barock

GrammatikAdjektiv
Worttrennungba-rock
HerkunftFranzösisch
GrundformBarock
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
ohne Steigerung
entsprechend der Bedeutung von Barock
Beispiele:
ein herrlicher barocker Bau
barocke Figuren, Verzierungen, Schnörkel
barocke Musik
barocke Verse
im barocken Stil
2.
seltsam, eigenartig
Beispiele:
ein barocker Geschmack, Einfall
einfache Vorgänge barock dargestellt [TucholskyGanz anders97]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

barock · Barock
barock Adj. ‘sonderbar, seltsam, überladen, schwülstig’, seit dem späten 19. Jh. vor allem terminologisch mit Bezug auf den Stil des Barock (s. unten); zunächst in den Formen baroque, baroc, barok (2. Hälfte 18. Jh.), vorübergehend auch mit eindeutschender Suffigierung barockisch (bereits Mitte 18. Jh.) vorkommende Entlehnung von frz. baroque ‘sonderbar, überladen’. Das frz. Adjektiv, zuerst im 16. Jh. in der Bedeutung ‘schiefrund, unregelmäßig’ auf Perlen angewandt, geht auf ein Substantiv port. barroco m. ‘Perle mit ungleichmäßiger Oberfläche, schiefrunder Edelstein’ zurück, dessen Herleitung unsicher ist (vermutlich vorroman., vielleicht von einem kelt. *verroccon, vgl. Corominas 1, 450 f.). Möglicherweise auf Grund des Gleichklangs mit der seit dem 13. Jh. bezeugten Kunstbildung mlat. nlat. baroco, die einen bestimmten Syllogismus in der formalen Logik benennt und als Inbegriff scholastischer Denkweise verspottet worden sein mag, entwickelt frz. baroque um 1700 den metaphorischen Gebrauch ‘verschroben, sonderbar, bizarr, überladen’; in der zweiten Jahrhunderthälfte, also zur Zeit der Übernahme ins Dt., ist es oft tadelnde Kennzeichnung eines veralteten Geschmacks und überholter, als schwülstig empfundener künstlerischer Gestaltungsmittel, namentlich in Architektur, bildender Kunst und Musik. Deutsche Kunsthistoriker gewinnen daraus Mitte des 19. Jhs. den von negativer Wertung freien Terminus Barock n. m. für die auf die Renaissance folgende Stilepoche (etwa vom Ausgang des 16. Jhs. bis 1750), der in andere europ. Sprachen entlehnt wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
arabesk · barock · ↗schnörkelhaft · ↗schnörkelig · verschnörkelt · ↗überladen  ●  ↗manieriert  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allegorie Baukunst Bürgerhaus Fassade Gartenanlage Gesamtkunstwerk Gotteshaus Hochaltar Klangrede Kleinod Klosteranlage Klosterkirche Palais Palazzo Pfarrkirche Pracht Prachtentfaltung Sammellust Schlossfassade Schloßanlage Stadterweiterung Trauerspiel Wallfahrtskirche Welttheater Zeughaus anmutend gotisch klassizistisch Überschwang Üppigkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›barock‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dem Trend zum "Event" folgend, präsentiert sich die Schau als "barocker Garten".
Die Welt, 12.11.1999
Im Original dauern barocke Opern oft fünf bis sechs Stunden.
Der Tagesspiegel, 23.01.1999
Kirche hielt dagegen noch längere Zeit an barocken Formen fest.
o. A.: Lexikon der Kunst - K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 19667
Diese Überlegung als solche ist bereits nicht mehr barocken Charakters.
Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 439
Er fühlte sich von der Kunst Bachs und der barocken Meister unmittelbar angesprochen.
Gerber, Rudolf: Brahms. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 4953
Zitationshilfe
„barock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/barock>, abgerufen am 19.01.2019.

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