bauschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbau-schen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›bauschen‹ als Erstglied: ↗Bauschung  ·  mit ›bauschen‹ als Letztglied: ↗aufbauschen · ↗umbauschen · ↗vorbauschen · ↗zusammenbauschen
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. füllig und prall machen, etw., sich aufblähen
Beispiele:
der Wind bauschte die Segel
die Vorhänge, Segel bauschen sich im Winde
das Kleid bauscht (sich) an der Hüfte
die Manteltasche bauscht (= klafft, wirft Falten)
sie trug gebauschte Ärmel
In diesem Augenblick bauschten die Gardinen am Fenster [FontaneUnwiederbringlich324]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bausch · bauschen · bauschig
Bausch m. ‘lockere, knäuelartige Verdickung, Wulst’. Ahd. būsc (für lat. caestus) ‘Schlagriemen mit eingenähten Metallteilen, den sich die Faustkämpfer wulstförmig um Hände und Arme wickeln’ (um 1000), mhd. būsch auch ‘Schlag, der Beulen verursacht’ und ‘Sattelwulst’ läßt sich mit Gutturalsuffix zur s-Erweiterung der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ (s. ↗Beule, ↗Busen, ↗böse) stellen. Die Redensart in Bausch und Bogen ‘im ganzen genommen, völlig, ohne Unterschied’ (16. Jh.) geht wohl auf die Abmessung des Grenzverlaufs beim Kauf von Grundstücken zurück (¹DWB 1, 1198), wobei Bausch die auswärts-, Bogen die einwärtsgehende Grenzfläche bedeutet, d. h., das an der einen Stelle fehlende Stück wird durch das an der anderen Stelle übergreifende ausgeglichen. bauschen Vb. ‘schwellen, auftragen, sich blähen’, mhd. biuschen, būschen ‘schlagen, klopfen’; aufbauschen Vb. ‘aufblähen, übertreiben’ (18. Jh.). bauschig Adj. ‘wulstig, auftragend’ (Ende 18. Jh.), älter bauschecht (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) blähen · bauschen
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) füllen · ↗anschwellen · bauschen · ↗wölben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abendwind Fahne Fenster Gardine Gewand Hüfte Kleid Luftzug Mantel Rock Segel Seide Stoff Tuch Vorhang Wind aufbauschen wehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bauschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die nämlich bauscht sich, als gelte es, dahinter große Charaktere sichtbar zu machen.
Die Zeit, 22.03.1968, Nr. 12
Mal üppig, mal schmal bauscht sich der Rock aus Gaze oder Seide.
Der Tagesspiegel, 03.01.2003
Über uns bauscht sich die Seide des Überwurfs als Baldachin.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 228
Um 1645 blickt der junge Maler eitel unter einem pilzförmigen Hut hervor, sein halbes Gesicht verschattet, sein langes Haar gebauscht.
Die Welt, 29.10.2004
Mal sind die Giebel barock gebauscht, mal versuchsweise modern gestrafft.
Süddeutsche Zeitung, 29.12.2000
Zitationshilfe
„bauschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bauschen>, abgerufen am 18.10.2019.

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