Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

beanstanden

Grammatik Verb · beanstandet, beanstandete, hat beanstandet
Nebenform österreichisch beanständen · Verb
Aussprache 
Worttrennung be-an-stan-den ● be-an-stän-den
formal verwandt mitAnstand1
eWDG

Bedeutung

etw. bemängeln, an etw. Anstoß nehmen
Beispiele:
beschädigte, minderwertige Waren, verdorbene Lebensmittel beanstanden
die beanstandeten Mängel wurden schnell behoben
einen Produktionsfehler beanstanden
eine Wahl beanstanden
ein Leser beanstandete den Zeitungsartikel
die Postsendung wurde vom Zoll beanstandet
die Behörde beanstandete den Pass
jmds. Schrift, Stil, Ausdruck beanstanden
jmds. Behauptung, Recht entschieden, scharf beanstanden
Eine … Rebhuhnpastete werden die Leckermäuler nicht beanstanden [ G. KellerKleider machen Leute6,296]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Anstand · anstandslos · beanstanden · anständig · unanständig
Anstand m. in verschiedenen Verwendungsweisen dem Präfixverb anstehen (s. stehen) folgend. Anfangs (mhd. anstant) ‘das Anstehen-Lassen’, insbesondere ‘Aufschub der Kampfhandlungen, Waffenstillstand, Friede’, in dem allgemeinen Sinne ‘Aufschub, Einwand’ noch im 19. Jh.; dazu die Wendung (keinen) Anstand nehmen ‘(keine) Bedenken tragen’; ‘das Anstehen’, um zum Schuß zu kommen (18. Jh.), daraus ‘An-, Hochsitz’ des Jägers; ‘was wohl ansteht, der guten Sitte entsprechendes Benehmen’ (Ende 17. Jh.). anstandslos Adj. ‘ohne Einwände, ohne weiteres’ (19. Jh.). beanstanden Vb. nur vereinzelt ‘anstehen lassen, aufschieben’, sonst ‘Einwände erheben, rügen’ (19. Jh.). anständig Adj. ‘zuständig, geziemend’ (Ende 15. Jh.), ‘schicklich, höflich’ (17. Jh.); unanständig Adj. ‘anstößig’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beanstanden · bemängeln · monieren · reklamieren · rügen  ●  bemäkeln  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(etwas) beanstanden · (etwas) reklamieren  ●  (sich) beschweren (über)  Hauptform · Krach schlagen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›beanstanden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›beanstanden‹ und ›beanständen‹.

Verwendungsbeispiele für ›beanstanden‹, ›beanständen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er selber beanstandete meinen Satz, nicht das Geld regiere, sondern die Bildung. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1952. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1952], S. 261]
Hier beanstandete ein Käufer, daß sich auf dem Monitor ein weißer Streifen bildet, wenn er nicht mit Text belegt ist. [C't, 1996, Nr. 10]
Die Penisse sind schnell hingekritzelt, da gibt es nichts zu beanstanden. [Die Zeit, 28.10.2013, Nr. 43]
Die mexikanische Regierung beanstandete, dass Lugo für seine Verteidigung nur eine kurze Zeit gewährt worden sei. [Die Zeit, 23.06.2012, Nr. 26]
Insgesamt beanstanden Patienten nach Schätzungen jährlich in rund 40000 Fällen ihre Behandlung. [Die Zeit, 21.06.2011 (online)]
Zitationshilfe
„beanstanden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beanstanden>.

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