beengen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-en-gen
Wortbildung mit ›beengen‹ als Erstglied: ↗Beengung  ·  mit ›beengen‹ als Grundform: ↗Beengtheit
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn., etw. einengen, beschränken
Beispiele:
jmd. ist in seinen Wohnverhältnissen beengt
sie wohnt sehr beengt
der beengte Raum auf dem Schiff
das niedrige Zimmer beengte ihn
bei einer Ohnmacht beengende Kleidungsstücke öffnen
als sie sich endlich niederlegte, beengte sie die fest schlafende Emma, mit der sie das Bett teilte [ViebigTägl. Brot18]
übertragen
Beispiele:
jmd. fühlt sich durch konventionelle Rücksichten, kleinliche Vorschriften beengt
ein beengendes Gefühl auf der Brust
eine beengende Hitze
das Beengende einer Kleinstadt spüren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eng · Enge · engen · beengen · verengen · einengen · Engpaß
eng Adj. ‘wenig Raum lassend, begrenzt’ und ‘dicht beieinander, gedrängt’, ahd. engi (8. Jh.), mhd. enge, asächs. engi, mnd. enge, mnl. enghe, nl. eng, aengl. enge, anord. ǫngr, øngr, got. aggwus, daneben die umlautlosen Adverbformen ahd. ango (9. Jh.), mhd. ange (s. ↗bange). Das gemeingerm. Adjektiv (ein alter u-Stamm, germ. *angu-) und das davon abgeleitete Abstraktum ↗Angst (s. d.) führen zusammen mit aind. aṁhúḥ ‘eng’ (in aṁhubhḗdī), lat. angiportus (aus *anguportus) ‘enges Gäßchen’ sowie der Erweiterung aslaw. ǫzъkъ, russ. úzkij (узкий) ‘eng, schmal’ auf ie. *ang̑hu-, eine Adjektivbildung zur Wurzel ie. *ang̑h- ‘eng, einengen, schnüren’ (mit früher Übertragung in den seelischen Bereich, vgl. aind. áṁhaḥ ‘Angst, Bedrängnis’, lat. angor ‘Beklemmung, Angst’), an die wohl auch ↗Angina (s. d.) anzuschließen ist. Dazu Enge f. ‘Begrenztheit, Beschränkung, Gedrängheit’, ahd. engī(n) (8. Jh.), mhd. mnd. enge, aengl. engu (vgl. die Zusammensetzungen Meerenge, 17. Jh., und Landenge, 18. Jh. für älteres Erdenenge, Stieler 1691) und das heute ungebräuchliche engen Vb. ‘eng machen’, ahd. engen ‘bedrängen, quälen’ (8. Jh.), mhd. mnd. engen ‘eng machen, beengen, in die Enge treiben’ (vgl. anord. øngja ‘drängen, zwingen, klemmen’, got. gaaggwjan ‘bedrängen’, aengl. geenged ‘bedrängt, besorgt’), das durch die Präfixbildungen beengen Vb. ‘einschränken, behindern’, verengen Vb. ‘enger machen’, reflexiv ‘enger werden’ und einengen Vb. ‘enger machen, einschränken’ (alle 17. Jh.) abgelöst wird. Engpaß m. ‘verengter Durchlaß, schmaler Gebirgspaß’ (Anfang 19. Jh.), übertragen ‘Notlage’ (2. Hälfte 19. Jh., danach ‘wirtschaftliche Schwierigkeiten, Versorgungsmangel’ (20. Jh.); vgl. russ. úzkoe mésto (узкое место).

Thesaurus

Synonymgruppe
beengen · ↗behindern · ↗beschränken · ↗einengen  ●  in die Ecke treiben  ugs. · in die Enge treiben  ugs. · ins Bockshorn jagen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Spielraum Wohnverhältnis gegenseitig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beengen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Knapp einen Meter breit sind die Wege, und keinen Moment fühlt man sich darin beengt.
Bild, 10.05.2005
Er bietet zwar insgesamt weniger Raum, dennoch fühlt man sich in keiner Weise beengt.
Die Welt, 15.05.2004
Sie lastete förmlich auf den Köpfen und beengte den Atem.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2875
Die Kleidung der Kinder muß der Jahreszeit entsprechend sein und darf den kindlichen Körper keineswegs beengen.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 946
Es beengte den Atem und trieb mir die Tränen aus den Augen.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 200
Zitationshilfe
„beengen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beengen>, abgerufen am 20.11.2019.

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