bedrohen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-dro-hen
Wortzerlegungbe-drohen
Wortbildung mit ›bedrohen‹ als Erstglied: ↗Bedrohung · ↗bedrohlich  ·  mit ›bedrohen‹ als Grundform: ↗bedroht
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdm. drohen, ihm Gewalt anzutun
Beispiele:
jmdn. mit erhobenen Fäusten bedrohen
bedrohte Widerstandskämpfer
sich bedroht fühlen
die Stadt ist von Feinden bedroht
das Vaterland ist bedroht
Die Posten haben meinen Kellner mit dem Tode bedroht [TravenBaumwollpflücker124]
2.
eine Gefahr für jmdn., etw. bilden, jmdn., etw. gefährden
Beispiele:
Infektionskrankheiten bedrohen jeden Menschen
die Flammen bedrohen das Nachbarhaus
das steigende Wasser bedroht das Land mit Überschwemmung
diese Handlungen bedrohen den Frieden
die Ordnung, jmds. Leben ist bedroht
schweres Unheil bedroht das Land
viele Tierarten sind vom Aussterben bedroht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drohen · dräuen · Drohung · Drohbrief · bedrohen · Bedrohung
drohen Vb. ‘Unangenehmes, Böses ankündigen’. Ahd. throuwen (8. Jh.), threwen (um 800) ‘drohen, tadeln’, mhd. drouwen, drewen, dröuwen, dröun setzt sich fort in nhd. dräuen Vb. (noch in poetischer bzw. historisierender Sprache, während die unumgelauteten Formen im älteren Nhd. untergehen). Daneben steht kontrahiertes (in Anlehnung an die Substantive ahd. thrōa, mhd. drō, s. unten) mhd. drōn, nhd. drohen (mit h als orthographischem Längezeichen). Im Germ. entsprechen asächs. githrōon, mnd. drouwen, mnl. druwen, nl. drouwen, afries. þrūwan, aengl. þrēagan, þrēawian ‘tadeln, züchtigen, strafen, bedrohen, angreifen’ (westgerm. *þrawjan), außergerm. sind aslaw. traviti ‘verzehren’, russ. travít’ (травить) ‘vernichten, hetzen, jagen, verdauen’ und griech. trȳ́ein (τρύειν) ‘aufreiben, erschöpfen’ verwandt. Alle Formen gehen zurück auf ie. *treu-, *trū-, eine Erweiterung der unter ↗drehen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *ter(ə)-, wobei eine Bedeutungsentwicklung ‘drehend reiben, quetschen, bedrängen, drohen’ vorauszusetzen ist. Drohung f. ahd. throuwung(a) (8. Jh.), mhd. dröwunge, drowung, anders gebildetes ahd. throuwa, thrawa, threwa (9. Jh.), mhd. drouwe, drō verdrängend. Drohbrief m. ‘schriftliche Ankündigung von Gewalttätigkeiten’ (Anfang 15. Jh.). bedrohen Vb. ‘Unheil, Gewaltanwendung ankündigen’, mhd. bedröuwen, nhd. bedräuen und daneben (seit 15. Jh.) bedrohen. Bedrohung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
androhen · bedrohen · drohen  ●  ↗dräuen  veraltet
Synonymgruppe
androhen · bedrohen (mit)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angestellte Arbeitsplatz Aussterben Bestand Existenz Friede Frieden Hunger Hungertod Kassierer Kassiererin Messer Pistole Revolver Räuber Schließung Schusswaffe Sicherheit Stabilität Strafe Tod Täter Verfall Waffe Weltfrieden beleidigen beschimpfen erpressen vergewaltigen zwingen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bedrohen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inzwischen wird man vielerorts bedroht oder die weibliche Begleitung, direkt neben einem stehend, von anderen angefaßt.
Die Welt, 08.06.2005
Die Freiheit der Wirtschaft ist bedroht, die Bürgerrechte sind es auch.
Der Tagesspiegel, 30.09.2001
Der Ärger über ihr Verhalten vom gestrigen Abend bedrohte ihn wieder.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 758
Niemand weiß genau, was erlaubt ist, überall fühlt man sich bedroht.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1940. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1940], S. 26
Er kannte meine Arbeiten und wußte mich in meiner Stellung bedroht.
Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 108
Zitationshilfe
„bedrohen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bedrohen>, abgerufen am 21.09.2019.

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