Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bedeutend

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung be-deu-tend
Wortzerlegung bedeuten -end2
Wortbildung  mit ›bedeutend‹ als Letztglied: hochbedeutend · unbedeutend
eWDG

Bedeutungen

1.
beachtlich, bemerkenswert
a)
von großer Geltung, geistig groß
Beispiele:
ein bedeutender Gelehrter, Mann
eine bedeutende Persönlichkeit
er ist ein bedeutender Kopf
Werke der bedeutendsten (= größten) Meister des 17. Jahrhunderts
ein bedeutend aussehender Mann
Er machte … den Eindruck eines bedeutenden, eines seltenen und ungewöhnlich begabten Menschen [ HesseSteppenw.4,190]
b)
künstlerisch wertvoll
Beispiele:
ein bedeutendes Buch, Filmwerk, Bauwerk
von diesem Künstler ist noch Bedeutendes zu erwarten
die Gemäldegalerie enthält viel Bedeutendes
c)
wichtig
Beispiele:
ein bedeutender Gesetz, Ereignis
eine bedeutende Rolle spielen
er hat eine bedeutende Position
das bedeutendste Stahlwerk des Landes
Immerhin hielt ich den Fund für bedeutend genug, um ihn … in die Tasche zu stopfen [ CarossaKindheit45]
d)
mengenmäßig groß
Beispiele:
sein Anteil an dieser Arbeit ist bedeutend
bedeutende finanzielle Ausgaben
ein bedeutendes Vermögen hinterlassen
e)
räumlich groß
Beispiel:
ein breites, von bedeutenden Strömen … durchschnittenes [Gebiet] [ MommsenRöm. Geschichte1,5]
übertragen
Beispiel:
er war in dieser Sache einen bedeutenden Schritt weiter gekommen
f)
dient als Verstärkung   sehr
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
sein Zustand hat sich bedeutend gebessert
die Sonne sinkt schon ganz bedeutend [ HalbeDie HeimatlosenV]
viel
Grammatik: vor dem Komparativ
Beispiele:
du bist bedeutend größer als er
es ist heute bedeutend kälter als gestern
gespreizt um ein Bedeutendes (= sehr)
Grammatik: in adverbialer Wendung
Beispiel:
er ist um ein Bedeutendes gewachsen
(ziemlich) viel
Grammatik: vor dem Komparativ
Beispiel:
sie fanden ihn um ein Bedeutendes älter geworden
2.
veraltet bedeutungsvoll
Beispiel:
Er sah mich lange und bedeutend an [ Grillp.BlankaI 7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

