bechern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-chern (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

scherzhaft zechen
Beispiele:
es wurde die ganze Nacht gebechert
wenn der Landadel mit seinen Damen hier einkehrte und schmauste und becherte [LöscherAlles Getrennte373]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Becher · bechern
Becher m. ‘Trinkgefäß ohne Henkel’. Ahd. behhari ‘Becher, Kelch, Opferschale, Krug’ (11. Jh.), mhd. becher, asächs. bikeri, mnd. mnl. bēker, anord. bikarr (woraus engl. beaker ‘Becher’) sind Entlehnungen aus mlat. bicarius m., bicarium n. ‘Becher, (Trink)gefäß’ oder schon aus gleichbed., im Roman. fortlebenden vlat. *bicārus, *biccārius m. (-cc- vielleicht durch Einfluß von vlat. *baccus, *bacca, s. ↗Becken). Man führt diese Formen meist auf griech. bī́kos (βῖκος) ‘(Wein-, Wasser)krug, -becher’ zurück, eventuell über ein deminutives byzant.-griech. *bīkárion (*βικάριον). Da mlat. bicarius und gleichbed. bicarium eine Fülle lautlicher Varianten neben sich haben (vgl. anlautend ba-, be-, by-, pe-, pi-), erwägt man auch, die mlat. Formen an spätlat. bacar, bacarium, bacario (neben becario) ‘Weinkrug (mit Henkel)’, Bildungen zu lat. bāca, bacca ‘(Wein)beere’, anzuknüpfen. bechern Vb. scherzhaft für ‘tüchtig trinken, zechen’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) betrinken · (sich) sinnlos betrinken · ↗(viel Alkohol) trinken  ●  ↗feiern  jugendsprachlich, verhüllend · ↗(einen) verlöten  ugs., regional · (einen) über den Durst trinken  ugs., variabel · ↗(sich einen) ballern  ugs. · ↗(sich etwas) genehmigen  ugs. · ↗(sich) abschießen  ugs. · ↗(sich) besaufen  ugs. · (sich) die Hucke vollsaufen  ugs. · (sich) die Kante geben  ugs. · (sich) einen auf die Lampe gießen  ugs., fig. · (sich) einen hinter die Binde kippen  ugs., fig. · (sich) einen zur Brust nehmen  ugs. · (sich) volllaufen lassen  ugs. · (sich) zulaufen lassen  ugs. · (sich) zusaufen  ugs. · ↗(sich) zuschütten  ugs. · bechern  ugs. · bürsteln  ugs., österr. · ins Glas schauen  ugs. · ↗saufen  ugs. · ↗süppeln  ugs. · tschechern  ugs., salopp, ostösterreichisch · ↗zechen  ugs.
Oberbegriffe
  • (sich) einen (...) genehmigen · Alkohol trinken  ●  (eine Flasche Wein o.ä.) verpitschen  ugs., ruhrdt. · (sich) (die) Kehle anfeuchten  ugs. · (sich) (die) Kehle ölen  ugs. · (sich) (einen) hinter die Binde kippen  ugs. · einen heben  ugs.
Assoziationen
  • trinken  ●  (nasser) Alkoholiker (sein)  variabel · ↗alkoholabhängig (sein)  variabel · zur Flasche greifen  fig. · ↗saufen  derb
  • (bei alkoholischen Getränken) nicht nein sagen · ↗(dem Alkohol) zugetan · (sich) gerne (schon mal) einen trinken · gerne dem Alkohol zusprechen · mit dabei sein wenn es was zu trinken gibt  ●  gerne Alkohol trinken  Hauptform · dem Trunke hold (sein)  geh. · nicht ins Glas spucken  ugs.
  • Vatertag  ●  ↗Herrentag  ugs., regional · ↗Männertag  ugs., regional
  • Alkohol · Teufel Alkohol  ●  ↗Alk  ugs.
  • Trinkhalm · ↗Trinkröhrchen  ●  Plastikstrohhalm  ugs. · ↗Strohhalm  ugs.
  • Alkoholvergiftung  ●  ↗Alkoholintoxikation  fachspr. · C2-Abusus  fachspr. · C₂-Abusus  fachspr.
  • Teufel Alkohol · alkoholhaltiges Getränk  ●  ↗Alkoholika  Plural · alkoholisches Getränk  Hauptform · ↗Alk  ugs., salopp · ↗Alkohol  ugs.
  • (jemanden) benebeln · ↗(jemanden) beschwipsen · ↗berauschen  ●  betrunken machen (aufgrund des Alkoholgehalts)  Hauptform · ↗knallen  ugs.
  • (ein) wüstes Zechgelage veranstalten · (sich) hemmungslos besaufen
  • (stark) alkoholisiert · betrunken, wie er war · im Rausch · in angetrunkenem Zustand · unter Alkoholeinfluss (stehen)  ●  im Suff  ugs. · im Tran  ugs. · in seinem besoffenen Zustand  ugs. · unter Alkohol  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

kräftig tanzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bechern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie bechern für 10 Mark, Männer blechen 15 Mark für jeweils 60 Minuten.
Bild, 07.02.2000
Man kann saufen, bechern, zechen oder sich hemmungslos volllaufen lassen.
Der Tagesspiegel, 27.03.2005
Ich habe hier noch keinen gesehen, der so gebechert hätte, bei uns im Team schon gar nicht.
Die Zeit, 10.10.2011, Nr. 41
Weibliche Burschenschaftler bechern weniger, immerhin aber genausoviel wie männliche Studenten, die nicht organisiert sind.
Süddeutsche Zeitung, 26.05.1997
Und wir becherten wie die Bürstenbinder, begossen unser unversehrtes Leben immer wieder mit einem Ganzen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26346
Zitationshilfe
„bechern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bechern>, abgerufen am 10.12.2019.

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