begehrlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-gehr-lich
Wortbildung mit ›begehrlich‹ als Erstglied: ↗Begehrlichkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend gierig, verlangend
Beispiele:
begehrlich auf etw., nach jmdm. schauen
begehrliche Blicke werfen
etw. den begehrlichen Blicken entziehen
begehrliche Augen machen
etw., jmdn. mit begehrlichen Augen ansehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

begehren · Begehr · begehrlich · begehrenswert · aufbegehren
begehren Vb. ‘wünschen, verlangen’. Ahd. gerōn (8. Jh.), mhd. gern sind wie die dazugehörige Präfixbildung mhd. begern, begirn Ableitungen von einem Adjektiv, das in ahd. (8. Jh.), mhd. ger ‘begierig, verlangend’ bewahrt ist. Zu dessen Etymologie und Verwandtschaft s. ↗Gier und ↗gern. Dazu begehrt Part. Prät. ‘erwünscht, erstrebt, gefragt’. An das Verb schließt sich an (heute unübliches) Begehr m. n. mhd. beger ‘Wunsch, Verlangen’ (heute Begehren n., mhd. begern), wozu begehrlich Adj. mhd. begerlich, und begehrenswert Adj. ‘erstrebenswert, verlangend’ (18. Jh.), sowie Begierde, Begier (s. ↗Gier). Verstärkend aufbegehren Vb. ‘sich auflehnen, empören; aufbrausen’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
begehrlich · ↗begierig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auge Blick Nachbar Zugriff ausstrecken blicken schauen schielen stets

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›begehrlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beispielsweise sahen auch die hohen Herren des Bundes vor nicht langer Zeit begehrlich auf die Städte.
Süddeutsche Zeitung, 15.02.2003
Beim Kennenlernen sehen sie dich nicht begehrlich an, sie stieren.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 59
Sie erinnerte sich genau seiner begehrlichen Blicke, und sie gestand sich ein, daß sie es bedauerte, von ihm nicht angefaßt worden zu sein.
Die Zeit, 18.06.1976, Nr. 26
Die Insarowa, mit halboffenem Mund, tastete ihn mit den Augen ab, demütig, begehrlich.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 983
Die Jugend darf begehrlich sein, das Alter muß sich bescheiden.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18671
Zitationshilfe
„begehrlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/begehrlich>, abgerufen am 12.12.2019.

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