beengen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-en-gen
Wortbildung  mit ›beengen‹ als Erstglied: Beengung  ·  mit ›beengen‹ als Grundform: Beengtheit
eWDG

Bedeutung

jmdn., etw. einengen, beschränken
Beispiele:
jmd. ist in seinen Wohnverhältnissen beengt
sie wohnt sehr beengt
der beengte Raum auf dem Schiff
das niedrige Zimmer beengte ihn
bei einer Ohnmacht beengende Kleidungsstücke öffnen
als sie sich endlich niederlegte, beengte sie die fest schlafende Emma, mit der sie das Bett teilte [ ViebigTägl. Brot18]
übertragen
Beispiele:
jmd. fühlt sich durch konventionelle Rücksichten, kleinliche Vorschriften beengt
ein beengendes Gefühl auf der Brust
eine beengende Hitze
das Beengende einer Kleinstadt spüren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eng · Enge · engen · beengen · verengen · einengen · Engpaß
eng Adj. ‘wenig Raum lassend, begrenzt’ und ‘dicht beieinander, gedrängt’, ahd. engi (8. Jh.), mhd. enge, asächs. engi, mnd. enge, mnl. enghe, nl. eng, aengl. enge, anord. ǫngr, øngr, got. aggwus, daneben die umlautlosen Adverbformen ahd. ango (9. Jh.), mhd. ange (s. bange). Das gemeingerm. Adjektiv (ein alter u-Stamm, germ. *angu-) und das davon abgeleitete Abstraktum Angst (s. d.) führen zusammen mit aind. aṁhúḥ ‘eng’ (in aṁhubhḗdī), lat. angiportus (aus *anguportus) ‘enges Gäßchen’ sowie der Erweiterung aslaw. ǫzъkъ, russ. úzkij (узкий) ‘eng, schmal’ auf ie. *ang̑hu-, eine Adjektivbildung zur Wurzel ie. *ang̑h- ‘eng, einengen, schnüren’ (mit früher Übertragung in den seelischen Bereich, vgl. aind. áṁhaḥ ‘Angst, Bedrängnis’, lat. angor ‘Beklemmung, Angst’), an die wohl auch Angina (s. d.) anzuschließen ist. Dazu Enge f. ‘Begrenztheit, Beschränkung, Gedrängheit’, ahd. engī(n) (8. Jh.), mhd. mnd. enge, aengl. engu (vgl. die Zusammensetzungen Meerenge, 17. Jh., und Landenge, 18. Jh. für älteres Erdenenge, Stieler 1691) und das heute ungebräuchliche engen Vb. ‘eng machen’, ahd. engen ‘bedrängen, quälen’ (8. Jh.), mhd. mnd. engen ‘eng machen, beengen, in die Enge treiben’ (vgl. anord. øngja ‘drängen, zwingen, klemmen’, got. gaaggwjan ‘bedrängen’, aengl. geenged ‘bedrängt, besorgt’), das durch die Präfixbildungen beengen Vb. ‘einschränken, behindern’, verengen Vb. ‘enger machen’, reflexiv ‘enger werden’ und einengen Vb. ‘enger machen, einschränken’ (alle 17. Jh.) abgelöst wird. Engpaß m. ‘verengter Durchlaß, schmaler Gebirgspaß’ (Anfang 19. Jh.), übertragen ‘Notlage’ (2. Hälfte 19. Jh., danach ‘wirtschaftliche Schwierigkeiten, Versorgungsmangel’ (20. Jh.); vgl. russ. úzkoe mésto (узкое место).

Thesaurus

Synonymgruppe
beengen · behindern · beschränken · einengen  ●  in die Ecke treiben  ugs. · in die Enge treiben  ugs. · ins Bockshorn jagen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›beengen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beengen‹.

Verwendungsbeispiele für ›beengen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er bietet zwar insgesamt weniger Raum, dennoch fühlt man sich in keiner Weise beengt. [Die Welt, 15.05.2004]
Knapp einen Meter breit sind die Wege, und keinen Moment fühlt man sich darin beengt. [Bild, 10.05.2005]
Am Rand parken Autos und beengen die schmale Straße zusätzlich. [Süddeutsche Zeitung, 21.05.2002]
Der Platz war früher beengt, das Bild hatte keine Tiefe, die Kamera kaum Schwenkmöglichkeiten. [Süddeutsche Zeitung, 20.04.2000]
Sie lastete förmlich auf den Köpfen und beengte den Atem. [Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2875]
Zitationshilfe
„beengen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beengen>.

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