begütert

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-gü-tert (computergeneriert)
formal verwandt mitGut2
Wortbildung mit ›begütert‹ als Letztglied: ↗minderbegütert · ↗reichbegütert  ·  mit ›begütert‹ als Grundform: ↗unbegütert
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
reich, wohlhabend
Beispiele:
begüterte Kreise, Schichten
weniger begüterte Bevölkerungsklassen
aus begütertem Hause stammen
zu den Begüterten gehören
ein begüterter Kaufmann, Bauer, Verwandter
eine begüterte Bauerntochter heiraten
2.
veraltet Güter, Ländereien besitzend
Beispiel:
Von einem Ausflug in die Oberlausitz, wo er begütert war, heimkehrend [KügelgenJugenderinnerungen136]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gut · Gut · Güte · vergüten · Vergütung · begütert · gütig · begütigen · gütlich · Gutachten · Gutdünken · Guthaben · gutheißen · gutmütig · Gutschein · gutwillig
gut Adj. ahd. (8. Jh.), mhd. guot, asächs. aengl. gōd, mnd. gōt, engl. good, mnl. goet, nl. goed, afries. god, anord. gōðr, schwed. dän. god, got. gōþs (germ. *gōda-) gehört ablautend zu der unter ↗Gatte (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *ghadh- ‘vereinigen, eng verbunden sein, zusammenpassen’ (vgl. auch aind. gádhyaḥ ‘was man gerne festhält, was einem paßt’, aslaw. godьnъ ‘gefällig, geeignet’ sowie ahd. gigat ‘passend’). Als Ausgangsbedeutung von germ. *gōda- wird danach etwa ‘passend, geeignet’ anzusetzen sein. Das Wort zeigt, teils schon in sehr früher Zeit, eine reiche Bedeutungsentwicklung, die, von ‘passend’ ausgehend, zunächst zu ‘für einen Zweck geeignet, tauglich, brauchbar’, in spezifischer Anwendung auf Personen ‘tüchtig, geschickt’ führt. Aus dem Begriff des Geeignetseins für einen bestimmten Zweck entwickelt sich gut zum Wertbegriff im Sinne von ‘wertvoll, kostbar, hochwertig, qualitativ einwandfrei’ (bei Sachen), ‘vornehm, edel, angesehen, ehrlich’ (auf Personen oder deren Verhältnisse bezogen), ferner zum Ausdruck des Wohlgefallens, der Freude, die jemand an einer Sache oder einem Zustand hat, wird also zu ‘angenehm, bequem, vorteilhaft, erfreulich, fein, schön’. Aus ‘passend, geeignet’ entwickelt sich auch, gleichfalls schon in ältester Zeit, die Bedeutung ‘geneigt, wohlmeinend, freundlich, gefällig, gütig’; in allgemeiner ethischer Verwendung steht gut im Sinne von ‘rechtschaffen, tugendhaft, anständig’. gut wird auch zur Bezeichnung von Mengen- oder Maßangaben im Sinne von ‘richtig, ordentlich’ verwendet, woraus sich ‘reichlich, beträchtlich’ (eine gute Stunde, gute acht Tage) ergibt; schließlich kann gut als Mittel der Steigerung etwa im Sinne von ‘tüchtig, gehörig, völlig’ (ich habe gute Lust, in gutem Einvernehmen) gebraucht werden. Gut n. ‘Besitz, Vermögen, versandfertige Ware, Ladung, Material, Stoff für einen bestimmten Arbeitsprozeß (Saat-, Steingut), größerer landwirtschaftlicher Betrieb’, ahd. guot ‘Gutes, Vermögen, Besitz’ (8. Jh.), mhd. guot, auch ‘Landgut’, asächs. aengl. gōd, anord. gott, Substantivierungen des Adjektivs. Güte f. ‘hilfreiche, großherzige Gesinnung, Nachsicht, Freundlichkeit, gute Beschaffenheit, Qualität (einer Ware)’, ahd. guotī (9. Jh.), mhd. güete, asächs. gōdi. vergüten Vb. ‘entschädigen, zurückerstatten, die Güte, Beschaffenheit verbessern’, spätmhd. vergüeten ‘entschädigen, auf Zinsen anlegen’; dazu Vergütung f. (18. Jh.). begütert Adj. ‘mit Gütern, Reichtum ausgestattet, reich, wohlhabend’ (16. Jh.). gütig Adj. ‘voller Güte, hilfreich und verzeihend’, mhd. güetec. begütigen Vb. ‘gut zureden, besänftigen, beschwichtigen’ (15. Jh.). gütlich Adj. ‘in gutem Einvernehmen, ohne Streit, friedlich’, ahd. guotlīh ‘gut, heilbringend, segensreich’ (8. Jh.), mhd. guotlich, güetlich ‘gut, gütig, freundlich’. Gutachten n. ‘ausführlich begründete Stellungnahme eines Sachverständigen’ (Anfang 16. Jh.), substantivierte Zusammenrückung aus etw. für gut achten. Gutdünken n. ‘eigenes, persönliches Ermessen’, spätmhd. guotdunken, Substantivbildung aus Verbindungen wie eʒ dunket mich guot. Guthaben n. ‘worauf man Anspruch hat, zur Verfügung stehendes (gespartes) Geld, geldliche Forderung an jmdn.’ (um 1800), Substantivierung aus etw. gut haben (heute guthaben) ‘etw. zu fordern haben’. gutheißen Vb. ‘für gut befinden, billigen’ (16. Jh.), Zusammenrückung aus etw. gut heißen. gutmütig Adj. ‘von guter Gemütsart, nicht streitsüchtig, leicht zu beeindrucken, mitleidig’ (15. Jh.). Gutschein m. ‘Schein über ein Guthaben in Waren oder Geld’ (19. Jh.), Verdeutschung für ↗Bon (s. d.). gutwillig Adj. ‘guten Willen zeigend, gefügig’, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) gute Partie (sein) · begütert · ↗bemittelt · besitzend · ↗bessergestellt · ↗betucht · finanziell gut gestellt · ↗finanzkräftig · ↗finanzstark · gut betucht · ↗gut situiert · gutbetucht · ↗gutsituiert · ↗schwerreich · ↗steinreich · ↗stinkreich · ↗superreich · ↗vermögend · ↗wohlhabend · ↗wohlsituiert · ↗zahlungskräftig  ●  (finanziell) gut dastehen  variabel · ↗reich  Hauptform · vermöglich  schweiz. · (mit) ordentlich Patte  ugs., salopp · Geld wie Heu (haben)  ugs. · auf einem Haufen Geld sitzen  ugs. · auf großem Fuße lebend  ugs. · es ja haben  ugs. · ↗geldig  ugs., süddt. · in Geld schwimmen  ugs., fig. · mit gut Geld  ugs., salopp · mit richtig Geld (auf der Tasche)  ugs., regional · ↗potent  ugs. · was an den Füßen haben  ugs.
