Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

befruchten

Grammatik Verb · befruchtet, befruchtete, hat befruchtet
Aussprache 
Worttrennung be-fruch-ten
Grundformfruchten
Wortbildung  formal verwandt mit: unbefruchtet
eWDG

Bedeutungen

1.
durch die Vereinigung einer männlichen und einer weiblichen Geschlechtszelle die Fortpflanzung herbeiführen
Beispiele:
ein Ei befruchten
die Blüten werden von Bienen, vom Wind befruchtet (= bestäubt), befruchtet sich selbst
die weiblichen Säugetiere werden von den männlichen befruchtet (= begattet)
jmdn., etw. künstlich befruchten
bildlich etw. fruchtbar machen
Beispiele:
die Arme des Stromes befruchten das Land
Sonnenschein, Regen befruchtet den Boden
eine befruchtende Wärme
2.
jmdn. auf geistigem Gebiet anregen, auf jmdn., etw. einen fruchtbaren Einfluss ausüben
Beispiele:
sich im geistigen Austausch, im Gespräch gegenseitig befruchten
jmd. wird durch ein Erlebnis, durch Lektüre in seinem Schaffen, seiner wissenschaftlichen Arbeit befruchtet
durch seine Entdeckung wurde die weitere Forschung befruchtet
das Buch hatte einen befruchtenden Einfluss auf die ganze Epoche
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frucht · fruchten · befruchten · Befruchtung · fruchtbar · fruchtig
Frucht f. ‘der Fortpflanzung der eigenen Art dienendes Produkt einer Pflanze’, auch ‘ungeborenes Lebewesen’, übertragen ‘Ertrag’, ahd. fruht (9. Jh.), mhd. vruht, asächs. fruht, mnd. mnl. nl. vrucht beruhen auf einer frühen Entlehnung von gleichbed. lat. frūctus, abgeleitet vom Verb lat. fruī (frūctus sum) ‘genießen, Nutzen ziehen’ (verwandt mit brauchen, s. d.). Das Deminutiv Früchtchen hat die spezielle Bedeutung ‘mißratenes Kind, Taugenichts’ (18. Jh.), älter Früchtlein (16. Jh.); vgl. bereits mhd. vruht für das ungeborene wie das geborene Kind. – fruchten Vb. ‘nützen, zu einem Ertrag, einem Ergebnis führen’, mhd. vrühten, vruhten. befruchten Vb. ‘besamen, die (biologische) Voraussetzung zur Fruchtbildung schaffen’, auch ‘mit Früchten versehen’ (16. Jh.), neben befrüchten, älter befruchtigen, befrüchtigen, mhd. bevrühtigen. Befruchtung f. (18. Jh.), älter Befrüchtigung f. (16. Jh.). fruchtbar Adj. ‘fortpflanzungsfähig, ertragreich’, mhd. vruhtbære; vgl. mhd. vruhtbærec, -ic ‘reichlich’ (13. Jh.); s. -bar. fruchtig Adj. ‘würzig, nach Frucht schmeckend’, als Geschmacksprädikat des Weins wohl junge Ableitung vom Substantiv und nicht unmittelbare Fortsetzung von mhd. vrühtec, vrühtic ‘fruchtbringend, nutzbringend, ergiebig’, das noch im 17. Jh. als früchtig bezeugt ist und in Mundarten fortbesteht.

Thesaurus

Synonymgruppe
befruchten · besamen  ●  inseminieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
schwängern  ●  (ein) Kind ansetzen  ugs. · (einer Frau) ein Kind machen  ugs. · befruchten  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
anregen · anspornen · beflügeln · befruchten · begeistern · bereichern · inspirieren · motivieren · von der Muse geküsst werden
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›befruchten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›befruchten‹.

Verwendungsbeispiele für ›befruchten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So wirken eben die aneinander grenzenden Wissenschaften immer gegenseitig befruchtend aufeinander. [Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 97]
Sie haben die Stadt resigniert verlassen, nun wollen sie das Land mit ihren Ideen befruchten. [Die Zeit, 06.06.2011, Nr. 23]
Wie es sich gehört, soll der Vater die Mutter befruchten. [Die Zeit, 28.09.2009, Nr. 39]
Ich brauche einfach die Extreme, sie befruchten sich bei mir gegenseitig. [Süddeutsche Zeitung, 24.07.2004]
Nicht alle Paare befruchten sich pausenlos, und sicher sind auch einige erleichtert, sich nicht mehr sehen zu müssen. [Süddeutsche Zeitung, 17.02.2001]
Zitationshilfe
„befruchten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/befruchten>.

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