befehlswidrig

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache  [bəˈfeːlsviːdʀɪç]
Worttrennung be-fehls-wid-rig
Wortzerlegung Befehl-widrig
eWDG und ZDL

Bedeutung

den Anordnungen des Vorgesetzten (oder Bestimmungen einer Verordnung) in Buchstaben oder Sinn widersprechend
Beispiele:
ein befehlswidriges VerhaltenWDG
Weil die Einheit bei der Annäherung an den Ort beschossen worden sei, habe Diekmann auf eigene Faust und befehlswidrig die Vernichtung des Ortes befohlen. [Süddeutsche Zeitung, 02.04.2014]
Im Ursprungstext des Heeres heißt es weiter, die Offiziersanwärter hätten bei ihrem Marsch Helme tragen müssen, was nicht dem »im Dienstplan befohlenen Anzug« entsprochen habe und »unzweckmäßig« gewesen sei. Das Ministerium schreibt dagegen, das Tragen der Helme sei »befehlswidrig« gewesen. [Die Welt, 22.09.2017]
2003 waren dort 80 der sogenannten Ledernacken erkrankt, weil sie ihre Prophylaxe‑Pillen abgesetzt und auf Moskitonetze und Insektenspray befehlswidrig verzichtet hatten. [Hamburger Abendblatt, 04.04.2006]
Im sowjetischen Sektor Berlins werden die ersten Personen wegen befehlswidrigen Besitzes von D‑Mark festgenommen. [o. A.: 1948. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918–1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 15649]
Oder er [Jodl] suchte die Praxis dadurch zu beeinflussen, daß er befehlswidriges Verhalten nicht beanstandete – Kommandobefehl – und so weiter. [o. A.: Einhundertzweiundachtzigster Tag. Freitag, 19. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1947], S. 24020]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Zitationshilfe
„befehlswidrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/befehlswidrig>, abgerufen am 24.01.2021.

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