Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

barfüßig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung bar-fü-ßig
Wortzerlegung barfuß -ig, bar2 Fuß -ig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bar · barfuß · barfüßig · barhaupt · barhäuptig · Bargeld · Barschaft
bar Adj. ‘bloß’, (übertragen) ‘ohne etw., nichts als’, (vom Geld) ‘unmittelbar verfügbar’. Ahd. (10. Jh.), mhd. bar ‘nackt, bloß, unverhüllt, offen daliegend, frei von, ohne etw., rein, nichts als’, mhd. auch (vom Geld) ‘offen aufgezählt’, asächs. bar, mnd. bār (auch vom Geld), mnl. baer, nl. baar (nur vom Geld), aengl. bær, engl. bare, anord. berr (germ. *baza-) lassen sich vergleichen mit lit. bãsas, lett. bass, aslaw. bosъ, russ. bosój (босой) in der spezialisierten Bedeutung ‘barfuß’ sowie (mit Gutturalsuffix) armen. bok ‘barfuß’. Die meisten Formen führen mit Sicherheit auf ie. *bhosos ‘nackt, bloß’, eine Adjektivbildung, die wohl zur Wurzel ie. *bhes- ‘ab-, zerreiben, ausstreuen’ (vgl. aind. bábhasti ‘(zer)kaut, zerbeißt, verzehrt’) gehört. Sie liegt in erweiterter Form in griech. psḗn (ψῆν) ‘reiben, schaben, kratzen’, psēnós (ψηνός) ‘kahlköpfig’, psīlós (ψιλός) ‘kahl, nackt, glatt, entblößt’ vor. bar wäre danach ursprünglich die kahlgewetzte, abgeschabte Stelle der behaarten (Tier)haut. Im älteren Dt. ist bar ein übliches Wort für ‘nackt, entblößt’, es bezieht sich auf Körperteile (s. barfuß, barhaupt) wie auf Sachen (Schwert, Geld), wird aber auch (seit ahd. Zeit) in übertragenem Sinne gebraucht. Die Anwendung auf Geld vollzieht sich auf hd. Gebiet und ist nd. erst im 16. Jh. bezeugt; dafür im hansischen Sprachgebrauch rēdes gelt, gerēdes gelt (mnd. rēde, gerēde neben berēde, s. bereit); vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 192 ff. Bares Geld ist aus dem verhüllenden Behältnis gezogenes, aufgezähltes, offen daliegendes Geld und tritt in Gegensatz zu dem erst durch schriftliche Zahlungsanweisung verfügbaren. – barfuß ‘mit bloßen Füßen’, heute nur noch adverbial gebraucht im Unterschied zur Weiterbildung barfüßig Adj. mhd. barvuoʒ, dazu die Weiterbildungen mhd. barvüeʒe, -vüeʒic, ahd. barafuoʒi (Hs. 12. Jh.). Wie die germ. Parallelen mnd. bā̌rvōt, mnl. baervoet, aengl. bærfōt, anord. berfœttr zeigen, handelt es sich um ein altes Possessivkompositum. barhaupt ‘mit bloßem Haupt, ohne Kopfbedeckung’, heute nur adverbial; barhäuptig Adj. (15. Jh.); mhd. barhoubet. Bargeld n. (um 1400). Barschaft f. (Anfang 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
barfuß · barfüßig · mit bloßen Füßen · mit nackten Füßen · ohne Schuhe (an den Füßen) · unbeschuht

Typische Verbindungen zu ›barfüßig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›barfüßig‹.

Verwendungsbeispiele für ›barfüßig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Barfüßige Bedienungen servieren Cocktails, doch weitaus beliebter ist das naturtrübe Bier. [Der Tagesspiegel, 09.07.2003]
Ein barfüßiger Mann mit wehendem Haar rotiert durch das Chaos seines Lebens. [Der Tagesspiegel, 16.12.1997]
Auf den staubigen Wegen patrouillieren bewaffnete Männer in Zivil, spielen barfüßige Kinder. [Die Zeit, 09.06.2005, Nr. 24]
Für mich sahen alle diese barfüßigen, weißverhüllten Gestalten gleich bedeutsam aus. [Die Zeit, 04.04.1957, Nr. 14]
So solide porträtierte er damals auch Vater und Mutter oder ein »Barfüßiges Mädchen". [Die Welt, 15.10.2005]
Zitationshilfe
„barfüßig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/barf%C3%BC%C3%9Fig>.

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