bedingt

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung be-dingt
Grundform bedingen
Wortbildung  mit ›bedingt‹ als Letztglied: unbedingt  ·  mit ›bedingt‹ als Grundform: -bedingt

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. eingeschränkt
    1. mit Vorbehalt
  2. 2. von bestimmten Bedingungen abhängig
    1. a) ...
    2. b) [Jura] ...
    3. c) [Physiologie] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
eingeschränkt
Beispiele:
ein bedingtes Lob
Es liegt ... in diesem Komplimente etwas so verzweifelt Bedingtes [ MörikeNolten2,102]
mit Vorbehalt
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
etw. ist nur bedingt verwendbar, richtig
eine Regierung bedingt anerkennen
bedingt (= bis zu einem gewissen Grade) tauglich
2.
von bestimmten Bedingungen abhängig
a)
Beispiel:
eine bedingte Zusage
b)
Jura
Beispiele:
eine bedingte Verurteilung (= eine Verurteilung, bei der die Strafvollstreckung unter der Bedingung nicht stattfindet, daß sich der Verurteilte während einer Bewährungsfrist einwandfrei führt)
eine bedingte Strafaussetzung (= eine Aussetzung der Strafvollstreckung unter der Bedingung, dass sich der Verurteilte während einer Bewährungsfrist einwandfrei führt)
c)
Physiologie
Beispiel:
ein bedingter Reflex (= ein Reflex, der während des Lebens durch Erfahrung erworben worden ist)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bedingen · ausbedingen · Beding · Bedingung · Bedingnis · Bedingungssatz · bedingungslos · bedingt · unbedingt
bedingen Vb. ‘zwangsläufig zur Folge haben, voraussetzen, fordern’. Das Verb wird anfangs nur schwach flektiert, starke Formen treten wie bei dem Simplex dingen seit dem 17. Jh. auf. Das Präfixverb bedingen ist wie einfaches dingen (s. d.) ursprünglich ein Wort der Rechtssprache, mhd. bedingen ‘verhandeln, durch Verhandlung gewinnen, Bedingungen vorschreiben’, danach ‘vereinbaren, (sich) vorbehalten’, wofür heute ausbedingen Vb. mhd. ūʒbedingen. Die heute übliche Bedeutung von bedingen ist durch die Verbalsubstantive Beding n. (15. Jh.), Bedingung f. mhd. bedingung und Bedingnis f. (14. Jh.) beeinflußt, die im 16. Jh. eine ‘vertragliche Abmachung’, dann eine ‘Voraussetzung’ (im rechtlichen Sinn) bezeichnen. Bedingung ‘Voraussetzung’ geht im 18. Jh. in die philosophische Fachsprache, danach in die Allgemeinsprache ein, der Plural nimmt dabei die Bedeutung ‘Verhältnisse, Gegebenheiten’ an. Der grammatische Terminus Bedingungssatz m. gilt seit Beginn des 19. Jhs., älter Bedingungsrede (Stieler 1691). bedingungslos Adj. ‘ohne eine Bedingung, uneingeschränkt, vorbehaltlos’ kommt Mitte des 19. Jhs. auf. Wie Bedingung gelangt auch bedingt Part.adj. ‘von bestimmten Voraussetzungen abhängig, eingeschränkt’ und unbedingt Part.adj. ‘von keiner Voraussetzung abhängig, uneingeschränkt’ aus der Rechtssprache (bedingte Verurteilung) über die Verwendung in der Fachsprache der Philosophie in die Allgemeinsprache, wo unbedingt als Adverb den Sinn ‘auf jeden Fall, unter allen Umständen’ entwickelt.

