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baumeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung bau-meln
Wortbildung  mit ›baumeln‹ als Letztglied: aufbaumeln · herabbaumeln · herunterbaumeln · hervorbaumeln
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich hängend in seiner ganzen Länge schlenkern, schaukeln
Beispiele:
ein Maskottchen baumelt im Autofenster
ein Blechschild baumelt über der Wirtshaustür
eine Kirsche baumelt an einem Zweig
ein loser Knopf baumelt am letzten Faden
Strümpfe baumeln an der Wäscheleine
eine baumelnde Quaste
er ließ die Beine ins Wasser baumeln
baumle, baumele nicht mit den Füßen!
salopp, derbder Mörder soll (am Galgen, Strick) baumeln (= soll erhängt werden)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

baumeln Vb. ‘frei hängend hin und her schaukeln’ (17. Jh.). Die Herkunft ist ungewiß; baumeln wird teilweise als Ableitung von Baum (s. d.) erklärt und als ‘an einem Baum hängend sich hin und her bewegen’ gedeutet. Eher aber dürfte darin eine omd. Nebenform des vorwiegend dem nordd. Sprachgebiet angehörenden bammeln ‘schaukeln’ zu sehen sein, das (wie bummeln, bammeln, s. d.) ursprünglich eine bewegungsnachahmende Bildung ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
herunterhängen · hängen  ●  baumeln  ugs.
Synonymgruppe
baumeln · hin- und herpendeln · hin- und herschwingen · hin- und herwedeln · pendeln · schwingen · wedeln
Synonymgruppe
am Galgen hängen · baumeln
Synonymgruppe
(herum)baumeln  ●  lose herumhängen  Hauptform · auf halb acht hängen  ugs., fig. · halblebig hängen  ugs., schwäbisch · herumschlabbern  ugs., salopp · herumschlackern  ugs.

Typische Verbindungen zu ›baumeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›baumeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›baumeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über seinem Arm baumelte ein langer Mantel mit braunkariertem Futter. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 104]
Dabei fingen die beiden Kameras, die nun um seinen Hals hingen, zu baumeln an. [Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 45]
Baumelt, wie man hört, schon mit den Beinen auf dem abgesägten Ast. [Die Zeit, 26.04.1996, Nr. 18]
Ich will am Bug sitzen und die Beine baumeln lassen. [Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11]
Ein Bein ließ er in ein frisch ausgehobenes Grab baumeln. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 388]
Zitationshilfe
„baumeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/baumeln>.

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