begünstigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-güns-ti-gen (computergeneriert)
Grundformgünstig
Wortbildung mit ›begünstigen‹ als Grundform: ↗begünstigt
eWDG, 1967

Bedeutung

etw., jmdn. fördern
Beispiele:
jmds. Pläne, Neigungen, Wünsche (in jeder Weise) begünstigen
weitreichende gesellschaftliche Verbindungen ... hatten ihn in seinen Studien, Neigungen und Liebhabereien begünstigt [RaabeIII 2,438]
einer Sache, jmdm. günstig, förderlich sein
Beispiele:
die Umstände, Zeiten begünstigen ihn
er ist, seine Unternehmungen sind vom Glück, Zufall begünstigt
der Ausflug war von schönem Wetter begünstigt
durch die Dunkelheit begünstigt
die Flucht des Verbrechers begünstigen (= ihr Vorschub leisten)
jmdm. Gunst erweisen, jmdn. bevorzugen
Beispiele:
sie begünstigt ihn sichtlich
ein begünstigter Bewerber, Liebhaber
die begünstigten Klassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gunst · günstig · begünstigen · Günstling · Mißgunst · Ungunst · ungünstig
Gunst f. ‘Wohlwollen, Gewogenheit’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte Substantiv mhd. mnd. gunst ‘Gewogenheit, Wohlwollen, Einwilligung, Erlaubnis’, mnl. gonst, gunst, jonst, gonste, nl. gunst ist Verbalabstraktum mit st-Formans zu dem unter ↗gönnen (s. d.) behandelten Verb; vgl. unpräfigiertes ahd. unst ‘Wohlwollen, Dank, Gnadengabe, Erlaubnis’ (9. Jh., abunst ‘Mißgunst, Neid’, 9. Jh.). In der Fügung zu jmds. Gunsten ‘zu jmds. Vorteil’ (15. Jh.) handelt es sich um einen alten, erstarrten Dativ Plur. günstig Adj. ‘wohlgesinnt, wohlwollend, vorteilhaft, passend’, mhd. günstic ‘wohlwollend, gewogen’. begünstigen Vb. ‘bevorzugen, fördern’ (1. Hälfte 16. Jh.). Günstling m. ‘wer bevorzugt wird, in Gunst steht’, gegen Ende des 17. Jhs. aufkommende Verdeutschung von frz. favori, ital. favorito (s. ↗Favorit). Mißgunst f. ‘das Mißgönnen, Neid’ (16. Jh.). Ungunst f. ‘das Ungünstigsein, Unwillen’, vor allem in der Fügung zu jmds. Ungunsten ‘zu jmds. Nachteil’, mhd. ungunst ‘Nichtbegünstigung, Mißgunst, Mißgeschick’, mnd. ungunst, nl. ongunst. ungünstig Adj. ‘nachteilig, schlecht’, mhd. ungunstec, ungunstic ‘mißgünstig, übelwollend, unglücklich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) hilfreich zur Seite stehen · begünstigen · behilflich sein · ↗beistehen · ↗fördern  ●  (eine) Lanze brechen für (jemanden / etwas)  fig. · (jemandem) den Rücken stärken  fig. · (jemandem) den Weg ebnen  fig. · (jemandem) die Steine aus dem Weg räumen  fig. · ↗unterstützen  Hauptform · (jemandem) unter die Arme greifen  ugs., fig. · (jemanden) unter seine Fittiche nehmen  ugs. · ↗protegieren  geh. · supporten  ugs., engl.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
(jemandem) zu Hilfe kommen (passiv) · (sich) vorteilhaft auswirken (für) · ↗(zu etwas) dienen · ↗aufwerten · begünstigen · ↗bereichern · ↗fördern · ↗guttun · ↗nutzen · ↗nützen · zu jemandes Vorteil gereichen · ↗zugutekommen  ●  (jemandem) in die Arme spielen  ugs. · (jemandem) in die Hände spielen  ugs. · (jemandem) in die Karten spielen  ugs.
Synonymgruppe
Tür und Tor öffnen · Vorschub leisten · begünstigen · in die Hände spielen · ↗voranbringen · ↗weiterbringen
Synonymgruppe
(jemandem) den Vorzug geben · ↗(jemanden) vorziehen · begünstigen · besser behandeln · ↗besserstellen · ↗bevorrechtigen · ↗bevorteilen · ↗bevorzugen · ↗favorisieren · ↗hervorheben · mit Privilegien ausstatten · mit Vorrechten ausstatten · mit zweierlei Maß messen · ↗privilegieren
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allergie Ansiedlung Aufstieg Auftreten Ausbreitung Ausbruch Besserverdienende Bezieher Bildung Entstehen Entstehung Entwicklung Export Glück Großunternehmen Herzinfarkt Infektion Klima Mehrheitswahlrecht Reiche Schwarzarbeit Trockenheit Umstand Verbreitung Vermehrung Wahlrecht Witterung benachteiligen einseitig steuerlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›begünstigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ich zurückdenke, dann habe ich mich immer begünstigt gefühlt.
Süddeutsche Zeitung, 22.02.2003
Auch die demographische Expansion begünstigte die Entfaltung des städtischen Lebens.
Ganshof, François Louis: Das Hochmittelalter. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7381
Das hätte ein harmonisches Zusammenwachsen der bisher getrennten Teile begünstigt, meinte er.
Die Zeit, 25.01.1954, Nr. 04
Das verständliche Anwachsen der Zahl von neuen Weisen begünstigte diese Entwicklung.
Albrecht, Hans: Choralbearbeitung. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 4602
Das Terrain schützte uns nicht nur vor Verlusten, es begünstigte auch die Flucht.
Goldmark, Karl: Erinnerungen aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 29086
Zitationshilfe
„begünstigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/begünstigen>, abgerufen am 21.08.2018.

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