Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

befristen

Grammatik Verb · befristet, befristete, hat befristet
Aussprache 
Worttrennung be-fris-ten
Wortbildung  mit ›befristen‹ als Erstglied: Befristung
eWDG

Bedeutung

jmdm. etw. befristenjmdm. etw. zeitlich begrenzen
Beispiel:
jmdm. eine Aufgabe, seine Arbeit befristen
Grammatik: meist im Partizip II
Beispiele:
ein befristetes Arbeitsverhältnis
befristete Spareinlagen
seine Zeit für diese Aufgabe ist kurz befristet
der Passierschein, die Aufenthaltsgenehmigung ist befristet (= zeitlich begrenzt gültig)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frist · fristen · befristen · fristlos
Frist f. ‘festgesetzte Zeitspanne, für begrenzte Zeit gewährter Aufschub’, ahd. frist (um 800), mhd. vrist, anord. frest, schwed. frist und (teilweise mit Metathese) mnd. verst, verste, vrist, mnl. verst(e), veerste, aengl. first. Herkunft ungewiß. Geht man von einer Bedeutung ‘Bevorstehendes’ aus und vergleicht aind. puraḥstātár- ‘an der Spitze stehend, führend’ und vielleicht air. ars(a)id ‘alt, im Alter an der Spitze stehend’, so kann man mit diesen die germ. Formen von Frist (wie ähnlich First, s. d.) als Zusammensetzungen ansehen aus einem Präfix ie. *pres- ‘vor’, Kompositionsform von ie. *per ‘das Hinausführen über’ (s. für, vor, ver-), mit einer Ablautform der Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (s. stehen) bei einer Ausgangsbedeutung ‘das Bevorstehende, Zeit, die in der Zukunft begrenzt ist’. Vielleicht aber ist Frist besser als Bildung mit st-Suffix zur Wurzel ie. *prāi-, *pri̯- ‘gern haben, schonen’ (s. frei, Freund, Friede) aufzufassen, wobei eine ursprüngliche Bedeutung ‘Schonung’ anzusetzen wäre. – fristen Vb. ‘mühsam hinbringen, über die Zeit retten’, meist in der Wendung sein Leben, sein Dasein fristen, ahd. fristen (um 1000), mhd. vristen ‘hinhalten, aufschieben, bewahren’. befristen Vb. ‘eine Frist stellen, einen Zeitraum festlegen’, mhd. bevristen ‘erhalten’. fristlos Adj. ‘ohne Aufschub, unverzüglich’ (1. Hälfte 20. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›befristen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›befristen‹.

Verwendungsbeispiele für ›befristen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Gesetz ist bis Ende 1953 befristet, da man hofft, von da ab den Ausschuß nicht mehr zu benötigen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1952]]
Die meisten der neuen Stellen sind zeitlich befristet, kaum attraktiv für gutes Personal. [Die Zeit, 24.07.2012, Nr. 29]
Auf einen Monat ist die Mission der Liga zunächst befristet. [Die Zeit, 27.12.2011 (online)]
Trotzdem überließ ihnen der Besitzer das Hotel ohne jede Sicherheit, zunächst befristet. [Die Zeit, 18.10.2010, Nr. 42]
Wo Gott offenbarend handelt und redet, ist die Zeit befristet. [Gloege, G.: Offenbarung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 13967]
Zitationshilfe
„befristen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/befristen>.

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