befleißigen

GrammatikVerb · reflexivbefleißigt sich, befleißigte sich, hat sich befleißigt
Aussprache
Worttrennungbe-flei-ßi-gen
formal verwandt mitfleißig
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben sich einer Sache befleißigensich um etw. sehr bemühen
Beispiele:
sich intensiver Studien, der Kunst, eines guten Benehmens, strenger Sitten, der größten Höflichkeit, Pünktlichkeit befleißigen
jmd. befleißigt sich eines klaren Stils, einer deutlichen Aussprache
befleißige dich eines anderen Tones, wenn du mit mir sprichst
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fleiß · befleißen · befleißigen · beflissen · geflissentlich · fleißig
Fleiß m. ‘Eifer, Arbeitsamkeit’, ahd. flīʒ ‘Kampf, Streit, körperliche Anstrengung, geistige Anspannung, Übereifer’ (8. Jh.), mhd. vlīʒ, vlieʒ ‘Beflissenheit, Eifer, Sorgfalt’, asächs. flīt, mnd. vlīt, mnl. nl. vlijt, aengl. flīt bleiben ohne sichere Anschlußmöglichkeiten. Während ahd. und mhd. der umfassendere Sinn ‘Eifer, Anstrengung, Sorgfalt’ gilt, überwiegt in neuerer Zeit die Bedeutung ‘Arbeitsamkeit’. Die ursprüngliche Bedeutung hat sich erhalten in der Wendung etw. mit Fleiß (‘mit voller Absicht’) tun sowie in den reflexiven Verben befleißen und befleißigen ‘sich bemühen’ (15. Jh.). Reste eines starken Verbs ahd. flīʒan ‘kämpfen, streiten, sich körperlich und geistig anstrengen’ (8. Jh.), mhd. vlīʒen ‘eifrig sein, sich bemühen’, asächs. -flītan, mnd. mnl. vlīten, aengl. flītan sind erhalten in beflissen Part.adj. ‘eifrig, emsig’ (16. Jh.; älter beflissen sein, Ende 15. Jh.) und geflissentlich Adv. ‘mit Eifer, mit Bedacht’ (18. Jh.), ohne Gleitlaut geflissenlich (16. Jh.). fleißig Adj. ‘arbeitsam’, ahd. flīʒīg ‘körperlich angestrengt, eifrig bemüht’ (9. Jh.), mhd. vlīʒec, vlīʒic ‘eifrig, sorgfältig’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausdrucksweise Bescheidenheit Disziplin Kürze Lebensweise Neutralität Objektivität Rhetorik Sachlichkeit Sprache Tugend Umgang Zurückhaltung vermeiden überhaupt

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei befleißigt sich der Kanzler, gemessen an seinen Fähigkeiten zu drastischen Äußerungen, fast unmenschlicher Zurückhaltung.
Die Zeit, 23.04.1976, Nr. 18
Das hieß, sie soffen und befleißigten sich einer rüpelhaften Ausdrucksweise.
Die Welt, 11.06.2001
Eine einzelne Dame aber hat hier, noch mehr wie sonst, die Verpflichtung, sich der größten Zurückhaltung zu befleißigen, um ihren Ruf nicht zu gefährden.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 6508
Auf den Gängen des Hotels müssen sich die Angestellten der größten Ruhe befleißigen und vermeiden, laute Gespräche zu führen.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 391
Obwohl mein Deutsch, das ich selbst befleißigt mit sächsischem Akzent spreche, mein englisches Auftreten zumindest zweifelhaft erscheinen lassen mußte.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 340
Zitationshilfe
„befleißigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/befleißigen>, abgerufen am 07.12.2019.

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