Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

beben

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-ben
Wortbildung  mit ›beben‹ als Erstglied: Bebung  ·  mit ›beben‹ als Letztglied: aufbeben · durchbeben · erbeben · zurückbeben
 ·  mit ›beben‹ als Binnenglied: angstbebend · freudebebend · rachebebend · wutbebend · zornbebend
 ·  mit ›beben‹ als Grundform: Beben
eWDG

Bedeutung

heftig zittern
Beispiele:
die Erde bebt
die Häuser bebten bis in ihre Grundfesten
die Brücke bebt unter dem Gleichschritt der Truppe
dichterischGräser, Blätter beben im Wind
gehobenjmd. bebt am ganzen Leib, an allen Gliedern
gehobenseine Lippen beben
gehobenmit bebender Stimme sprechen
gehobenvor Angst, Wut, Kälte, innerer Erregung beben
gehobenvor jmdm. zittern und beben (= große Angst vor jmdm. haben)
gehobendie Mutter bebte (= war in großer Sorge) um ihr krankes Kind
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beben · bebbern · bibbern · erbeben · Beben · Erdbeben
beben Vb. ‘heftig zittern’, ahd. bibēn ‘beben, zittern’ (9. Jh.), mhd. biben, asächs. biƀon, bibōn, mnd. mnl. bĕven, nl. beven, afries. bevia, bivia, aengl. bifian, anord. bifa erweisen sich als reduplizierende Bildungen (germ. *bibai-) zur Wurzel ie. *bhōi-, *bhəi- ‘sich fürchten’. Die Reduplikation stammt wie in aind. bibhḗti ‘fürchtet sich’ vermutlich aus einer alten Perfektform. Das -e- der ersten Silbe in nhd. beben setzt sich im 16. Jh. mit Luthers Bibelübersetzung durch und ist nd. Ursprungs, vgl. mnd. mnl. bēven ‘zittern, beben’. Mundartliche, besonders nd. Formen, wie iteratives bebern und bibbern, dringen ins Hd., vgl. nhd. bebbern, bibbern (Anfang 19. Jh.), auch nl. bibberen. erbeben Vb. ‘heftig erzittern, erregt werden’, ahd. irbibēn ‘erbeben, erzittern’ (10. Jh.), mhd. erbiben. Beben n. ‘Erschütterung der Erdoberfläche’, in der Geologie als gekürzte Form von Erdbeben seit der 1. Hälfte des 20. Jhs. gebräuchlich. Zur genaueren Bezeichnung dienen die Komposita Erd-, See-, Fernbeben. Erdbeben n. ‘Erschütterung der Erdkruste’, vgl. ahd. erdbibunga, erdbiba (9. Jh.), mhd. ertbibunge, ertbibe, asächs. erðbiƀunga, mnd. ērtbēvinge, mnl. erdbevinge, aengl. eorþbyfung. Im Mhd. (md.) erscheint der substantivierte Infinitiv im Kompositum ertbiben; Luther verwendet Erdbeben neben Erdbebung.

Thesaurus

Physik
Synonymgruppe
beben · erbeben · erzittern · vibrieren · zittern  ●  ruckeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
beben · schwabbeln · wabbeln · wackeln · zittern

Typische Verbindungen zu ›beben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beben‹.

Verwendungsbeispiele für ›beben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Tier bebte am ganzen Leib, wagte sich nicht mehr voran und nicht mehr zurück. [Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 198]
Die Erde hatte in der Region so heftig gebebt wie seit 23 Jahren nicht mehr. [Die Zeit, 26.10.2013 (online)]
Dann dachte ich plötzlich, irgendwie schwimmt hier alles, hier bebt alles. [Die Zeit, 11.04.2012 (online)]
In Japan bebt im Jahr rund 5000 mal die Erde. [Die Zeit, 17.08.2011 (online)]
Rund tausend Mal im Jahr bebt bei ihnen die Erde. [Die Zeit, 14.03.2011, Nr. 11]
Zitationshilfe
„beben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beben>.

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