Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

begabt

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung be-gabt
Grundformbegaben
Wortbildung  mit ›begabt‹ als Letztglied: doppelbegabt · fantasiebegabt · hoch begabt · hochbegabt · höchstbegabt · kunstbegabt · minderbegabt · musikbegabt · phantasiebegabt · reich begabt · reichbegabt · schwach begabt · schwachbegabt · sprachbegabt · stimmbegabt · unbegabt · vernunftbegabt
 ·  mit ›begabt‹ als Grundform: Begabte
eWDG

Bedeutung

befähigt, talentiert
Beispiele:
er ist vielseitig, sehr, ungewöhnlich, mäßig begabt
er ist künstlerisch begabt
ein begabter Dichter, Schüler
nebenbei war er der begabteste und gesuchteste Architekt New Yorks [ Kellerm.Tunnel18]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gabe · begabt · hochbegabt · Begabung
Gabe f. ‘Geschenk, bestimmte Menge, Begabung, Talent’, ahd. gāba (9. Jh.), mhd. gābe, mnd. mnl. gāve, nl. gave, anord. gāfa gehören wie die Vertreter der im Nhd. untergegangenen Bildung ahd. geba (8. Jh.), mhd. gebe, asächs. geƀa, aengl. giefu, anord. gjǫf, got. giba (germ. *gebō) zu dem unter geben (s. d.) behandelten Verb. Beide Formen sind jedoch in ihrer Bedeutung unterschieden, indem mhd. gābe vorwiegend das Ergebnis des Schenkens, das ‘Geschenk’ bezeichnet, mhd. gebe dagegen die Handlung des Gebens, das ‘Schenken’ hervorhebt. Schon mhd. gābe bezeichnet auch die Eigenschaft, womit einer ausgestattet (begabt, s. unten) ist, also ‘Begabung, Talent’. Gabe als ‘das, was gegeben wird’ steht schließlich im Sinne von milde Gabe für ‘Almosen, Spende’, in Wendungen wie die gewohnte Gabe (an Medikamenten) verabreichen für ‘Portion, Dosis’. – begabt Part.adj. ‘talentiert, mit guten Anlagen, Geistesgaben ausgestattet’; eigentlich Part. Prät. zu heute unüblichem begaben ‘mit Gaben ausstatten, beschenken’, dem mhd. begāben vorangeht, das im 13. Jh. zuerst in der Rechtssprache (‘letztwillig bedenken, mit Vorrechten ausstatten’) auftritt, im 14. Jh. von der Mystik auf die Gnadengaben Gottes bezogen wird, wohl unter Einfluß von kirchenlat. dōtātus (vgl. frz. doué, engl. gifted, nl. begaaft, dän. begavet). Über den religiösen Bereich hinaus entwickelt sich begabt zum Ausdruck für jede Ausstattung mit Geistesgaben oder sonstigen guten Anlagen; dazu hochbegabt Adj. (16. Jh.). Begabung f. ‘Befähigung, Anlage, Talent’, vom 14. Jh. an vor allem ein Ausdruck der Rechtssprache für ‘Schenkung, Stiftung, Beschenkung, Vorrechte’, seit dem 18. Jh., der Bedeutung des Adjektivs folgend, auf geistige und gute körperliche Anlagen übertragen.

Thesaurus

Synonymgruppe
befähigt · begabt · begnadet · berufen · geeignet · hochbegabt · talentiert · talentvoll  ●  in den Adern liegen  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›begabt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›begabt‹.

Verwendungsbeispiele für ›begabt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ferner war unser begabter Mann ein sehr hübscher junger Mann. [Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 925]
Die Deutschen seien ein großes Volk, ein begabtes Volk, ein kluges Volk. [Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 326]
Die erhalten gebliebenen Werke zeigen ihn als einen nicht übermäßig begabten Komp. [Cudworth, Charles L.: Heighington. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 37399]
Er war auch als Schriftsteller nicht sehr begabt, seine Romane sind allesamt schwach. [Der Spiegel, 01.09.1997]
Das ist so höllisch knifflig, daß man sich wünscht, ein begabtes japanisches Baby zu sein. [C’t, 1998, Nr. 14]
Zitationshilfe
„begabt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/begabt>.

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