barock

Grammatik Adjektiv
Worttrennung ba-rock
Wortbildung  mit ›barock‹ als Grundform: Barock
Herkunft aus baroquefrz ‘sonderbar, überladen’, zuerst ‘schiefrund, unregelmäßig’ (in Bezug auf Perlen) < barrocoport ‘Perle mit ungleichmäßiger Oberfläche, schiefrunder Edelstein’
eWDG

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von Barock
Grammatik: ohne Steigerung
Beispiele:
ein herrlicher barocker Bau
barocke Figuren, Verzierungen, Schnörkel
barocke Musik
barocke Verse
im barocken Stil
2.
seltsam, eigenartig
Beispiele:
ein barocker Geschmack, Einfall
einfache Vorgänge barock dargestellt [ TucholskyGanz anders97]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

barock · Barock
barock Adj. ‘sonderbar, seltsam, überladen, schwülstig’, seit dem späten 19. Jh. vor allem terminologisch mit Bezug auf den Stil des Barock (s. unten); zunächst in den Formen baroque, baroc, barok (2. Hälfte 18. Jh.), vorübergehend auch mit eindeutschender Suffigierung barockisch (bereits Mitte 18. Jh.) vorkommende Entlehnung von frz. baroque ‘sonderbar, überladen’. Das frz. Adjektiv, zuerst im 16. Jh. in der Bedeutung ‘schiefrund, unregelmäßig’ auf Perlen angewandt, geht auf ein Substantiv port. barroco m. ‘Perle mit ungleichmäßiger Oberfläche, schiefrunder Edelstein’ zurück, dessen Herleitung unsicher ist (vermutlich vorroman., vielleicht von einem kelt. *verroccon, vgl. Corominas 1, 450 f.). Möglicherweise auf Grund des Gleichklangs mit der seit dem 13. Jh. bezeugten Kunstbildung mlat. nlat. baroco, die einen bestimmten Syllogismus in der formalen Logik benennt und als Inbegriff scholastischer Denkweise verspottet worden sein mag, entwickelt frz. baroque um 1700 den metaphorischen Gebrauch ‘verschroben, sonderbar, bizarr, überladen’; in der zweiten Jahrhunderthälfte, also zur Zeit der Übernahme ins Dt., ist es oft tadelnde Kennzeichnung eines veralteten Geschmacks und überholter, als schwülstig empfundener künstlerischer Gestaltungsmittel, namentlich in Architektur, bildender Kunst und Musik. Deutsche Kunsthistoriker gewinnen daraus Mitte des 19. Jhs. den von negativer Wertung freien Terminus Barock n. m. für die auf die Renaissance folgende Stilepoche (etwa vom Ausgang des 16. Jhs. bis 1750), der in andere europ. Sprachen entlehnt wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
arabesk · barock · schnörkelhaft · schnörkelig · verschnörkelt · überladen  ●  manieriert  geh.

Typische Verbindungen zu ›barock‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›barock‹.

Verwendungsbeispiele für ›barock‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Überlegung als solche ist bereits nicht mehr barocken Charakters. [Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 439]
Kirche hielt dagegen noch längere Zeit an barocken Formen fest. [o. A.: Lexikon der Kunst - K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 19667]
Neuere Diagnosen vermuten auch eine Diabetes als Folge seiner barocken Lebensweise. [Die Zeit, 26.06.2006, Nr. 26]
Doch wie bei barocken Kirchen sieht man nur die Wirkung des Lichts, nicht seine Quelle. [Die Zeit, 06.05.2004, Nr. 20]
Das sind barocke Typen, und sie werden nicht die Einzigen sein, die kassiert haben. [Die Zeit, 24.03.2004, Nr. 13]
Zitationshilfe
„barock“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/barock>.

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