Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

begießen

Grammatik Verb · begießt, begoss, hat begossen
Aussprache 
Worttrennung be-gie-ßen
Wortzerlegung be- gießen
Wortbildung  mit ›begießen‹ als Erstglied: Begießung  ·  mit ›begießen‹ als Grundform: begossen

Bedeutungsübersicht+

  1. etw. auf etw. gießen
    1. [gehoben, bildlich] ...
    2. [salopp, übertragen] ...
eWDG

Bedeutung

etw. auf etw. gießen
Beispiele:
die Blumen, jungen Pflänzchen begießen
das Beet begießen
den Braten begießen
gehoben, bildlich
Beispiele:
ein Grab mit seinen Tränen begießen
Ganz von Abendpurpurglut begossen [ Mörike1,264]
salopp, übertragen
Beispiele:
sich die Nase begießen (= sich betrinken)
einen Kauf, das abgeschlossene Geschäft, freudige Ereignis begießen (= mit alkoholischen Getränken feiern)
das muss begossen werden!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gießen · Gießer · Gießerei · Zinngießer · Weißgießer · Rotgießer · Gelbgießer · Schwarzgießer · ausgießen · begießen · Gießkanne
gießen Vb. ‘Flüssigkeit ausfließen lassen, mit Wasser tränken, eine flüssig gemachte Masse, Geschmolzenes in eine Form schütten’. Das gemeingerm. Verb ahd. gioʒan ‘gießen, einschmelzen, vermischen’ (8. Jh.), mhd. gieʒen, asächs. giotan, mnd. gēten, mnl. ghieten, nl. gieten, aengl. gēotan, anord. gjōta (nur ‘laichen, Blicke werfen’), schwed. gjuta, got. giutan ‘gießen’ (germ. *geutan) führt mit nasaliertem lat. fundere (fūsum) ‘gießen, fließen lassen, schmelzen’ auf eine Dentalerweiterung, dagegen anord. gjōsa ‘hervorbrechen’, anord. isl. geysa ‘hervorstürzen’ (s. Geiser), ahd. gussi (um 800), gussa (9. Jh.) ‘Flut’ auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *g̑heu- ‘gießen’ (Schwundstufe *g̑hu-). Zu dieser Wurzel gehören auch aind. juhṓti ‘opfert’ (und zwar ‘gießt Butter ins Feuer’), griech. chḗin (χεῖν) ‘gießen, ausschütten, ergießen, verbreiten’, ché͞uma (χεῦμα) ‘Guß, Strom’, choḗ (χοή) ‘Weiheguß, Trankopfer’. Seit ahd. Zeit wird gießen, wie auch lat. fundere, als Wort der Metalltechnik verwendet; so ist schon das Part. Prät. ahd. gigoʒʒan ‘gegossen, geschmolzen, durch Gußarbeit entstanden’ in diesem Sinne bezeugt. Aus dieser Verwendung werden ferner Gießer m. ‘Arbeiter in der Gießerei’ (um 1500) und Gießerei f. ‘Betrieb, der Gegenstände durch Gießen schmelzbarer Stoffe in Hohlformen herstellt’ (17. Jh.) abgeleitet sowie die entsprechenden Bedeutungen von Guß (s. d.). Zinngießer m. Hersteller von Zinnguß (14. Jh.), dafür auch Weißgießer m. (18. Jh.) und Kannegießer m. (s. d.). Rotgießer m. (16. Jh.), Gelbgießer m. (18. Jh.) Hersteller von Bronzeguß (einer Kupfer/Zinnlegierung), Messingguß (einer Kupfer/Zinklegierung). Schwarzgießer m. Hersteller von Eisenguß (18. Jh.). ausgießen Vb. ‘Flüssigkeit aus einem Gefäß ausfließen lassen, überschütten, mit Gußmasse füllen’, ahd. ūʒgioʒan (9. Jh.), mhd. ūʒgieʒen. begießen Vb. ‘Flüssigkeit auf etw. schütten’, heute auch ‘etw. mit alkoholischen Getränken feiern’, ahd. bigioʒan (8. Jh.), asächs. bigiotan, mhd. begieʒen. Gießkanne f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
begießen · besprengen · bewässern · gießen  ●  wässern  fachspr., Jargon

Typische Verbindungen zu ›begießen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›begießen‹.

Verwendungsbeispiele für ›begießen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von soviel Devotion durchnässt, stehen am Ende beide reichlich begossen da. [Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001]
Begieß ihnen die Nase, und sie beißen dir den Kopf ab. [Der Spiegel, 18.11.1985]
Ein rauschender Abend sei das gewesen; schließlich gab es eine neue Ära zu begießen. [Süddeutsche Zeitung, 21.08.2002]
Nach dem Anlegen begoss das Trio den Sieg schon mal auf dem Steg mit einem frisch gezapften Bier. [Die Welt, 04.10.1999]
Auf eine sehr heiße Platte geben und mit zerlassener Butter begießen. [o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 62]
Zitationshilfe
„begießen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/begie%C3%9Fen>.

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