beflügeln

Grammatik Verb · beflügelt, beflügelte, hat beflügelt
Aussprache 
Worttrennung be-flü-geln
Wortzerlegung be- Flügel
Wortbildung  mit ›beflügeln‹ als Erstglied: Beflügelung

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] ...
    1. 1. ...
    2. 2. jmdn. anspornen
eWDG

Bedeutung

gehoben
1.
Beispiele:
seine Schritte beflügeln (= beschleunigen)
beflügelten Schrittes kommen
Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß [ SchillerBürgschaft]
2.
jmdn. anspornen
Beispiele:
das Lob, der Erfolg beflügelt ihn zu neuen Taten
jmd. ist von Hoffnung, Eifer beflügelt
in seiner Phantasie, künstlerischen Schaffenskraft beflügelt sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flügel · Flügelmann · flügeln · geflügelte Worte · beflügeln · überflügeln
Flügel m. ‘zum Fliegen dienender Körperteil der Vögel und Insekten’, mhd. vlügel, mnd. vlȫgel, mnl. vlōghel, vleughel, nl. vleugel, anord. flygill, schwed. flygel sind erst spät nach dem Muster vieler Gerätebezeichnungen (wie Zügel zu ziehen) zu dem unter fliegen (s. d.) behandelten Verb gebildet und bezeichnen die Vogelschwinge, bald auch metaphorisch an einer Seite befindliche oder seitlich angebrachte Teile, im Dt. z. B. die nach zwei Seiten herabhängenden Teile einer Haube (17. Jh.), die Windmühlenflügel (17. Jh.), Nasen-, Lungenflügel (18./19. Jh.), Teile eines aufgestellten Heeres (18. Jh.; unter Einfluß von gleichbed. lat. āla und frz. aile). Im 18. Jh. wird eine Klavierart wegen ihrer Form Flügel genannt (älter mnd. vlȫgel ‘Harfe’, 14. Jh.). Flügelmann m. ‘Soldat am Flügel einer Heeresaufstellung’ (18. Jh.). flügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen, mit Flügeln schlagen’ (17. Jh.), heute nur noch im Part. Prät. geflügelt; geflügelte Worte im 18. Jh. von J. H. Voß in seiner Übersetzung Homers geprägt nach griech. épea pteréonta (ἔπεα πτερέοντα) ‘mit Flügeln versehene Wörter’, d. h. ‘Aussprüche, die sich schnell verbreiten’, seit Büchmann in der Bedeutung ‘geläufige Zitate’ (1864). beflügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen’ (Anfang 17. Jh.), dann ‘beschleunigen, beleben, vorantreiben’. überflügeln Vb. ‘vorauseilen, übertreffen’, zuerst militärisch ‘eine Linie über die feindliche Front seitwärts herausrücken, mit den Flügeln eines Heeres umfassen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
animieren · anspornen · beflügeln · ermutigen · motivieren
Assoziationen
Synonymgruppe
anregen · anspornen · beflügeln · befruchten · begeistern · bereichern · inspirieren · motivieren · von der Muse geküsst werden
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›beflügeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beflügeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›beflügeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das fehlende Geld lähmt die Initiative, aber manchmal beflügelt es sie auch. [Die Zeit, 15.10.1998, Nr. 43]
Ich bin wirklich sehr froh, dass alles hinter mir liegt, und es beflügelt mich offenbar, dass ich endlich wieder spielen kann. [Die Zeit, 31.10.2010 (online)]
Es geht nichts über eine knackige Resignation, das ist sehr beflügelnd. [Die Zeit, 12.03.2007, Nr. 11]
Beflügelt wird Why Go mitgesungen, enthusiastisch, möge dieser Abend doch nie enden! [Die Zeit, 25.09.2006, Nr. 39]
Die Erinnerung an die Zeit der Erwartungen beflügelt neue Erwartungen. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 610]
Zitationshilfe
„beflügeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/befl%C3%BCgeln>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
befluten
beflissentlich
beflissen
befliegen
beflicken
beflügelt
befolgen
befolgenswert
beforschen
beforsten