beeidigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-ei-di-gen
Wortbildung mit ›beeidigen‹ als Erstglied: ↗Beeidigung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [gehoben] beeiden
  2. 2. [österreichisch, Amtssprache, sonst veraltet] unter Eid nehmen, vereidigen
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
gehoben beeiden
2.
österreichisch, Amtssprache, sonst veraltet unter Eid nehmen, vereidigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eid · beeidigen · beeiden · vereidigen · eidlich · eidesstattlich · Eidgenosse
Eid m. ‘feierliche Beteuerung der Wahrheit einer Aussage’. Ahd. eid (8. Jh.), mhd. eit ‘Eid, Schwur, Gelöbnis’, asächs. ēð, mnd. ēt, mnl. eet, nl. eed, aengl. āþ, engl. oath, anord. eiðr, schwed. ed, got. aiþs als gemeingerm. Ausdruck (germ. *aiþa-) der Rechtssphäre (vgl. langobard. aidos Plur. ‘Eideshelfer’, 7. Jh.) stimmt überein mit air. ōeth ‘Eid’; hierbei kann es sich um alte Verwandtschaft, aber auch um Entlehnung der germ. Bezeichnung aus dem Kelt. (wie bei anderen Rechtswörtern, s. ↗Amt, ↗Geisel, ↗Reich) handeln. Die weitere Herleitung ist unklar. Bei einem Vergleich mit anderen Dentalbildungen zur Wurzel ie. *ei- ‘gehen’, z. B. mit aind. itíḥ ‘Gang, Wandel’, ityā́ ‘Gang’, lat. itio ‘Gehen’, iter ‘Weg, Gang, Reise’ und vielleicht auch griech. ó͞itos (οἶτος) ‘Los, Geschick, Schicksal’ ist die Bedeutungsentwicklung schwer nachzuvollziehen (vgl. aber schwed. edgång ‘Eidesleistung’), daher wird auch Zusammenhang mit griech. á͞inos, á͞inē (αἶνος, αἴνη) ‘bedeutsame Rede, Lob’, á͞inigma (αἴνιγμα) ‘dunkle Rede’ und folglich Rückführung auf ie. *ai-, *oi- ‘bedeutsame Rede’ erwogen. beeidigen Vb. (15. Jh.), auch beeiden (16. Jh.) ‘durch Eid bekräftigen’ und vereidigen Vb. (15. Jh., verbreitet erst im 19. Jh.), älter auch vereiden (mhd. vereiden, bis Ende 18. Jh. gebräuchlich) ‘eidlich verpflichten’ sind Präfixbildungen zum Verb mhd. frühnhd. eiden, eidigen (letzteres schweiz. und obd. noch in jüngerer Zeit) ‘schwören, eidlich verpflichten, beschwören, Strafe leiden’, dem ahd. gieiden ‘eidlich verpflichten’ (10. Jh.) und eidōn ‘Strafe leiden’ (um 1000) vorausgehen. eidlich Adj. ‘durch einen Eid bekräftigt’ (16. Jh.). eidesstattlich Adj. ‘einer beeideten Aussage gleichwertig’, namentlich in Fügungen wie eine eidesstattliche Erklärung, Versicherung und etw. eidesstattlich erklären; junge Zusammenbildung (Mitte 19. Jh.) aus der formelhaften Wendung an Eides Statt (mhd. an eines eides stat, Anfang 14. Jh.), seit dem Frühnhd. auch in der Schreibung an Eidesstatt. Eidgenosse m. ‘Mitglied eines Bundes’, heute vor allem ‘Bürger der Schweiz’; mhd. eitgenōʒ(e) ‘Verschworener, Verbündeter’.

Typische Verbindungen zu ›beeidigen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beeidigen‹.

Verwendungsbeispiele für ›beeidigen‹

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Sind beide beeidigt, die Erklärung von Busse und die Erklärung von Winter?
o. A.: Einhundertdreiundachtzigster Tag. Montag, 22. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 14295
Ich betone außerdem noch einmal, daß ich dieses Protokoll nicht gesehen, auch nicht beeidigt habe.
o. A.: Siebenundachtzigster Tag. Donnerstag, 21. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 15817
Etwa geladene Zeugen und Sachverständige sind zu hören und, falls der Ausschuß dies für geboten hält, zu beeidigen.
o. A.: Wahlprüfungsgesetz. In: Sartorius 1: Verfassungs- und Verwaltungsgesetze der Bundesrepublik Deutschland, München: Beck 1998
Graf Metternich hat sich bereit erklärt, die Aussagen, die er vor dem Staatsanwalt gemacht hat, zu beeidigen.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 09.03.1920
So habe er im Falle der Exfreundin falsch ausgesagt und die Aussage beim Oberlandesgericht wiederholt und beeidigt.
Süddeutsche Zeitung, 31.01.1995
Zitationshilfe
„beeidigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beeidigen>, abgerufen am 29.03.2020.

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