Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bedauern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-dau-ern
Wortbildung  mit ›bedauern‹ als Erstglied: bedauernswert  ·  mit ›bedauern‹ als Grundform: Bedauern

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. jmdn. bemitleiden
  2. 2. ⟨jmd. bedauert etw.⟩ jmdm. tut etw. leid
    1. [höflich] ⟨(ich) bedaure, bedauere!⟩ drückt Verneinung, Ablehnung aus
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn. bemitleiden
Beispiele:
einen Kranken bedauern
sie ist wirklich zu bedauern
er wollte nur bedauert sein
2.
jmd. bedauert etw.jmdm. tut etw. leid
Beispiele:
ich bedaure, bedauere diesen Vorfall, Irrtum
wir bedauern, dir so viel Mühe gemacht zu haben
jmd. bedauert etw. lebhaft, sehr, innig, tief, aufrichtig, von Herzen
es ist zu bedauern, dass …
mit einem bedauernden (= Bedauern ausdrückenden) Achselzucken
er schüttelte bedauernd den Kopf
Bedaure, widersprechen zu müssen [ FontanePetöfy45]
höflich (ich) bedaure, bedauere!drückt Verneinung, Ablehnung aus
Beispiel:
»Kommen Sie heute Abend?« »Bedaure sehr, aber ich habe etwas anderes vor«
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dauern2 · bedauern · Bedauern
dauern2 Vb. ‘leid tun, Mitleid erregen’, mhd. tūren, mnd. dūren, ablautend zum Adjektiv teuer (s. d.), mhd. tiure, daher ursprünglich ‘zu teuer, zu kostbar sein, dünken’, aber schon mhd. auch in der heute allein üblichen Bedeutung ‘schmerzen, leid tun’, vielfach in unpersönlicher Konstruktion. Der d-Anlaut begegnet seit dem 15. Jh. und setzt sich ebenso wie der seit dem 16. Jh. auftretende Wechsel von dauren zu dauern Ende 18. Jh. durch. bedauern Vb. ‘bemitleiden, Mitgefühl empfinden’, mhd. betūren ‘zu kostbar dünken, leid tun’, Präfixbildung zu tūren (s. oben); daneben auch mhd. betiuren (das formal heutigem beteuern, s. teuer, entspricht). In unpersönlicher Konstruktion steht der Gegenstand des Mitleids, des Bedauerns ursprünglich (wie beim Simplex) im Genitiv, später im Nominativ. Die heutige Verwendung, die den Gegenstand des Bedauerns nur als Akkusativobjekt kennt, entwickelt sich im 17. Jh. Bedauern n. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bedauern · bemitleiden
Synonymgruppe
(jemandem) leidtun · bedauern  ●  (jemandem) in der Seele weh tun  ugs., Redensart · (jemanden) dauern  geh., veraltend, literarisch
Assoziationen
  • (ich) bitte tausendmal um Entschuldigung · bedaure · bedaure sehr · ich bin untröstlich · tut mir außerordentlich leid · tut mir echt leid · tut mir leid  ●  Kannst du mir noch mal verzeihen?  floskelhaft · (bitte) vergib mir!  geh. · Kannst du mir noch einmal vergeben?  geh. · ich bitte um Vergebung  geh. · sorry  ugs., engl.

Typische Verbindungen zu ›bedauern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bedauern‹.

Verwendungsbeispiele für ›bedauern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bedaure, nicht schon früher zu dem wirksamen Mittel gegriffen zu haben. [o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 59]
Der Baron bedauerte sehr, mich nicht mit dabeigehabt zu haben. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 359]
Heute bedauere ich das aber nicht, weil ich mich dadurch verändern konnte. [Der Spiegel, 15.06.1998]
Nur ist zu bedauern, daß die zahlreichen Juden nicht erwähnt werden. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 390]
Ich bedauerte ihn, dass er trotz des Betriebsfestes am vorherigen Abend arbeiten müsse. [Die Zeit, 10.02.2000, Nr. 7]
Zitationshilfe
„bedauern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bedauern>.

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