Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

beflecken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-fle-cken
Wortbildung  mit ›beflecken‹ als Erstglied: Befleckung  ·  mit ›beflecken‹ als Grundform: befleckt
eWDG

Bedeutung

Flecke auf etw. machen, etw. mit Flecken beschmutzen
Beispiele:
das Tischtuch, eine Serviette beflecken
Kleidungsstücke mit Obstsaft, Blut beflecken
übertragen
Beispiele:
das Gewissen, die Ehre, Ruf, Name ist (durch eine unmoralische Tat) befleckt
verhüllendjmd. hat sich mit Blut befleckt (= hat einen Mord begangen)
Kein Verdacht hat … meine Freundschaft befleckt [ Tieck8,94]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flecken · Fleck · beflecken · fleckig · Marktflecken · Fleckfieber
Flecken Fleck m. ‘von der Oberfläche sich abhebende Stelle, loses Stückchen, Ortschaft’, bildlich ‘Fehler, Makel’. Die etymologische Zuordnung von ahd. flec (8. Jh.) und flecko (um 800), mhd. vlec und vlecke, die sich durch starke (germ. *flekka-) und schwache (germ. *flekkōn) Deklination unterscheiden, ferner von mnd. vlek, vlecke, mnl. vlecke, nl. vlek, anord. flekkr, schwed. fläck ist ungeklärt. Teils wird Verwandtschaft mit Fleisch (s. d.) angenommen und Anschluß an ie. *plēik̑-, *plīk̑- ‘(ab)reißen’, abgeleitet von der Wurzel ie. *plē-, *plə- ‘abspalten, abreißen’, erwogen, teils wird an die Wurzel ie. *pel- ‘bedecken, verhüllen; Haut, Fell’ angeknüpft und an Verwandtschaft mit Fell, befehlen (s. d.) gedacht. beflecken Vb. ‘verunreinigen’, mhd. bevlecken (vgl. ahd. gifleckōn ‘beschmutzen’, 10. Jh.). fleckig Adj. ‘mit (Schmutz)flecken übersät’, mhd. vleckic (vgl. älteres nhd. fleckicht, mhd. vleckeht, vlekoht, ahd. fleckohti, 8. Jh.). Marktflecken m. ‘Ort mit Marktrecht’ (15. Jh.). Fleckfieber n. Infektionskrankheit, zu deren Symptomen ein fleckiger Hautausschlag gehört (17. Jh.), auch Flecktyphus.

Thesaurus

Synonymgruppe
abwerten · beflecken · beleidigen · beschimpfen · herabsetzen · herabwürdigen · niedermachen · verächtlich machen  ●  beschmutzen  fig. · besudeln  ugs., fig. · dissen  fachspr., jugendsprachlich, Neologismus, Jargon · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · herunterputzen  ugs. · in den Dreck ziehen  ugs., fig. · insultieren  geh., veraltend, selten · vom Leder ziehen  ugs. · zur Schnecke machen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›beflecken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beflecken‹.

Verwendungsbeispiele für ›beflecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du kannst mir glauben, Tom, daß es mir immer schwer auf dem Herzen liegt, unseren Namen, wenn auch ohne eigene Schuld, so befleckt zu haben. [Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 292]
Wir sind weit davon entfernt, diese Ehre beflecken zu wollen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1941]]
Blut paßt für einen Bürger nicht, es ist unanständig, sich mit Blut zu beflecken. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1925]
Von allem war die Gruppe 47 in ihrer besten Zeit nicht befleckt. [Süddeutsche Zeitung, 30.08.1997]
Wer so engagiert ist, befleckt den weißen Sport bestimmt nicht. [Der Tagesspiegel, 11.07.2002]
Zitationshilfe
„beflecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beflecken>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
beflaggen
befittigen
befischen
befingern
befindlich
befleckt
beflegeln
befleißen
befleißigen
beflicken