beflügeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-flü-geln (computergeneriert)
GrundformFlügel1
Wortbildung mit ›beflügeln‹ als Erstglied: ↗Beflügelung
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
1.
Beispiele:
seine Schritte beflügeln (= beschleunigen)
beflügelten Schrittes kommen
Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß [SchillerBürgschaft]
2.
jmdn. anspornen
Beispiele:
das Lob, der Erfolg beflügelt ihn zu neuen Taten
jmd. ist von Hoffnung, Eifer beflügelt
in seiner Phantasie, künstlerischen Schaffenskraft beflügelt sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flügel · Flügelmann · flügeln · geflügelte Worte · beflügeln · überflügeln
Flügel m. ‘zum Fliegen dienender Körperteil der Vögel und Insekten’, mhd. vlügel, mnd. vlȫgel, mnl. vlōghel, vleughel, nl. vleugel, anord. flygill, schwed. flygel sind erst spät nach dem Muster vieler Gerätebezeichnungen (wie Zügel zu ziehen) zu dem unter ↗fliegen (s. d.) behandelten Verb gebildet und bezeichnen die Vogelschwinge, bald auch metaphorisch an einer Seite befindliche oder seitlich angebrachte Teile, im Dt. z. B. die nach zwei Seiten herabhängenden Teile einer Haube (17. Jh.), die Windmühlenflügel (17. Jh.), Nasen-, Lungenflügel (18./19. Jh.), Teile eines aufgestellten Heeres (18. Jh.; unter Einfluß von gleichbed. lat. āla und frz. aile). Im 18. Jh. wird eine Klavierart wegen ihrer Form Flügel genannt (älter mnd. vlȫgel ‘Harfe’, 14. Jh.). Flügelmann m. ‘Soldat am Flügel einer Heeresaufstellung’ (18. Jh.). flügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen, mit Flügeln schlagen’ (17. Jh.), heute nur noch im Part. Prät. geflügelt; geflügelte Worte im 18. Jh. von J. H. Voß in seiner Übersetzung Homers geprägt nach griech. épea pteréonta (ἔπεα πτερέοντα) ‘mit Flügeln versehene Wörter’, d. h. ‘Aussprüche, die sich schnell verbreiten’, seit Büchmann in der Bedeutung ‘geläufige Zitate’ (1864). beflügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen’ (Anfang 17. Jh.), dann ‘beschleunigen, beleben, vorantreiben’. überflügeln Vb. ‘vorauseilen, übertreffen’, zuerst militärisch ‘eine Linie über die feindliche Front seitwärts herausrücken, mit den Flügeln eines Heeres umfassen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
animieren · ↗anspornen · beflügeln · ↗ermutigen · ↗motivieren
Assoziationen
Synonymgruppe
anregen · ↗anspornen · beflügeln · ↗befruchten · ↗begeistern · ↗bereichern · ↗inspirieren · ↗motivieren · von der Muse geküsst werden
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktienkurs Aktienkursus Aktienmarkt Aussicht Bankaktie Börse Dax Export Finanztitel Fusionsgerücht Fusionsphantasie Gerücht Hoffnung Konjunktur Konjunkturdaten Konsum Kreativität Kurs Kursgewinn Kursphantasie Optimismus Phantasie Quartalszahl Spekulation Technologiewert Vorstellungskraft Zinssenkung Übernahmegerücht Übernahmephantasie Übernahmespekulation

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beflügeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das fehlende Geld lähmt die Initiative, aber manchmal beflügelt es sie auch.
Die Zeit, 15.10.1998, Nr. 43
Er beflügelte die neue Kunst nicht, sein Werk war ein Teil derselben.
Süddeutsche Zeitung, 13.04.1996
Die Erinnerung an die Zeit der Erwartungen beflügelt neue Erwartungen.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 610
Es kommt sonach weniger auf die Füße an als mehr auf die Vorstellungen, die sie beflügeln oder belasten.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 1022
Das Wort muß Beatriz gleich gefallen und ihre Vorstellung wunderlich beflügelt haben.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 208
Zitationshilfe
„beflügeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beflügeln>, abgerufen am 17.11.2019.

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