Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

befehligen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-feh-li-gen
eWDG

Bedeutung

Militär über jmdn., etw. die Befehlsgewalt haben, jmdn., etw. kommandieren
Beispiele:
der General befehligte die Truppen
die Flotte wird vom Kommandanten befehligt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

befehlen · Befehl · befehligen
befehlen Vb. ‘anordnen, gebieten’. Ahd. bifel(a)han ‘anvertrauen, begraben, empfehlen’ (8. Jh.), mhd. bevelhen ‘anvertrauen, übergeben’, asächs. bifelhan, mnd. bevēlen, afries. bifela, aengl. befēolan ‘anvertrauen, verbergen’ sind Präfixbildungen zu einem germ. Simplex, das in ahd. fel(a)han ‘zurechtlegen, einsäen, anvertrauen’ (8./9. Jh.), aengl. fēolan ‘eindringen’, anord. fela ‘verbergen’, got. filhan ‘begraben, verbergen’ (germ. *felhan) und auch in nhd. empfehlen (s. d.) erhalten ist. Weitere Herkunft ungewiß. Außergerm. finden sich keine sicheren Verwandten. Ein Vergleich mit griech. pélas (πέλας) ‘Haut, Fell’, apreuß. pelkis ‘Mantel’, der die germ. Formen als k-Erweiterungen der Wurzel ie. *pel- ‘bedecken, verhüllen’ erklären würde, ist wenig wahrscheinlich. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘eindringen’ und ‘verbergen, begraben, der Erde anvertrauen’, die zu ‘anvertrauen’ im allgemeinen Sinne weiterentwickelt; über ‘ein Amt, einen Auftrag anvertrauen, geben’ wird das Verb synonym mit ‘gebieten’. Nur in religiöser Sprache (etw. Gott befehlen) wird die alte Bedeutung ‘anvertrauen’ bis heute bewahrt. Vom Verbum abgeleitet Befehl m. ‘Auftrag, Gebot’, spätmhd. bevelch, bevel ‘Übergebung, Obhut’, frühnhd. auch Befehlich, Befehlig m., wovon befehligen Vb. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
befehligen · das Kommando haben (über) · den Befehl haben (über) · kommandieren · kommandierender ... sein  ●  (die) Befehlsgewalt haben (über)  Hauptform · befehlen (über)  veraltend
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›befehligen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›befehligen‹.

Verwendungsbeispiele für ›befehligen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im März habe er noch 350 Männer befehligt, inzwischen seien es 200. [Die Zeit, 06.01.2014, Nr. 01]
Entgegen anders lautenden Behauptungen in westlichen Medien habe ich den Einsatz weder befehligt noch dirigiert. [Die Zeit, 13.04.1990, Nr. 16]
So kann ein 24‑jähriger Student schon mal Männer befehligen, die knapp doppelt so alt sind wie er. [Süddeutsche Zeitung, 17.04.2001]
Ich befehligte die Verteidigung der Stadt und wurde dabei verwundet. [Die Zeit, 01.10.2001, Nr. 40]
Sie wußten, daß sie von SD‑Mitgliedern befehligt wurde, nicht wahr? [o. A.: Einhundertzweiundneunzigster Tag. Donnerstag, 1. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 26695]
Zitationshilfe
„befehligen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/befehligen>.

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