Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bedrohen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-dro-hen
Wortzerlegung be- drohen
Wortbildung  mit ›bedrohen‹ als Erstglied: Bedrohung · bedrohlich  ·  mit ›bedrohen‹ als Binnenglied: existenzbedrohend  ·  mit ›bedrohen‹ als Grundform: bedroht
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdm. drohen, ihm Gewalt anzutun
Beispiele:
jmdn. mit erhobenen Fäusten bedrohen
bedrohte Widerstandskämpfer
sich bedroht fühlen
die Stadt ist von Feinden bedroht
das Vaterland ist bedroht
Die Posten haben meinen Kellner mit dem Tode bedroht [ TravenBaumwollpflücker124]
2.
eine Gefahr für jmdn., etw. bilden, jmdn., etw. gefährden
Beispiele:
Infektionskrankheiten bedrohen jeden Menschen
die Flammen bedrohen das Nachbarhaus
das steigende Wasser bedroht das Land mit Überschwemmung
diese Handlungen bedrohen den Frieden
die Ordnung, jmds. Leben ist bedroht
schweres Unheil bedroht das Land
viele Tierarten sind vom Aussterben bedroht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drohen · dräuen · Drohung · Drohbrief · bedrohen · Bedrohung
drohen Vb. ‘Unangenehmes, Böses ankündigen’. Ahd. throuwen (8. Jh.), threwen (um 800) ‘drohen, tadeln’, mhd. drouwen, drewen, dröuwen, dröun setzt sich fort in nhd. dräuen Vb. (noch in poetischer bzw. historisierender Sprache, während die unumgelauteten Formen im älteren Nhd. untergehen). Daneben steht kontrahiertes (in Anlehnung an die Substantive ahd. thrōa, mhd. drō, s. unten) mhd. drōn, nhd. drohen (mit h als orthographischem Längezeichen). Im Germ. entsprechen asächs. githrōon, mnd. drouwen, mnl. druwen, nl. drouwen, afries. þrūwan, aengl. þrēagan, þrēawian ‘tadeln, züchtigen, strafen, bedrohen, angreifen’ (westgerm. *þrawjan), außergerm. sind aslaw. traviti ‘verzehren’, russ. travít’ (травить) ‘vernichten, hetzen, jagen, verdauen’ und griech. trȳ́ein (τρύειν) ‘aufreiben, erschöpfen’ verwandt. Alle Formen gehen zurück auf ie. *treu-, *trū-, eine Erweiterung der unter drehen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *ter(ə)-, wobei eine Bedeutungsentwicklung ‘drehend reiben, quetschen, bedrängen, drohen’ vorauszusetzen ist. Drohung f. ahd. throuwung(a) (8. Jh.), mhd. dröwunge, drowung, anders gebildetes ahd. throuwa, thrawa, threwa (9. Jh.), mhd. drouwe, drō verdrängend. Drohbrief m. ‘schriftliche Ankündigung von Gewalttätigkeiten’ (Anfang 15. Jh.). bedrohen Vb. ‘Unheil, Gewaltanwendung ankündigen’, mhd. bedröuwen, nhd. bedräuen und daneben (seit 15. Jh.) bedrohen. Bedrohung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
androhen · bedrohen · drohen  ●  dräuen  veraltet
Synonymgruppe
(jemandem etwas) androhen · (jemanden) bedrohen (mit)
Synonymgruppe
(eine) drohende Haltung einnehmen · (jemanden) bedrohen · (jemanden) einzuschüchtern versuchen · (sich) bedrohlich (vor jemandem) aufbauen

Typische Verbindungen zu ›bedrohen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bedrohen‹.

Verwendungsbeispiele für ›bedrohen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Ärger über ihr Verhalten vom gestrigen Abend bedrohte ihn wieder. [Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 758]
Niemand weiß genau, was erlaubt ist, überall fühlt man sich bedroht. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1940. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1940], S. 26]
Mit jeder Tat bedrohen sie den inneren Frieden in unserem Land. [Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]]
Wer den Vater umgebracht hat, ist immer auch selbst bedroht, einem solchen Mord zum Opfer zu fallen. [Die Zeit, 03.02.2000, Nr. 6]
Auch das Leben der Piloten ist bedroht, und sie fliegen trotzdem jede Nacht. [Die Zeit, 22.04.1999, Nr. 17]
Zitationshilfe
„bedrohen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bedrohen>.

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