bedürfnislos

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-dürf-nis-los (computergeneriert)
WortzerlegungBedürfnis-los
Wortbildung mit ›bedürfnislos‹ als Erstglied: ↗Bedürfnislosigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

ohne Bedürfnisse, genügsam
Beispiel:
ein bedürfnisloser Mensch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bedürfen · Bedürfnis · bedürfnislos · Bedürfnislosigkeit · bedürftig · Bedürftigkeit · Bedarf
bedürfen Vb. ‘brauchen, nötig haben’, ahd. bithurfan ‘bedürftig sein, brauchen, bedürfen’ (um 800), mhd. bedurfen, bedürfen, mnd. bedörven, bederven, bedarven stimmen mit der alten Bedeutung des Simplex ↗dürfen (s. d.) überein; auch sie werden von Anfang an vor allem mit dem Genitiv verbunden (es bedurfte keiner Worte, der Ruhe bedürfen). Bedürfnis n. ‘Verlangen, Wunsch’, frühnhd. bedürfnisse (15. Jh.), mnd. bederfnisse, auch ‘Mangel, Dürftigkeit’; verhüllend sein Bedürfnis (‘seine Notdurft’) befriedigen, verrichten (19. Jh.). bedürfnislos Adj. ‘genügsam’ (Ende 18. Jh.); Bedürfnislosigkeit f. (Anfang 19. Jh.). bedürftig Adj. ‘arm, Mangel leidend, mittellos’, in der Wendung einer Sache, jmds. bedürftig sein ‘etw., jmdn. brauchen, nötig haben’; ahd. bithurftīg (Hs. 13. Jh.), spätmhd. bedurftic. Vgl. zu Anfang des 17. Jhs. bezeugtes, heute untergegangenes Bedurft f. ‘Bedürfnis’. Im Sinne von ‘notleidend’ begegnet das Adjektiv oft substantiviert die Bedürftigen Plur. Zu der letztgenannten Bedeutung ist Bedürftigkeit f. ‘Mangel, Armut’ (Mitte 16. Jh.) gebildet. Bedarf m. ‘Erfordernis, Nachfrage’, das die gleiche Ablautstufe wie der Singular des präterital gebildeten Präsens von bedürfen aufweist, wird im 16. Jh. aus mnd. bedarf, bederf ‘Notdurf, Mangel’ ins Hd. übernommen. Anfangs nur in der Kanzleisprache üblich, setzt sich Bedarf im 18. Jh. als Ausdruck der Handelssprache im Sinne von ‘Dinge, derer man bedarf’ allgemein gegenüber der alten Bedeutung ‘Mangel’ durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
bedürfnislos · ↗genügsam

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie lebten in einer Welt für sich, bedürfnislos, wortkarg, apathisch.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Überhaupt ist nicht dies das Problem, ob man religiös bedürfnislos sein kann.
Die Welt, 14.04.2001
Für sich selbst erhob der bedürfnislose Mann keine Ansprüche, er fand Erfüllung in der Politik.
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2002
Er lebte völlig bedürfnislos, asketisch, aber nicht um der Askese willen.
Die Zeit, 18.10.1963, Nr. 42
Zum Glück musste ich mein Leben nicht umstellen, da ich immer vorsichtig mit Geld umgegangen war und relativ bedürfnislos lebe.
Der Tagesspiegel, 17.04.2005
Zitationshilfe
„bedürfnislos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bedürfnislos>, abgerufen am 18.04.2019.

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