; vgl. Milch-, Mokka-, Absatz-, Plattenbar.

Bär1 · bärbeißig · Bär(en)beißer · Bärenhaut · Bärenhäuter · Bären-
Bär1 m. Aus Tabugründen meidet das Germ. ebenso wie das Balt. und Slaw. den ie. Namen für den Bären, wie er in aind. ṛ́kṣaḥ, lat. ursus, griech. árktos (ἄρκτος) vorliegt und als ie. *ṛksos, *ṛktos, eigentlich ‘Zerstörer, Schädling’, anzusetzen ist. Man möchte das gefährliche Tier nicht durch Nennung seines wahren Namens herbeirufen. Die Slawen sprechen von ihm als dem ‘Honigesser’, vgl. aslaw. medvědь, russ. medvéd’ (медведь). Für die Germanen ist er ‘der Braune’, indem sie ihn mit Bildungen zur Wurzel ie. *bher- ‘braun’ bezeichnen, die in ie. Sprachen mehrfach in Benennungen brauner Tiere erscheint (s. braun und Biber). Germ. *beran- ergibt ahd. bero (8. Jh.), mhd. ber, mnd. bāre, bār, bēre, mnl. bere, nl. beer, aengl. bera, engl. bear und wohl auch die Kompositionsform anord. ber- ‘Bären-’ (s. Berserker), während anord. bjǫrn ‘Bär’ germ. *bernu- voraussetzt. Großer Bär, Kleiner Bär für zwei Sternbilder am nördlichen Himmel, zuerst Großbär, Kleinbär (Anfang 17. Jh.), sind Wiedergaben antiker Ausdrücke (s. arktisch). Schon Homer kennt Árktos (Ἄρκτος) f. ‘Bärin’ bzw. ‘Bär’ für das größere der beiden Sternbilder. Die Bezeichnungsweise der Griechen reicht möglicherweise bis in ie. Zeit zurück; vgl. Scherer Gestirnnamen (1953) 131 ff. und 176 ff. bärbeißig Adj. ‘grimmig’, eigentlich ‘der Art eines Bärenbeißers entsprechend, so bissig wie ein Bärenbeißer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zu Bär(en)beißer m. Bezeichnung eines zur Bären- und Büffeljagd verwendeten dickköpfigen, schweren und scharfen Hundes von bösem Aussehen, seit Ende des 17. Jhs. in der Jagdliteratur beschrieben; sachlich und sprachlich vergleicht sich Bullenbeißer (s. d.); zum zweiten Kompositionsglied des Adjektivs s. bissig. Bärenhaut f. ‘Haut, Fell eines Bären’, mhd. bernhūt. Meist in der Wendung auf der Bärenhaut liegen ‘müßig gehen, faulenzen’ (16. Jh.), im Anschluß an Tacitus (Germania), nach dem die Germanen in Friedenszeiten nichts tun. Daran anküpfend Bärenhäuter m. Schimpfwort ‘Nichtstuer, Faulenzer, Taugenichts’ (16. Jh.). Ausgehend von metaphorischem Gebrauch entwickelt das Kompositionsglied Bären- in nominalen Zusammensetzungen die Bedeutungen ‘überaus groß, stark’, vgl. Bärenkraft (16. Jh.), bärenstark (19. Jh.), Bärenhunger (19. Jh.), Bärenkälte (20. Jh.), und ‘besonders robust, widerstandsfähig’, vgl. Bärengesundheit (20. Jh.) sowie Bärennatur (20. Jh.), früher (16. bis 18. Jh.) ‘grimmiges, grausames Wesen’.

Bär2 m. ‘(Zucht)eber’, ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. bēr, mnl. bere, nl. beer, aengl. bār, engl. boar (westgerm. *baira-). Herkunft unbekannt (nicht verwandt mit Bär1). Im Hinblick auf die Funktion als Zuchttier vermutet man eine Verbindung zur Wurzel ie. *bhei- ‘schlagen, stoßen’.