Thesaurus

Synonymgruppe
abhängig (von) · bedingt (durch) · gekoppelt (mit) · gepaart (mit) · verbunden (mit)
Assoziationen
Synonymgruppe
ansatzweise · bedingt · eingeschränkt · nur teilweise · unter Vorbehalt
Assoziationen
  • bis zu einem gewissen Grad(e) · in einem gewissen Umfang · in gewissem Maß(e) · in gewissem Rahmen · in gewissem Umfang · teilweise · zum Teil  ●  in gewisser Hinsicht  Hauptform · ein Stück weit  ugs.
Synonymgruppe
...bedingt · auf Grund · aufgrund · aufgrund der Tatsache dass · aufgrund dessen dass · aufgrund von · begründet durch · dadurch dass · dank · durch · infolge · veranlasst durch · wegen  ●  auf Grund von  geh., veraltend · vermöge  geh. · wegen dem dass  ugs.
Assoziationen
  • betreffend · bezogen auf · hinsichtlich · im Hinblick auf · in ...angelegenheiten · in ...dingen · in ...fragen · in Bezug auf · in Hinblick auf · in puncto · mit Blick auf · soweit es ... angeht · soweit es ... betrifft · was (...) angeht · was ... anbelangt · was ... anlangt · wegen · zum Thema · zur Frage  ●  bezüglich  Papierdeutsch · bzgl.  Abkürzung · in Betreff (einer Sache)  Amtsdeutsch, veraltet · ...mäßig  ugs. · ...technisch  ugs. · im ...wesen  geh., auch ironisch · in Sachen  ugs. · von wegen  ugs.
  • angesichts · angesichts der Tatsache (dass) · angesichts dessen · hinsichtlich · im Hinblick auf · in Anbetracht (des / der ...) · in Anbetracht der Tatsache (dass) · in Bezug auf · mit Bezug auf · mit Rücksicht auf · vor dem Hintergrund · vor diesem Hintergrund  ●  dies in Rechnung gestellt  geh.
  • (die) Gelegenheit beim Schopfe ergreifen (und ...) · (die) Gelegenheit zum Anlass nehmen (und ...) · (etwas) zum Anlass nehmen, um · (jemandem) bietet sich die (willkommene) Gelegenheit (etwas zu tun) · aus diesem Anlass · bei dieser Gelegenheit
  • aufgrund dessen · daher · darum · deshalb · deswegen  ●  aus diesem Grund  Hauptform · darob  geh., veraltet, scherzhaft · dieserhalb und desterwegen  ugs., scherzhaft · von da  ugs. · von daher  ugs. · von dem her  ugs., floskelhaft · wegen dem  ugs.
  • insofern (... als) · insoweit (... als) · so gesehen · wenn man es (einmal) so betrachtet  ●  von daher  ugs.
  • anhand · durch · mit · mit Hilfe (von) · mithilfe · mittels · per · qua · unter Einsatz von · unter Zuhilfenahme von · vermittels · vermittelst · via  ●  über  ugs.
  • (auf etwas) zurückgehen · (auf etwas) zurückzuführen sein · (die) Gründe (dafür) sind in (...) zu suchen · (durch etwas / jemanden) verursacht sein · (einer Sache) zuzuschreiben sein · (in etwas / jemandem) begründet sein · (seine) Ursache haben in · (seinen) Ursprung haben in · (sich) erklären (aus / durch) · Grund dafür ist · Ursache dafür ist · basieren auf · beruhen auf · die Ursachen (dafür) sind in (...) zu sehen · entstammen · herrühren (von) · kommen (von) · liegen (an) · resultieren aus · zu tun haben (mit)  ●  (einem Umstand) geschuldet sein  bildungssprachlich · (sich einer Sache) verdanken  geh.
  • also · da · da ja · da obendrein · denn · ergo · indem · insofern · mithin · nachdem · nämlich · wo  ●  weil  Hauptform · alldieweil  ugs. · wegen dem, dass  ugs.
  • ...halber · aus · durch · halber (nachgestellt) · wegen  ●  ob  veraltet
  • (...) halber · für · um (...) willen · um dessentwillen · wegen · zugunsten · zuliebe  ●  ...halber  ugs. · fürn  ugs.
  • anlässlich · auf Grund · aufgrund · aus Anlass (von)  ●  angelegentlich  fachspr., Amtsdeutsch · bei Gelegenheit  geh., veraltend

Typische Verbindungen zu ›bedingt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bedingt‹.

Verwendungsbeispiele für ›bedingt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dadurch ist der Fonds aber nur bedingt zu einer echten unternehmerischen Beteiligung geworden.
Die Welt, 30.08.2003
Die Psychologie wisse jedoch nur bedingt etwas über die Empfindungen der Täter.
Der Tagesspiegel, 27.04.2002
Dabei ist für den Mann am Steuer sein Verhalten allein durch die Situation auf der Straße bedingt.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 297
Diese Arbeiten lassen eine praktische Auswertung jedoch nur sehr bedingt zu.
Schenkel, Gerhard: Kunststoff-Extrudertechnik, München: Hanser 1963 [1959], S. 156
Also ist die Schönheit dadurch bedingt, daß das Gesetz erfüllt wird!
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„bedingt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bedingt>, abgerufen am 05.08.2021.

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