beanstanden

GrammatikVerb · beanstandete, hat beanstandet
Nebenform österreichisch beanständen · Verb
Worttrennungbe-an-stan-den · be-an-stän-den
formal verwandt mitAnstand1
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. bemängeln, an etw. Anstoß nehmen
Beispiele:
beschädigte, minderwertige Waren, verdorbene Lebensmittel beanstanden
die beanstandeten Mängel wurden schnell behoben
einen Produktionsfehler beanstanden
eine Wahl beanstanden
ein Leser beanstandete den Zeitungsartikel
die Postsendung wurde vom Zoll beanstandet
die Behörde beanstandete den Pass
jmds. Schrift, Stil, Ausdruck beanstanden
jmds. Behauptung, Recht entschieden, scharf beanstanden
Eine ... Rebhuhnpastete werden die Leckermäuler nicht beanstanden [G. KellerKleider machen Leute6,296]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Anstand · anstandslos · beanstanden · anständig · unanständig
Anstand m. in verschiedenen Verwendungsweisen dem Präfixverb anstehen (s. ↗stehen) folgend. Anfangs (mhd. anstant) ‘das Anstehen-Lassen’, insbesondere ‘Aufschub der Kampfhandlungen, Waffenstillstand, Friede’, in dem allgemeinen Sinne ‘Aufschub, Einwand’ noch im 19. Jh.; dazu die Wendung (keinen) Anstand nehmen ‘(keine) Bedenken tragen’; ‘das Anstehen’, um zum Schuß zu kommen (18. Jh.), daraus ‘An-, Hochsitz’ des Jägers; ‘was wohl ansteht, der guten Sitte entsprechendes Benehmen’ (Ende 17. Jh.). anstandslos Adj. ‘ohne Einwände, ohne weiteres’ (19. Jh.). beanstanden Vb. nur vereinzelt ‘anstehen lassen, aufschieben’, sonst ‘Einwände erheben, rügen’ (19. Jh.). anständig Adj. ‘zuständig, geziemend’ (Ende 15. Jh.), ‘schicklich, höflich’ (17. Jh.); unanständig Adj. ‘anstößig’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beanstanden · ↗bemängeln · ↗monieren · ↗reklamieren · ↗rügen  ●  ↗bemäkeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) beanstanden · ↗(etwas) reklamieren  ●  (sich) beschweren (über)  Hauptform · Krach schlagen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufsichtsbehörde BGH Beweiswürdigung Bundesgerichtshof Bundeskartellamt Bundesrechnungshof Bundestagsverwaltung Bundesverfassungsgericht Datenschutzbeauftragte EU-Kommission Fehlen Geschäftsbedingung Klausel Kläger Kontrolleur Landesmedienanstalt Landesmediumanstalten Landesrechnungshof Mangel Prüfer Rechnungshof Rechnungsprüfer Sicherheitsmangel Verfassungsgericht Verfassungsrichter Vergabeverfahren Werberat rechtlich strafrechtlich verfassungsrechtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beanstanden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei den neuen Spielern habe ich überhaupt nichts zu beanstanden.
Die Welt, 01.08.2002
Juristisch betrachtet sei die geplante Übernahme zwar nicht zu beanstanden.
Süddeutsche Zeitung, 26.09.2001
Er selber beanstandete meinen Satz, nicht das Geld regiere, sondern die Bildung.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1952. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1952], S. 261
Nun gut, was haben Sie am nächsten Satz zu beanstanden?
o. A.: Einhundertzweiter Tag. Montag, 8. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 17122
Aber wozu habe ich dies und jenes beanstandet und getadelt?
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 219
Zitationshilfe
„beanstanden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beanstanden>, abgerufen am 16.06.2019.

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