Assoziationen
  • (ein) Krösus · ↗(ein) Nabob · (ein) Reicher · (ein) Schwerreicher · ↗Finanzgröße · ↗Finanzkapitalist · ↗Finanzmagnat · ↗Geldaristokrat · ↗Milliardär · ↗Millionär · Superreicher · reicher Mann  ●  (ein) Rockefeller  ugs. · ↗Geldsack  derb · ↗Pfeffersack  ugs.
  • Vielverdiener · ↗einkommensstark · ↗gutverdienend
  • frei von Sorgen · ↗glücklich · ↗sorgenfrei · ↗sorglos · ↗unbeschwert · ↗unbesorgt
  • aus dem Vollen · ↗bombastisch · ↗opulent · ↗prachtvoll · ↗prahlerisch · ↗prächtig · ↗verschwenderisch · ↗üppig  ●  auf großem Fuß  ugs. · in Saus und Braus  ugs.
  • neureich · plötzlich zu Geld gekommen
  • Finanzaristokratie · ↗Geldadel
  • (die) Reichen · (die) reiche Oberschicht · ↗Finanzelite
  • an nichts fehlen (es) · für alles gesorgt (sein) · im Überfluss vorhanden (sein)
  • (den) Vorzug genießend (dass ...) · bevorrechtigt · bevorzugt · in einer Sonderstellung · in einer bevorzugten Stellung · mit Privilegien versehen · mit Sonderrechten ausgestattet  ●  ↗privilegiert  geh.
  • Wer hat, der hat.  sprichwörtlich
  • Geld spielt (hier) keine Rolle.  Spruch · (ist ja) nicht so wie bei armen Leuten  ugs., Spruch · wir ham's ja  ugs., Spruch
  • (Echte / Wahre) Qualität hat ihren Preis.  ●  Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben.  sprichwörtlich · Man gönnt sich ja sonst nichts.  Redensart · Umsonst ist (nur) der Tod (, und der kostet das Leben).  Spruch, ironisch · Was nichts kostet, ist (auch) nichts wert.  variabel · Was nix kostet, ist nix.  ugs., variabel
  • kapitalkräftig · ↗kapitalstark · ↗kaufkräftig · ↗kaufstark
  • (sich) ins Privatleben zurückgezogen haben · ↗Privatier · ↗Privatmann · finanziell unabhängig (sein)  ●  (sich) aus (dem Geschäftsleben) zurückgezogen haben  variabel
  • (jemandem) geht es (finanziell / beruflich / ...) gut · (sich) keine Sorgen machen müssen · es gut getroffen haben · keine Sorgen haben  ●  auf Rosen gebettet (sein)  fig. · auf der Sonnenseite des Lebens stehen  fig. · (jemandem) scheint die Sonne aus dem Arsch  derb, fig. · es gut haben  ugs.
  • (die) Superreichen · (die) sehr Reichen  ●  (die) Oligarchen (Russland)  ugs., Jargon
  • gespart (Geld)  ●  auf der hohen Kante  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adel Bundesbürger Bürger Bürgerhaus Dame Elter Elternhaus Familie Geschlecht Graf Kaufmann Kaufmannsfamilie Klientel Kreis Leutchen Minderheit Mittelschicht Nachbar Oberschicht Privatperson Russe Sammler Schicht Schichte Tourist gebildet reich vornehm wenig weniger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›begütert‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber wie ich gehört habe, kommen die alle aus recht begüterten Häusern.
Süddeutsche Zeitung, 05.04.2004
Die meisten stehen allerdings - bei den vielen begüterten Sammlern - in der Garage.
Der Tagesspiegel, 15.07.1998
Ein begüterter Graf, der ehemals hier residierte, soll es von einer Pilgerfahrt mitgebracht haben.
Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 66
Der S. war im Grunde das Leitbild des durchschnittlich begüterten Adels.
o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 29942
Oder waren etwa alle begüterten Leute von der Art der von Salows?
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 148
Zitationshilfe
„begütert“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/begütert>, abgerufen am 26.06.2019.

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