beflecken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-fle-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›beflecken‹ als Erstglied: ↗Befleckung  ·  mit ›beflecken‹ als Grundform: ↗befleckt
eWDG, 1967

Bedeutung

Flecke auf etw. machen, etw. mit Flecken beschmutzen
Beispiele:
das Tischtuch, eine Serviette beflecken
Kleidungsstücke mit Obstsaft, Blut beflecken
übertragen
Beispiele:
das Gewissen, die Ehre, Ruf, Name ist (durch eine unmoralische Tat) befleckt
verhüllend jmd. hat sich mit Blut befleckt (= hat einen Mord begangen)
Kein Verdacht hat ... meine Freundschaft befleckt [Tieck8,94]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flecken · Fleck · beflecken · fleckig · Marktflecken · Fleckfieber
Flecken Fleck m. ‘von der Oberfläche sich abhebende Stelle, loses Stückchen, Ortschaft’, bildlich ‘Fehler, Makel’. Die etymologische Zuordnung von ahd. flec (8. Jh.) und flecko (um 800), mhd. vlec und vlecke, die sich durch starke (germ. *flekka-) und schwache (germ. *flekkōn) Deklination unterscheiden, ferner von mnd. vlek, vlecke, mnl. vlecke, nl. vlek, anord. flekkr, schwed. fläck ist ungeklärt. Teils wird Verwandtschaft mit ↗Fleisch (s. d.) angenommen und Anschluß an ie. *plēik̑-, *plīk̑- ‘(ab)reißen’, abgeleitet von der Wurzel ie. *plē-, *plə- ‘abspalten, abreißen’, erwogen, teils wird an die Wurzel ie. *pel- ‘bedecken, verhüllen; Haut, Fell’ angeknüpft und an Verwandtschaft mit ↗Fell, ↗befehlen (s. d.) gedacht. beflecken Vb. ‘verunreinigen’, mhd. bevlecken (vgl. ahd. gifleckōn ‘beschmutzen’, 10. Jh.). fleckig Adj. ‘mit (Schmutz)flecken übersät’, mhd. vleckic (vgl. älteres nhd. fleckicht, mhd. vleckeht, vlekoht, ahd. fleckohti, 8. Jh.). Marktflecken m. ‘Ort mit Marktrecht’ (15. Jh.). Fleckfieber n. Infektionskrankheit, zu deren Symptomen ein fleckiger Hautausschlag gehört (17. Jh.), auch Flecktyphus.

Thesaurus

Synonymgruppe
abwerten · beflecken · ↗beleidigen · ↗beschimpfen · ↗herabsetzen · ↗herabwürdigen · ↗insultieren · ↗niedermachen · verächtlich machen  ●  ↗beschmutzen  fig. · ↗besudeln  ugs., fig. · ↗dissen  ugs. · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗herunterputzen  ugs. · in den Dreck ziehen  ugs., fig. · vom Leder ziehen  ugs. · zur Schnecke machen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ansehen Blut Ehre Erinnerung Familienehre Gewissen Hand Hemd Image Kleid Makel Mord Namen Reinheit Ruf Schmutz Skandal Verbrechen Wand Weste Würde beflecken besudeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beflecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir sind weit davon entfernt, diese Ehre beflecken zu wollen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1941]
Blut paßt für einen Bürger nicht, es ist unanständig, sich mit Blut zu beflecken.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1925
Du kannst mir glauben, Tom, daß es mir immer schwer auf dem Herzen liegt, unseren Namen, wenn auch ohne eigene Schuld, so befleckt zu haben.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 292
Ich habe mich stets anständig geführt und bin niemals auf den Gedanken gekommen, meinen Namen durch eine schlechte Handlung zu beflecken.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk in der Reitbahn der Dragonerkaserne zu Gumbinnen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 314
Von der schlimmsten Todsünde befleckt, hatte er den Leib des Herrn empfangen.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 212
Zitationshilfe
„beflecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beflecken>, abgerufen am 20.03.2019.

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