Typische Verbindungen zu ›bar‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bar‹.

Verwendungsbeispiele für ›bar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am nächsten Morgen beschlossen die Bären, gemeinsam in den Großen Wald zurückzukehren. [Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 1053]
Trotzdem wirkt der Bär auf seine Art jetzt sehr fromm. [Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 19]
Gleich daneben hatte sich der Bär sein Lager hergerichtet gehabt. [May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 128]
Ja, ja, das war schon eine Welt von dicken Bären. [Süddeutsche Zeitung, 05.09.2002]
Wer hat es bloß geschafft, den Deutschen diesen Bären aufzubinden? [Die Welt, 30.04.2004]
Zitationshilfe
„bar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bar#1>.

Weitere Informationen …

bar

Grammatik Adjektiv
Aussprache [baːɐ̯]
Wortbildung  mit ›bar‹ als Erstglied: Barfrost · barbeinig · barbrüstig · barbusig · barfüßig
eWDG

Bedeutung

gehoben
1.
unbedeckt, bloß
Beispiele:
mit barem Haupte dastehen
sie tanzte mit baren Füßen
bildlich
Beispiele:
in diesem Raum, der außer den baren vier Wänden … keinen einzigen Gegenstand aufwies [ LanggässerSiegel87]
Auf den einstens baren Steppen [ BrechtHirse48]
als daß er sich bar und allein in Jahwes Schrecken emporgetraute [ Th. MannGesetz9,918]
2.
übertragen entblößt von, leer an, ohne etw.
Grammatik: mit Genitiv
Beispiele:
er war aller Mittel bar
bar jeglicher Unterstützung, aller Würde, jedes feineren Empfindens
jeder Liebe bar sein
wo die jeder Hoffnung baren, ganz und gar Verarmten saßen [ L. Frank2,295]
3.
offensichtlich, unverkennbar, rein
Beispiele:
etw. ist barer Unsinn, Zufall, Ernst, bare Erfindung
die bare Wahrheit sagen
die bare (= reale) Wirklichkeit sieht anders aus
auf seinem Gesicht malte sich bares Entsetzen
etw. im barsten Sinne des Wortes meinen, nehmen
etw. liegt nackt und bar zutage
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bar · barfuß · barfüßig · barhaupt · barhäuptig · Bargeld · Barschaft
bar Adj. ‘bloß’, (übertragen) ‘ohne etw., nichts als’, (vom Geld) ‘unmittelbar verfügbar’. Ahd. (10. Jh.), mhd. bar ‘nackt, bloß, unverhüllt, offen daliegend, frei von, ohne etw., rein, nichts als’, mhd. auch (vom Geld) ‘offen aufgezählt’, asächs. bar, mnd. bār (auch vom Geld), mnl. baer, nl. baar (nur vom Geld), aengl. bær, engl. bare, anord. berr (germ. *baza-) lassen sich vergleichen mit lit. bãsas, lett. bass, aslaw. bosъ, russ. bosój (босой) in der spezialisierten Bedeutung ‘barfuß’ sowie (mit Gutturalsuffix) armen. bok ‘barfuß’. Die meisten Formen führen mit Sicherheit auf ie. *bhosos ‘nackt, bloß’, eine Adjektivbildung, die wohl zur Wurzel ie. *bhes- ‘ab-, zerreiben, ausstreuen’ (vgl. aind. bábhasti ‘(zer)kaut, zerbeißt, verzehrt’) gehört. Sie liegt in erweiterter Form in griech. psḗn (ψῆν) ‘reiben, schaben, kratzen’, psēnós (ψηνός) ‘kahlköpfig’, psīlós (ψιλός) ‘kahl, nackt, glatt, entblößt’ vor. bar wäre danach ursprünglich die kahlgewetzte, abgeschabte Stelle der behaarten (Tier)haut. Im älteren Dt. ist bar ein übliches Wort für ‘nackt, entblößt’, es bezieht sich auf Körperteile (s. barfuß, barhaupt) wie auf Sachen (Schwert, Geld), wird aber auch (seit ahd. Zeit) in übertragenem Sinne gebraucht. Die Anwendung auf Geld vollzieht sich auf hd. Gebiet und ist nd. erst im 16. Jh. bezeugt; dafür im hansischen Sprachgebrauch rēdes gelt, gerēdes gelt (mnd. rēde, gerēde neben berēde, s. bereit); vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 192 ff. Bares Geld ist aus dem verhüllenden Behältnis gezogenes, aufgezähltes, offen daliegendes Geld und tritt in Gegensatz zu dem erst durch schriftliche Zahlungsanweisung verfügbaren. barfuß ‘mit bloßen Füßen’, heute nur noch adverbial gebraucht im Unterschied zur Weiterbildung barfüßig Adj. mhd. barvuoʒ, dazu die Weiterbildungen mhd. barvüeʒe, -vüeʒic, ahd. barafuoʒi (Hs. 12. Jh.). Wie die germ. Parallelen mnd. bā̌rvōt, mnl. baervoet, aengl. bærfōt, anord. berfœttr zeigen, handelt es sich um ein altes Possessivkompositum. barhaupt ‘mit bloßem Haupt, ohne Kopfbedeckung’, heute nur adverbial; barhäuptig Adj. (15. Jh.); mhd. barhoubet. Bargeld n. (um 1400). Barschaft f. (Anfang 15. Jh.).

