befehligen

GrammatikVerb
Worttrennungbe-feh-li-gen
eWDG, 1967

Bedeutung

Militär über jmdn., etw. die Befehlsgewalt haben, jmdn., etw. kommandieren
Beispiele:
der General befehligte die Truppen
die Flotte wird vom Kommandanten befehligt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

befehlen · Befehl · befehligen
befehlen Vb. ‘anordnen, gebieten’. Ahd. bifel(a)han ‘anvertrauen, begraben, empfehlen’ (8. Jh.), mhd. bevelhen ‘anvertrauen, übergeben’, asächs. bifelhan, mnd. bevēlen, afries. bifela, aengl. befēolan ‘anvertrauen, verbergen’ sind Präfixbildungen zu einem germ. Simplex, das in ahd. fel(a)han ‘zurechtlegen, einsäen, anvertrauen’ (8./9. Jh.), aengl. fēolan ‘eindringen’, anord. fela ‘verbergen’, got. filhan ‘begraben, verbergen’ (germ. *felhan) und auch in nhd.empfehlen (s. d.) erhalten ist. Weitere Herkunft ungewiß. Außergerm. finden sich keine sicheren Verwandten. Ein Vergleich mit griech. pélas (πέλας) ‘Haut, Fell’, apreuß. pelkis ‘Mantel’, der die germ. Formen als k-Erweiterungen der Wurzel ie. *pel- ‘bedecken, verhüllen’ erklären würde, ist wenig wahrscheinlich. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘eindringen’ und ‘verbergen, begraben, der Erde anvertrauen’, die zu ‘anvertrauen’ im allgemeinen Sinne weiterentwickelt; über ‘ein Amt, einen Auftrag anvertrauen, geben’ wird das Verb synonym mit ‘gebieten’. Nur in religiöser Sprache (etw. Gott befehlen) wird die alte Bedeutung ‘anvertrauen’ bis heute bewahrt. Vom Verbum abgeleitet Befehl m. ‘Auftrag, Gebot’, spätmhd. bevelch, bevel ‘Übergebung, Obhut’, frühnhd. auch Befehlich, Befehlig m., wovon befehligen Vb. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
befehlen · befehligen · ↗kommandieren

Typische Verbindungen zu ›befehligen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›befehligen‹.

Verwendungsbeispiele für ›befehligen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im März habe er noch 350 Männer befehligt, inzwischen seien es 200.
Die Zeit, 06.01.2014, Nr. 01
So kann ein 24-jähriger Student schon mal Männer befehligen, die knapp doppelt so alt sind wie er.
Süddeutsche Zeitung, 17.04.2001
Sie wußten, daß sie von SD-Mitgliedern befehligt wurde, nicht wahr?
o. A.: Einhundertzweiundneunzigster Tag. Donnerstag, 1. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 26695
Die Kanoniere hießen K 1 bis K 9 und wurden vom Geschützführer befehligt.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 125
Welche Einheit haben Sie bei Ausbruch des Krieges gegen Rußland befehligt?
o. A.: Einhundertsechsundneunzigster Tag. Dienstag, 6. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5579
Zitationshilfe
„befehligen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/befehligen>, abgerufen am 05.04.2020.

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