befleißen

GrammatikVerb · reflexivbefleißt sich, befliss sich, hat sich beflissen
Worttrennungbe-flei-ßen
Wortbildung mit ›befleißen‹ als Grundform: ↗beflissen
DWDS-Verweisartikel, 2015

Bedeutung

veraltet
Synonym zu befleißigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fleiß · befleißen · befleißigen · beflissen · geflissentlich · fleißig
Fleiß m. ‘Eifer, Arbeitsamkeit’, ahd. flīʒ ‘Kampf, Streit, körperliche Anstrengung, geistige Anspannung, Übereifer’ (8. Jh.), mhd. vlīʒ, vlieʒ ‘Beflissenheit, Eifer, Sorgfalt’, asächs. flīt, mnd. vlīt, mnl. nl. vlijt, aengl. flīt bleiben ohne sichere Anschlußmöglichkeiten. Während ahd. und mhd. der umfassendere Sinn ‘Eifer, Anstrengung, Sorgfalt’ gilt, überwiegt in neuerer Zeit die Bedeutung ‘Arbeitsamkeit’. Die ursprüngliche Bedeutung hat sich erhalten in der Wendung etw. mit Fleiß (‘mit voller Absicht’) tun sowie in den reflexiven Verben befleißen und befleißigen ‘sich bemühen’ (15. Jh.). Reste eines starken Verbs ahd. flīʒan ‘kämpfen, streiten, sich körperlich und geistig anstrengen’ (8. Jh.), mhd. vlīʒen ‘eifrig sein, sich bemühen’, asächs. -flītan, mnd. mnl. vlīten, aengl. flītan sind erhalten in beflissen Part.adj. ‘eifrig, emsig’ (16. Jh.; älter beflissen sein, Ende 15. Jh.) und geflissentlich Adv. ‘mit Eifer, mit Bedacht’ (18. Jh.), ohne Gleitlaut geflissenlich (16. Jh.). fleißig Adj. ‘arbeitsam’, ahd. flīʒīg ‘körperlich angestrengt, eifrig bemüht’ (9. Jh.), mhd. vlīʒec, vlīʒic ‘eifrig, sorgfältig’.

Verwendungsbeispiele für ›befleißen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Indessen täte es rundum gut, sich größerer Genauigkeit zu befleißen.
Die Zeit, 21.06.1991, Nr. 26
Wenn man das Problem von der finanziellen Seite betrachten wolle, müsse man sich unbedingter Aufrichtigkeit und Offenheit befleißen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1943]
Der in einem neuen Sinne aktivierte Major befliß sich übrigens achtsamer Korrektheit.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 739
Ungewohnt beflissen, fast erfreut, sagte er ihr schon für die nächste Stunde eine Unterredung zu.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 397
Nun hat man sich bekanntlich in der Wissenschaft sowohl wie auch in der Schule merkwürdiger Zweckbetrachtungen beflissen.
Pädagogisches Archiv, 1914, Nr. 2, Bd. 56
Zitationshilfe
„befleißen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beflei%C3%9Fen>, abgerufen am 09.04.2020.

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