Bar f. ‘Nachtlokal’ bzw. ‘intimes kleines Restaurant’ sowie der darin befindliche hohe ‘Schanktisch’; im 19. Jh. aus dem Engl. bzw. Amerik.-Engl. entlehnt. Ausgangspunkt ist engl. bar, mengl. barre, entlehnt aus afrz. barre (s. Barre). Aus der schon dem Afrz. entstammenden Bedeutung ‘Schranke’ leitet das Mengl. offenbar die spezielle Bedeutung ‘Schranke vor dem Schanktisch’ (um diesen vor dem Zugriff der Gäste zu schützen) her, woraus sich im 15. Jh. die Bedeutung ‘Schanktisch’ entwickelt. In den USA bildet sich unter der Bezeichnung bar-room, verkürzt bar, ein Typ des Wirtshauses heraus, in dem man am Schanktisch stehend rasch eine Erfrischung einnehmen kann. Bar erscheint Mitte des 19. Jhs. im Dt. in Reisebeschreibungen, wird in den oben angegebenen Bedeutungen um 1900 geläufig und begegnet seit der Mitte des 20. Jhs. auch für andere Einrichtungen, die eine barähnliche Theke haben, an der Gäste oder Kunden Platz nehmen können; vgl. Milch-, Mokka-, Absatz-, Plattenbar.