deuten · Deutung · deutlich · deuteln · zweideutig · bedeuten · bedeutend · bedeutsam · Bedeutung
deuten Vb. ‘zu erklären versuchen, auslegen, (mit dem Finger) auf etw. zeigen, hinweisen’. Ahd. thiuten (um 1000), mhd. diuten ‘verständlich machen, erklären, zeigen, übersetzen, bedeuten’, mnd. dǖden, mnl. dūden, dieden, nl. duiden, aengl. geþīedan ‘übersetzen’, anord. þȳða ‘deuten, erklären’, schwed. tyda, dän. tyde sind wie deutsch (s. d.) Denominativa zu germ. *þeuðō ‘Volk’, ie. *teutā ‘(Menge) Volk, Land’, das seinerseits t-Ableitung zur Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə- ‘schwellen’ (s. Daumen) ist. Die Bedeutung des Verbs kann danach etwa ‘vor dem versammelten Volk erklären, für das Volk verständlich machen’ lauten. Daraus entwickelt sich früh ‘(Vorgänge, Erscheinungen und Äußerungen) erklären, auslegen’ und ‘(aus einer fremden Sprache in die eigene) übersetzen’, auch ‘einen bestimmten Sinn haben, bedeuten’; in mhd. Zeit kommt ‘auf etw. zeigen, hinweisen’ dazu. Deutung f. ‘Auslegung, Erklärung, Bedeutung’, mhd. diutunge, mnd. dǖdinge, nl. duiding. deutlich Adj. ‘klar erkennbar, verständlich, eindeutig’, spätmhd. diutlich, mnd. dǖdel(i)k, nl. duidelijk; vereinzelt mhd. frühnhd. diutelich, deutelich (mit Fugen-e), im 16./17. Jh. in adverbialer Verwendung gelegentlich diutelichen, deutelichen. deuteln Vb. ‘kleinlich, spitzfindig auslegen, (herum)deuten’ (1. Hälfte 16. Jh.), Iterativbildung zu deuten. zweideutig Adj. ‘zwei Deutungen zulassend, anzüglich’, seit der Mitte des 17. Jhs. als Verdeutschung von spätlat. aequivocus ‘doppelsinnig, mehrdeutig’ bezeugt, bald danach auch im Sinne von ‘unverständlich, rätselhaft, unklar’. Im 18. Jh. entwickelt zweideutig die Bedeutung ‘anzüglich, schlüpfrig’, die mehr und mehr an Gebrauchshäufigkeit zunimmt. bedeuten Vb. ‘einen bestimmten Sinn haben, von bestimmtem Wert, von Wichtigkeit sein’, ahd. bithiuten ‘meinen, bedeuten’ (11. Jh.), mhd. bediuten ‘andeuten, verständlich machen, mitteilen, urteilen’, auch reflexiv sich bediuten ‘bedeuten, zu verstehen sein’; dazu bedeutend Part.adj. ‘beachtlich, bemerkenswert, wertvoll, bedeutungsvoll’ (18. Jh.), ursprünglich ‘auf etw. hindeutend, etw. ausdrückend’; bedeutsam Adj. ‘wichtig, vielsagend, bedeutungsvoll’ (Ende 18. Jh.); Bedeutung f. ‘Sinn, Wort-, Begriffsinhalt, Wichtigkeit’, mhd. bediutunge ‘Auslegung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) hohen Stellenwert genießen · (einen) hohen Stellenwert haben · Bedeutung haben · ankommen auf (es) · bedeutend · bedeutsam · gewichtig · groß · ins Gewicht fallen(d) · keine Kleinigkeit (sein) · maßgeblich · nicht zu unterschätzen · nicht zu vernachlässigen (sein) · relevant · von Belang · von Gewicht · von Relevanz · von großer Bedeutung · von großer Wichtigkeit · zentral · zählen  ●  Gewicht haben  fig. · großgeschrieben werden  fig. · von Bedeutung  Hauptform · wichtig (sein)  Hauptform · kein Kleckerkram  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Oberbegriffe
  • beschreibend (positiv)
Assoziationen
Synonymgruppe
bedeutend · dringend · elementar · ins Gewicht fallend · mächtig · wesentlich · wichtig
Synonymgruppe
bedeutend · beträchtlich · erheblich · um Längen · um ein Mehrfaches · um ein Vielfaches · um einiges · um vieles · viel (vor Komparativ) · weit · weitaus  ●  um ein Vieles  geh., veraltet
Synonymgruppe
(zahlenmäßig) groß · erheblich · in erheblichem Umfang · in großem Umfang · in großer Zahl · umfangreich  ●  bedeutend  fig.
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›bedeutend‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bedeutend‹.

Verwendungsbeispiele für ›bedeutend‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Champagne ist Frankreichs bedeutendstes Gebiet in der Herstellung moussierender Weine. [Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 146]
Die weißen Sorten sind bedeutend genügsamer als die roten Sorten. [Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 258]
Einen bedeutenden Platz in der photometrischen Analyse nehmen gemischte Komplexe ein. [o. A.[Autorenkollektiv]: Chemie der Pseudohalogenide, Heidelberg: Hüthig 1979 [1978], S. 290]
Das ganze Leben lang bemüht er sich, irgendwie zu einem bedeutenden Kapital zu kommen. [Klemz, Willy: Praktische Menschenkunde, Düsseldorf: Greif 1963, S. 94]
Auch ist die Umwandlung der chinesischen Wirtschaft eines der bedeutendsten Ereignisse dieses Jahrhunderts. [Der Spiegel, 16.12.1996]
Zitationshilfe
„bedeutend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bedeutend>.

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