befruchten

GrammatikVerb · befruchtet, befruchtete, hat befruchtet
Aussprache
Worttrennungbe-fruch-ten (computergeneriert)
Grundformfruchten
Wortbildung formal verwandt mit: ↗unbefruchtet
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
durch die Vereinigung einer männlichen und einer weiblichen Geschlechtszelle die Fortpflanzung herbeiführen
Beispiele:
ein Ei befruchten
die Blüten werden von Bienen, vom Wind befruchtet (= bestäubt), befruchtet sich selbst
die weiblichen Säugetiere werden von den männlichen befruchtet (= begattet)
jmdn., etw. künstlich befruchten
bildlich etw. fruchtbar machen
Beispiele:
die Arme des Stromes befruchten das Land
Sonnenschein, Regen befruchtet den Boden
eine befruchtende Wärme
2.
jmdn. auf geistigem Gebiet anregen, auf jmdn., etw. einen fruchtbaren Einfluss ausüben
Beispiele:
sich im geistigen Austausch, im Gespräch gegenseitig befruchten
jmd. wird durch ein Erlebnis, durch Lektüre in seinem Schaffen, seiner wissenschaftlichen Arbeit befruchtet
durch seine Entdeckung wurde die weitere Forschung befruchtet
das Buch hatte einen befruchtenden Einfluss auf die ganze Epoche
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frucht · fruchten · befruchten · Befruchtung · fruchtbar · fruchtig
Frucht f. ‘der Fortpflanzung der eigenen Art dienendes Produkt einer Pflanze’, auch ‘ungeborenes Lebewesen’, übertragen ‘Ertrag’, ahd. fruht (9. Jh.), mhd. vruht, asächs. fruht, mnd. mnl. nl. vrucht beruhen auf einer frühen Entlehnung von gleichbed. lat. frūctus, abgeleitet vom Verb lat. fruī (frūctus sum) ‘genießen, Nutzen ziehen’ (verwandt mit ↗brauchen, s. d.). Das Deminutiv Früchtchen hat die spezielle Bedeutung ‘mißratenes Kind, Taugenichts’ (18. Jh.), älter Früchtlein (16. Jh.); vgl. bereits mhd. vruht für das ungeborene wie das geborene Kind. fruchten Vb. ‘nützen, zu einem Ertrag, einem Ergebnis führen’, mhd. vrühten, vruhten. befruchten Vb. ‘besamen, die (biologische) Voraussetzung zur Fruchtbildung schaffen’, auch ‘mit Früchten versehen’ (16. Jh.), neben befrüchten, älter befruchtigen, befrüchtigen, mhd. bevrühtigen. Befruchtung f. (18. Jh.), älter Befrüchtigung f. (16. Jh.). fruchtbar Adj. ‘fortpflanzungsfähig, ertragreich’, mhd. vruhtbære; vgl. mhd. vruhtbærec, -ic ‘reichlich’ (13. Jh.); s. ↗-bar. fruchtig Adj. ‘würzig, nach Frucht schmeckend’, als Geschmacksprädikat des Weins wohl junge Ableitung vom Substantiv und nicht unmittelbare Fortsetzung von mhd. vrühtec, vrühtic ‘fruchtbringend, nutzbringend, ergiebig’, das noch im 17. Jh. als früchtig bezeugt ist und in Mundarten fortbesteht.

Thesaurus

Synonymgruppe
befruchten · ↗inseminieren
Assoziationen
Synonymgruppe
befruchten · ↗schwängern  ●  (ein) Kind ansetzen  ugs. · (einer Frau) ein Kind machen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
anregen · ↗anspornen · ↗beflügeln · befruchten · ↗begeistern · ↗bereichern · ↗inspirieren · ↗motivieren · von der Muse geküsst werden
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biene Blüte Ei Eierstock Eizelle Embryo Labor Mikroskop Männchen Pollen Reagenzglas Retorte Same Samen Samenzelle Sperma Spermium Weib Zyklus auftauen bedingen befruchten durchdringen einfrieren einpflanzen entnehmen gegenseitig kreuzen künstlich wechselseitig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›befruchten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie es sich gehört, soll der Vater die Mutter befruchten.
Die Zeit, 28.09.2009, Nr. 39
Die Frau ließ sich deshalb vor sieben Jahren künstlich befruchten.
Bild, 03.06.1998
So wirken eben die aneinander grenzenden Wissenschaften immer gegenseitig befruchtend aufeinander.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 97
Das beeinflußte das Tempo der wissenschaftlichen Arbeiten positiv und befruchtete oft die wissenschaftlichen Ergebnisse.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 155
Die internationale und interkonfessionelle Zusammenarbeit wirkt auch auf die P. befruchtend.
Unnik, W. C. van: Patristik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 18339
Zitationshilfe
„befruchten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/befruchten>, abgerufen am 18.11.2019.

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