Bär1 · bärbeißig · Bär(en)beißer · Bärenhaut · Bärenhäuter · Bären-
Bär1 m. Aus Tabugründen meidet das Germ. ebenso wie das Balt. und Slaw. den ie. Namen für den Bären, wie er in aind. ṛ́kṣaḥ, lat. ursus, griech. árktos (ἄρκτος) vorliegt und als ie. *ṛksos, *ṛktos, eigentlich ‘Zerstörer, Schädling’, anzusetzen ist. Man möchte das gefährliche Tier nicht durch Nennung seines wahren Namens herbeirufen. Die Slawen sprechen von ihm als dem ‘Honigesser’, vgl. aslaw. medvědь, russ. medvéd’ (медведь). Für die Germanen ist er ‘der Braune’, indem sie ihn mit Bildungen zur Wurzel ie. *bher- ‘braun’ bezeichnen, die in ie. Sprachen mehrfach in Benennungen brauner Tiere erscheint (s. braun und Biber). Germ. *beran- ergibt ahd. bero (8. Jh.), mhd. ber, mnd. bāre, bār, bēre, mnl. bere, nl. beer, aengl. bera, engl. bear und wohl auch die Kompositionsform anord. ber- ‘Bären-’ (s. Berserker), während anord. bjǫrn ‘Bär’ germ. *bernu- voraussetzt. Großer Bär, Kleiner Bär für zwei Sternbilder am nördlichen Himmel, zuerst Großbär, Kleinbär (Anfang 17. Jh.), sind Wiedergaben antiker Ausdrücke (s. arktisch). Schon Homer kennt Árktos (Ἄρκτος) f. ‘Bärin’ bzw. ‘Bär’ für das größere der beiden Sternbilder. Die Bezeichnungsweise der Griechen reicht möglicherweise bis in ie. Zeit zurück; vgl. Scherer Gestirnnamen (1953) 131 ff. und 176 ff. bärbeißig Adj. ‘grimmig’, eigentlich ‘der Art eines Bärenbeißers entsprechend, so bissig wie ein Bärenbeißer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zu Bär(en)beißer m. Bezeichnung eines zur Bären- und Büffeljagd verwendeten dickköpfigen, schweren und scharfen Hundes von bösem Aussehen, seit Ende des 17. Jhs. in der Jagdliteratur beschrieben; sachlich und sprachlich vergleicht sich Bullenbeißer (s. d.); zum zweiten Kompositionsglied des Adjektivs s. bissig. Bärenhaut f. ‘Haut, Fell eines Bären’, mhd. bernhūt. Meist in der Wendung auf der Bärenhaut liegen ‘müßig gehen, faulenzen’ (16. Jh.), im Anschluß an Tacitus (Germania), nach dem die Germanen in Friedenszeiten nichts tun. Daran anküpfend Bärenhäuter m. Schimpfwort ‘Nichtstuer, Faulenzer, Taugenichts’ (16. Jh.). Ausgehend von metaphorischem Gebrauch entwickelt das Kompositionsglied Bären- in nominalen Zusammensetzungen die Bedeutungen ‘überaus groß, stark’, vgl. Bärenkraft (16. Jh.), bärenstark (19. Jh.), Bärenhunger (19. Jh.), Bärenkälte (20. Jh.), und ‘besonders robust, widerstandsfähig’, vgl. Bärengesundheit (20. Jh.) sowie Bärennatur (20. Jh.), früher (16. bis 18. Jh.) ‘grimmiges, grausames Wesen’.

Bär2 m. ‘(Zucht)eber’, ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. bēr, mnl. bere, nl. beer, aengl. bār, engl. boar (westgerm. *baira-). Herkunft unbekannt (nicht verwandt mit Bär1). Im Hinblick auf die Funktion als Zuchttier vermutet man eine Verbindung zur Wurzel ie. *bhei- ‘schlagen, stoßen’.

Typische Verbindungen zu ›bar‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bar‹.

Verwendungsbeispiele für ›bar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Russische Kanonen deutscher Bauart hatten wir für baren Unsinn gehalten. [Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 110]
Das internationale Gesetz ist nicht eine jeglicher Verpflichtung und jeglicher Strafe bare Moral. [o. A.: Dreiundfünfzigster Tag. Donnerstag, 7. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 4413]
Seine eigene Existenz, im baren biologischen Sinn der Ordnung der Physis, gehört noch zu seinen Aufgaben. [Gehlen, Arnold: Der Mensch, Berlin: Junker und Dünnhaupt 1940, S. 166]
Weil sich das mimetische Vermögen der Begrifflichkeit von kognitiv‑instrumentell bestimmten Subjekt‑Objektbeziehungen entzieht, gilt es als das bare Gegenteil der Vernunft, als Impuls. [Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns - Bd. 1. Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 895]
Die königliche Domäne der Chou war zu einem Kleinstaat bar jeder wirklichen Macht geworden. [Hulsewé, A. F. P: China im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 28743]
Zitationshilfe
„bar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bar#2>.

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