Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bass

Grammatik Adverb
Aussprache 
Ungültige Schreibung baß
Rechtschreibregel § 2
Wortbildung  mit ›bass‹ als Letztglied: fürbass

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [altertümelnd, spöttisch] weist auf starke Verwunderung hin
    1. a) sehr, ungemein
    2. b) stark, groß
  2. 2. [veraltet] besser
eWDG

Bedeutungen

1.
altertümelnd, spöttisch weist auf starke Verwunderung hin
a)
sehr, ungemein
Beispiele:
bass erstaunt, verwundert, befremdet, gekränkt sein
bass erschrecken
sich bass wundern, freuen
der bass erstaunte Zeuge
Die Herren der Kollekte erstaunten baß über des Pfarrers Weinberg [ J. WincklerBomberg73]
b)
stark, groß
selten
Grammatik: adjektivisch
Beispiel:
in basse Verwunderung aber fielen die Leute, als der Ludwig eines Tages beim Bäcker Rotter mit einem funkelnagelneuen … Tourenwagen vorfuhr [ O. M. GrafUnruhe347]
2.
veraltet besser
Beispiel:
er tät sich baß hervor [ SchillerWallenst. Lager7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

baß · fürbaß
baß Adv. ‘sehr, äußerst’. Das als komparative Steigerungsform zum Adverb wohl geltende baß ist heute nur noch in der scherzhaften, altertümelnden Wendung baß erstaunt sein gebräuchlich, im übrigen von besser (s. d.), dem (ursprünglich nur adjektivisch gebrauchten) Komparativ von gut, verdrängt worden. Ahd. baʒ ‘besser’ (9. Jh., zu wola ‘gut’), mhd. baʒ, aengl. afries. bet, asächs. bet, bat, anord. betr lassen sich zusammen mit den unter besser und Buße (s. d.) behandelten Formen auf germ. *bat-, *bōt- ‘gut’ zurückführen. Die Verbindung der im Germ. zahlreich vertretenen Wortgruppe mit außergerm. Formen wie aind. bhadráḥ ‘glückverheißend, glücklich, erfreulich’ und der Ansatz einer Wurzel ie. *bhā̌d- ‘gut’ bleiben unsicher. Erhalten ist baß noch in der (heute nur noch altertümelnd verwendeten) Zusammensetzung fürbaß Adv. ‘voran, weiter’, ahd. furbaʒ (11./12. Jh.), mhd. vurbaʒ.

Baß · Bassist
Baß m. ‘tiefste Stimm- bzw. Tonlage’, bezeichnet sowohl die einzelne tiefe Männerstimme als auch die Gesamtheit dieser Stimmen im Chor, den Sänger einer Baßpartie, das tiefste Streichinstrument (Kontrabaß) sowie die Gesamtheit tiefer Instrumente im Orchester. Wie zahlreiche andere Ausdrücke der Musik aus dem Ital. entlehnt (Ende 15. Jh.); ital. basso, eigentlich ‘niedrig, tief’, setzt gleichbed. spätlat. bassus fort, das im Mlat. bereits für die Bezeichnung der tiefen Tonlage verwendet wird. – Bassist m. ‘Sänger in der Baßstimmlage’ (Anfang 16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›bass‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›bass‹ und ›baß‹.

erstaunt

Verwendungsbeispiele für ›bass‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die begleiteten Madrigale sind bedeutender; sie verwenden manchmal ostinate Bässe. [Arnold, Denis: Merula. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 45198]
Wie in schauderndem Entsetzen rollen die Bässe durch die unheilvolle Stille. [Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 463]
Ich habe ihn geliebt – und der Bass lässt alles besser klingen. [Der Tagesspiegel, 05.10.2000]
Ergebnis ist ein blecherner Klang, begleitet von einem grummelnden Bass. [C’t, 2001, Nr. 8]
Er lässt die Bässe wummern, legt in der großen Disco auf. [Bild, 11.08.2000]
Zitationshilfe
„bass“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bass>.

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